Vom Projekt zur Struktur

Team der FH Münster begleitet Modellversuche zur Berufsbildung für eine nachhaltige Entwicklung in der Lebensmittelindustrie und im Lebensmittelhandwerk wissenschaftlich.

„Eine nachhaltige Ernährungsweise hat für Verbraucher an Bedeutung gewonnen. Dementsprechend muss sich auch die Lebensmittelindustrie und das Lebensmittelhandwerk auf Trends einer nachhaltigen Ernährung einstellen. Entscheidend ist, den Auszubildenden in den Betrieben sowie dem Berufsbildungspersonal die Zusammenhänge zwischen wirtschaftlichem Handeln und den damit verbundenen umweltrelevanten und sozialen Auswirkungen zu verdeutlichen,“ so Prof. Dr. Julia Kastrup von der FH Münster.

Die Förderung nachhaltigkeitsorientierter beruflicher Handlungskompetenzen bei Auszubildenden und Ausbildern wird als zentral für die Entwicklung einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion angesehen und ist deshalb auch das Ziel von sechs Modellversuchen, die durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert werden.

Die Hochschullehrerin vom Institut für Berufliche Lehrerbildung (IBL) ist mit der wissenschaftlichen Begleitung der Modellversuche aus der Förderlinie III, die sich auf nachhaltigkeitsorientierte Kompetenzen in Lebensmittelhandwerk und Lebensmittelindustrie bezieht, beauftragt worden.

Mit einem Team vom IBL, vom FH-Institut für Nachhaltige Ernährung (iSuN) und von der Universität Hamburg begleitet Kastrup die Modellversuche bei dem Schritt „vom Projekt zur Struktur“. „Ziel ist es, den Gedanken der nachhaltigen Entwicklung dauerhaft und in der Breite der Berufsausbildung zu verankern. Wir begleiten die Projekte bei der Erprobung, Implementierung und Verstetigung von Lehr- und Lernkonzepten“, so Kastrup. Dazu zählen beispielsweise Fragen zur Gestaltung von Lernprozessen und der Qualifizierung von Lehrpersonal. „Unsere Erkenntnisse werden wir in Modellen abbilden, die für den Transfer in andere Bereiche geeignet sind“, erklärt die IBL-Leiterin.

Über die Modellversuche wird eine große Bandbreite an Berufen abgedeckt, wie beispielswiese Bäcker, Fleischer, Brauer und Mälzer, Fachkräfte für Lebensmitteltechnik, Weintechnologen, Milchtechnologen und Destillateure. In allen Modellversuchen werden in enger Verzahnung von Theorie und Praxis betriebliche Lehr- und Lernkonzepte zur Vermittlung von Nachhaltigkeitskompetenzen in der beruflichen Ausbildung entwickelt.

Auf der Auftaktveranstaltung in Bonn haben sich die Akteure der Modellversuche aus Wissenschaft und Praxis sowie Vertreter von BIBB, BMBF, Kammern und Verbänden zu Zielen und Inhalten der Förderlinie und Herausforderungen ausgetauscht und Kooperationen angebahnt.

Die Projekte werden bis September 2021 begleitet. Das Wissenschaftlerteam erwartet Erkenntnisse, die in die weitere Theorie- und Modellbildung zur Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung einfließen.

 

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