Teilhabe. Arbeit. Münsterland – ein Netzwerk entsteht

Der Startschuss für ein aufwändiges Vorhaben im Münsterland ist gefallen: ein Netzwerk zu etablieren, das regionale Maßnahmen vereint, die die Teilhabe am Arbeitsleben unterstützen. Wissenschaftliche Leiterin des Vorhabens ist Prof. Dr. Anke Menzel-Begemann. 

Dr. Anne-Katrin Exner (l.), Mit-Initiatorin des RIN-Projektes und hier im Gespräch mit Prof. Dr. Anke Menzel-Begemann, wird in einem ersten Schritt mit den Projektmitarbeiterinnen alle Bedürfnisse von Arbeitnehmern und Arbeitgebern hinsichtlich der Teilhabe am Berufsleben zusammentragen.
Dr. Anne-Katrin Exner (l.), Mit-Initiatorin des RIN-Projektes und hier im Gespräch mit Prof. Dr. Anke Menzel-Begemann, wird in einem ersten Schritt mit den Projektmitarbeiterinnen alle Bedürfnisse von Arbeitnehmern und Arbeitgebern hinsichtlich der Teilhabe am Berufsleben zusammentragen.

Warum ist Teilhabe am Arbeitsleben überhaupt ein Thema?

Wir haben niedrige Geburtenraten bei steigender Lebenserwartung – der Anteil Älterer an der Gesamtbevölkerung nimmt also zu, krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit besonders bei älteren Beschäftigten ebenso. Damit sinkt die Anzahl gesunder Arbeitskräfte. Dagegen unternehmen vor allem größere Unternehmen schon einiges: Ganze Abteilungen kümmern sich darum, die Arbeitsbedingungen, Organisationsprozesse und arbeitsunterstützenden Maßnahmen anzupassen, damit Arbeitnehmer weiter berufstägig bleiben können. Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), wie wir sie im Münsterland viel haben, können solche wichtigen Strukturen allerdings gar nicht oder zumindest nicht so einfach vorhalten.

 

Und hier soll das neue „Regionale Innovationsnetzwerk zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben im Münsterland“, kurz RIN, Unterstützung leisten?

Ja, wenngleich das eine große Herausforderung ist. Denn alle am Arbeitsleben Beteiligten müssen eng zusammenarbeiten. Unsere Aufgabe wird es also sein, alle Perspektiven einzubeziehen, Angebote zu bündeln und sie mit den individuellen Erfordernissen der Beteiligten abzustimmen – aber auch, die Bedarfe der Praxis stärker mit den Möglichkeiten der Forschung zu verbinden. Auch Über- und Unterversorgung lassen sich so vermeiden. Dafür ist es zum Beispiel wichtig, dass wir die Stimmen von Bürgern, aber auch der Arbeitgeber in der Region einfangen – das wird unser Betätigungsfeld in den nächsten Wochen sein. Das Wissen nehmen wir dann mit in das Netzwerk und entwickeln gemeinsam mit allen speziell für diese Region bedeutsame und realisierbare Lösungen.

 
Warum eignet sich das Münsterland so gut als Modellregion?

Wir haben es hier mit einer stabilen mittelständischen Struktur zu tun, die sich traditionsbewusst und gleichzeitig zukunftsorientiert präsentiert. Das Münsterland bietet sich damit sehr gut als Modellregion an. Wenn wir hier die Bedürfnisse berücksichtigt haben und wenn die Projektpartner unter anderem aus Wissenschaft und Forschung, dem Gesundheitswesen, der Politik, der Wirtschaft, dem Bildungssektor, den Gewerkschaften, den Interessenverbänden und dem Versicherungswesen sowie Sportvereinen erfolgreich an einem Strang ziehen – dann lässt sich das Konzept sicher auch auf andere Regionen anwenden. 

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