„Designer sind interdisziplinäre Denker und Macher“

Prof. Annette Jacobs lehrt an der FH Münster Gestaltungslehre


Prof. Annette Jacobs
Prof. Annette Jacobs nutzt als Designerin das analoge Handwerk ebenso wie die digitale Technik. Dies ist auch der Ansatz der Neuberufenen für Gestaltungslehre. (Foto: FH Münster/Wilfried Gerharz)

Münster (29. November 2017). Sie ist Designerin und Illustratorin, kreiert medienübergreifende Gestaltungskonzepte – und ist seit diesem Semester am Fachbereich Design der FH Münster Professorin für Gestaltungslehre: Annette Jacobs. Nach nur wenigen Wochen an der Hochschule ist sich die Neuberufene sicher: „Mir macht es großen Spaß, mit den Studierenden zu arbeiten.“ Denn sie seien neugierig und hätten einen hohen Anspruch ans Studium. „Ich möchte den Studierenden nicht nur Wissen vermitteln, sondern verstehe mich auch als Mentorin und möchte sie individuell fördern.“

Das Handwerkszeug dafür bringt Jacobs mit. Sie studierte an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim sowie am College of Visual Arts in Saint Paul in den USA und legte ihr Diplom in Grafikdesign in Hildesheim ab. Danach arbeitete sie für verschiedene Agenturen, wie etwa als Senior Designerin der Düsseldorfer Agentur Hesse Design, und leitete die Designabteilung einer internationalen Organisation für Nachhaltigkeit. Anschließend gründete sie ihr eigenes Designstudio; zu ihren Kunden zählten HUAWEI, die Architektenkammer NRW und das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Sie gab Designworkshops und hatte Lehraufträge an der FH Aachen. Das renommierte Designmagazin PAGE berichtete über Jacobs und stellte sie als eine der besten Illustratoren in NRW vor.

Von all dem profitieren nun die Studierenden im Grundlagenstudium. „In meinem Fach Gestaltungslehre trainieren die Studierenden die Fähigkeiten, die einen guten Designer ausmachen“, sagt die gebürtige Rheinländerin. „Designer sind interdisziplinäre Denker und Macher.“ Dies wolle Jacobs vermitteln – sowohl in angewandten als auch in freien Aufgabenstellungen. Dabei sei das Designstudium keine Gebrauchsanweisung für Gestaltung, sondern eine methodische Auseinandersetzung mit Design. „Mein Ziel ist es, zukünftige Designer darin auszubilden, offene Denker zu sein, die innovative Lösungen für unbeantwortete Fragen schaffen.“

Wichtig sei der 33-Jährigen dabei die Schnittstelle zwischen Analogem und Digitalem. Die Studierenden experimentieren im Seminar mit Farbe, Form und Wahrnehmung und lernen durch den bewussten Einsatz von Gestaltungsmitteln eigene visuelle Konzepte zu realisieren. Diesen Prozess dokumentieren die Kursteilnehmer zum Beispiel in einem Online-Blog, ihre Ergebnisse werden im Seminar präsentiert und diskutiert.

Zum Thema:
Die Ausbildung am Fachbereich Design der FH Münster schließt das gesamte Designspektrum durch die vier angebotenen Schwerpunkte Kommunikationsdesign, Illustration, Mediendesign und Produktdesign ein. Sie bietet den Studierenden ein ungewöhnlich offenes Feld für experimentelle Gestaltungen und zielbezogene Denkansätze, die optimal für den beruflichen Alltag vorbereiten. Neben dem Bachelorstudiengang Design bietet der Fachbereich den Masterstudiengang Design – Information und Kommunikation an.


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