Prof. El-Mafaalani auf der Gamescom: Warum wir in Deutschland immer mehr Konflikte haben

Die Künstlerinitiative „Arsch huh“ zeigt auf der Abschlussveranstaltung der Gamescom Flagge – für demokratisches Engagement und Zivilcourage. Mit dabei ist Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani. Warum? Dies erklärt uns der Politologe am Fachbereich Sozialwesen in einem kurzen Interview.

Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani, Politologe am Fachbereich Sozialwesen, hält auf der Gamescom-Abschlussveranstaltung am 27. August einen Vortrag zu Spannungen in Deutschland. (Foto: Wilfried Gerharz)
Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani, Politologe am Fachbereich Sozialwesen, hält auf der Gamescom-Abschlussveranstaltung am 27. August einen Vortrag zu Spannungen in Deutschland. (Foto: Wilfried Gerharz)

Herr Professor El-Mafaalani, wie kam es zu der Einladung?
Ich hatte mit „Arsch huh“ seit dem Birlikte-Festival 2014 häufig Kontakt. Daraus sind Freundschaften entstanden. Es sind engagierte Kölner, Künstler und Kulturschaffende, die zivilgesellschaftlich und politisch aktiv sind. Wenn sie mich fragen und ich Zeit habe, dann helfe ich. 

Worum geht es in Ihren Vorträgen?
Die Frage, die derzeit viele beschäftigt, ist: Warum haben wir in Deutschland immer mehr Spannungen und Konflikte? Mein Erklärungsangebot ist etwas irritierend: Die Konflikte sind überwiegend Resultat positiver Entwicklungen. Ungewollte Nebeneffekte könnte man auch sagen. Von diesem Ansatz waren die Leute von „Arsch huh“ offenbar ziemlich fasziniert. Für mich ist die große Herausforderung, in zehn Minuten verständlich und unterhaltsam komplexe Zusammenhänge zu beschreiben. 

Welches Ziel verfolgen Sie damit? Ich verfolge kein richtiges Ziel. Wissenschaft darf nicht nur Selbstzweck sein. Wenn sich Initiativen für etwas einsetzen und beteiligte Menschen das Gefühl haben, ich könnte helfen, dann tue ich es. Zuletzt habe ich Ähnliches in Aschaffenburg, Dresden, Hamburg und Leipzig gemacht, demnächst in Hamm. Aber in der Regel kann ich solche Einladungen nicht annehmen, meistens, weil schlicht die Zeit fehlt. Oder weil es Veranstaltungen gegen etwas sind. Dagegen sein geht schnell, ist leicht und führt in der Regel nicht weiter. Ein Engagement für eine positive Idee ist eine große Herausforderung und erfordert großes und nachhaltiges Engagement. „Arsch huh“ beispielsweise gibt es seit vielen Jahren, und die Initiative wird immer größer und aktiver.

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