Verknüpfung von Industrie und Bildung: Die Technikdidaktik des IBL besucht Firma Festo Industrielle Automation und Technische Bildung

Das „Mekka“ der Technikdidaktik einmal vor Ort erleben zu dürfen – diese Gelegenheit hatten die Professoren Dr. Marc Krüger und Dr. Thilo Harth mit ihren Studierenden vom Institut für Berufliche Lehrerbildung (IBL) des Münster Centrum für Interdisziplinarität (MCI).

Gemeinsam reisten sie ins schwäbische Esslingen am Neckar, um dort die Firma Festo zu besuchen, den international führenden Konzern für Automatisierungstechnik und Technische Bildung. Dazu eingeladen hatte Markus Fliegen, Regionalleiter DE LS Nord und Nordwest Deutschland.  „Mit ihm sind wir über unsere gemeinsame Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg Rheine vernetzt. Wir freuen uns sehr, dass wir nun einmal live vor Ort sein dürfen“, so Krüger. Die Exkursionsteilnehmer*innen erwartete über zwei Tage ein straffes Programm mit interessanten Themen am Produktionsstandort der Festo Technologiefabrik in Scharnhausen sowie am Standort für Aus- und Weiterbildung, Festo Didactic SE, in Denkendorf.

Den Anfang machte Nicola Bauer: Die Technikdidaktik-Expertin stellte die Lernfabrik für die berufliche Aus- und Weiterbildung, die automatisierte Fertigungsstraße, vor. Dr. Tobias Schubert erklärte hieran anschließend, wie die Lernfabrik derzeit um Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik erweitert wird. „Uns Lehrende in der beruflichen Lehrerbildung beschäftigen die Fragen: Wie können wir innovative Technik an die Schulen bringen? Wie können wir unsere Studierenden als angehende Lehrer*innen an Berufskollegs auf technische Innovationen so vorbereiten, dass sie für die Fachkräfte von morgen nutzbar sind?“ überlegt Harth, Technik-, Hochschuldidaktiker und Wissenschaftlicher Leiter des Wandelwerks Zentrum für Qualitätsentwicklung unserer Hochschule. „Die Lösung liegt in der Verknüpfung von Lerninhalten mit Produktions-, Labor- und Fertigungspraxis, etwa im Bereich Pneumatik, Elektronik und Hydraulik“, erläutert Andreas Zabka von Festo Didactic SE.
„Ein wichtiges Tool für das Digitale Lernen in der Praxis ist unser Lernmanagementsystem Festo LX“, so Dr. Philipp Melzer, Team Produktmanagement bei Festo Didactic SE: „In unserem Lernmanagement-Portal finden sich über 400 Lernmodule, die ‚out of the Box‘ genutzt werden können. Diese bestehen aus vielen kleinen Learning Nuggets, die wiederum von Lehrenden zu neuen Lernmodulen zusammengebaut werden können.“ Die über Jahrzehnte gesammelten analogen Lehrbücher und -materialien wurden nicht nur digitalisiert, sondern durch praktische Anwendungsaufgaben, basierend auf der Simulationssoftware „FluidSIM“, für den Unterrichtsbetrieb aufbereitet. Ihr Nutzen für die tägliche Bildungsarbeit geht damit weit über das klassische E-Book hinaus.

Am zweiten Tag stand die Besichtigung der Technologiefabrik in Scharnhausen auf dem Programm. Markus Fliegen führte die Teilnehmenden durch die nach Industrie 4.0-Maßstäben erbaute Produktion, bevor es nach einem Mittagessen in der hauseigenen Kantine zurück nach Münster ging.

„Für die technikdidaktische Einbindung von Lernmitteln der Zukunft, auch im Bereich XR-Technik in die berufliche Bildung, ist Festo als Entwickler innovativer Lernanwendungen und Ausstatter von Lernfabriken für Schulen für unsere Hochschule ein interessanter und wichtiger Partner“, resümiert Krüger. „Wir freuen uns daher auf weitere Zusammentreffen und bedanken uns für den freundlichen Empfang und den konstruktiven Austausch.“

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