Prototyp vom Smart Mirror ist fertig

Test vor Publikum beim „Festival der digitalen Jugendkultur“ bestanden


Besucherin vor Spiegel
Von der Kleidung bis in die Nahrung und in den Körper – über den Weg von Mikroplastik klärt der Spiegel auf. (Foto Maike Eilers)
Bild: 1  2  3  (Download )

Münster (4. Juli 2017). Besser hätte die Premiere für den Smart Mirror nicht sein können: Auf der Teenage Internetwork Convention in Berlin (TINCON), dem „Festival der digitalen Jugendkultur“, nutzten die jungen Messebesucher die Gelegenheit, in den intelligenten Spiegel zu schauen – mit dem Ziel, sich über die Gefahr von Mikroplastik aufklären zu lassen. Den Spiegel entwickelten Design- und Informatikstudierende der FH Münster in einem interdisziplinären Projekt des Forschungsinstituts für Gesellschaft und Digitales (GUD).

Innerhalb eines Jahres erarbeitete das Team unter der Leitung von Prof. Tina Glückselig vom Fachbereich Design und Prof. Dr. Gernot Bauer vom Fachbereich Elektrotechnik und Informatik diesen ersten Prototyp. Das Projektvorhaben „Smart Mirror – Bewusstsein schaffen für die unsichtbare Gefahr von Mikroplastik“ hatte beim Hochschulwettbewerb „Im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane“ ein Preisgeld von 10.000 Euro gewonnen und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Nun konnten die 13- bis 21-jährigen Festivalbesucher erstmalig in einen Spiegel schauen, in dem es nicht um das eigene Aussehen ging. Zunächst sehen die Betrachter sich selbst, im nächsten Augenblick aber in Rückwärtsschleife die Geschichte des gern getragenen Oberteils oder des täglich genutzten Shampoos. Der gestenbasierte Spiegel wird dabei zur bedienbaren Oberfläche und klärt darüber auf, wie Mikroplastik in den genutzten Produkten die Ozeane schädigt.

„Auch wenn es zum Termin hin hektisch zuging, alle Beteiligten können stolz auf das erste Ergebnis sein“, so Prof. Glückselig, Hochschullehrerin für Mediendesign. Den Härtetest habe das Projekt mit Bravour bestanden. Dass dies auch der guten Zusammenarbeit zu verdanken war, betonte Prof. Bauer, Hochschullehrer für Software Engineering. „Natürlich sind uns ein paar Stellen aufgefallen, die noch angepasst werden müssten“, ergänzt Lukas van der Stok, einer der Informatikstudierenden, die an der technischen Entwicklung des Spiegels beteiligt waren. Er sei gespannt, wie es mit dem Projekt weitergehe.

Weitergeht es auf jeden Fall. „Die Messe haben wir für erste Evaluationen nutzen können, die setzen wir nun in den nächsten Wochen fort“, sagt Carina Eckes, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin an dem Projekt Smart Mirror arbeitet und dieses für ihren anstehenden Masterabschluss am Fachbereich Design aufbereitet. „Die Resonanz war wirklich positiv, und wir freuen uns darauf, die Erkenntnisse aus dem ersten Auftritt vor Publikum im nächsten Schritt umsetzen zu können.“ Bis der Spiegel an öffentlichen Plätzen installiert werden kann, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

Wer selbst einmal in den Smart Mirror schauen und die bedienbare Oberfläche ausprobieren möchte, der hat auf der Absolventenausstellung „Parcours“ am Fachbereich Design vom 28. bis 30. Juli die Chance dazu. Hier präsentieren auch zwei weitere Beteiligte ihre Abschlussarbeiten. Die angehende Produktdesignerin Annika Rauch hat für den Spiegel das Gehäuse entwickelt, das sowohl den technischen als auch den räumlichen Anforderungen entspricht. Ergebnis ist auch hier ein erster Prototyp, der beim „Parcours“ zum Einsatz kommt. Die angehende Mediendesignerin Britta Nientiedt beschäftigte sich mit der Entwicklung des Internetauftritts mit integrierter Petition gegen Mikroplastik und erklärenden Clips, die auch unabhängig vom Smart Mirror über Projekt und Thema aufklären.


Seite drucken