Forscher bekämpfen Keime in Wasserleitungen

Wenn die Kaltwasserleitung am Waschbecken zu warm ist, können leicht Keime entstehen. Wann das Problem auftritt und wie man es unterbindet, daran forscht unser Fachbereich Energie · Gebäude · Umwelt.

 

Stefan Brodale (l.) und Prof. Dr. Carsten Bäcker überprüfen die Warmwasserleitung – unter anderem auch mit Temperaturfühlern. (Foto: FH Münster/Fachbereich Energie – Gebäude – Umwelt)
Stefan Brodale (l.) und Prof. Dr. Carsten Bäcker überprüfen die Warmwasserleitung – unter anderem auch mit Temperaturfühlern. (Foto: FH Münster/Fachbereich Energie – Gebäude – Umwelt)

Und zwar in einem Forschungsauftrag für das Gebäudetechnikunternehmen Gebr. Kemper aus Olpe. Prof. Dr. Carsten Bäcker und Projektingenieur Stefan Brodale haben für ihre Untersuchungen eine Testwand gebaut, Leitungen verlegt und diese mindestens 15 Stunden betrieben. Davon haben sie Momentaufnahmen mit einer Thermografie-Kamera gemacht. So konnten sie erkennen, wo und wann die Kaltwasserleitung wärmer ist als die zugelassenen 25 Grad Celsius. Zum Vergleich: Die Warmwasserleitung hat eine Temperatur zwischen 55 und 60 Grad.

„Die Aufnahmen haben uns gezeigt: Die Kaltwasserleitung ist wärmer, wenn die Leitungen nicht genug räumlichen Abstand zueinander haben. Dann greift die warme Umgebungsluft der Warmwasserleitung auf die Kaltwasserleitung über“, fasst Brodale zusammen. „Und am geringsten ist der Abstand an der Wandarmatur für Waschbecken, wenn die Leitungen hinter der Wand zusammenfließen.“

Nun forscht das Team des Labors für Haus- und Energietechnik an Lösungen, die dafür sorgen, dass die Kaltwasserleitung auch wirklich kalt bleibt. Untersucht hat es schon, wie man die Leitungen clever innerhalb der Vorwand verlegt, damit die hohen Temperaturen der Warmwasserleitung nicht auf die Kaltwasserleitung übergreifen. Die Ergebnisse, Methodik und beeinflussende Faktoren sollen beim 18. Sanitärtechnischen Symposium im Februar auf unserem Campus in Steinfurt vorgestellt werden.

Seite drucken