Architekturstudierende zeigen Verantwortung

Vertreter von 16 Hochschulen auf der ersten nationalen Fachschaftstagung an der FH Münster


Münster (25. November 2019). Architekturstudierende – das sind die, die Gebäude entwerfen und konstruieren, stundenlang Mo­delle bauen und dafür Tage am Campus verbringen. Aber in ihrem Selbstverständnis steckt viel mehr dahinter, wichtig sind ihnen Fragen, wie sie ihr Studium bereichern und als zukünftige Architekten schon jetzt die Umwelt aktiv beeinflussen können. Um dies zu diskutieren, hat die Studierendenvertretung am Fachbereich Architektur der FH Münster, der Münster School of Architecture (MSA), unter der Leitung von Wiebke Rollmann und Marten Wollbart zur ersten nationalen Architekturfachschaftstagung eingeladen.

„Gerade die Fachschaften, also die direkt gewählten Vertreter der Studierenden, haben einen guten Einblick in die Hochschulpolitik und die Prozesse“, sagt Johanna Wulff vom gastgebenden Fachschaftsteam. „Sie sind die Verbindung von Dekanat und Studierenden, An­sprechpartner für die Organisation von internen und externen Veranstaltungen und setzen Ideen aus den eigenen Reihen um.“ Nötig seien dafür Teamgeist, Organisation und manchmal auch Mut, um am eigenen Fachbereich etwas zu bewegen. Dazu sollte auch die Tagung inspirieren.

Rund 60 Studierende von 16 Hochschulen waren für drei Tage auf dem Leonardo-Campus zusammengekommen, um sich bei Workshops, Symposium und Vortrag auszutauschen – über hochschulinterne Themen wie etwa Arbeitsverhältnisse, Cam­pusklima, Digitalisierung, aber auch über gesellschaftliche Themen. „Wir waren uns einig, dass es wichtig ist, die Rolle der Architektur im Zusammenhang mit unserer Umwelt zu betrachten, also auch soziokulturelle und politische Fragen in der Lehre zu vermitteln“, fasst Wulff einen wesentlichen Aspekt zusammen.

Dieses Verständnis von Architektur auch öffentlich zu präsentieren, wollen sie zukünftig verstärkt verfolgen. „Denn wir sitzen nicht hinter verschlossenen Türen und zeichnen Pläne für die Zukunft. Wir können schon jetzt Verantwortung übernehmen, Architektur in der Bevölkerung erlebbar zu machen“, so Wulff, „in Broschüren, Magazinen, als Print oder online, durch Ausstellungen.“ Gute Beispiele dafür, Projekte im öffentlichen Raum zu präsentieren, gibt es schon, wie etwa kürzlich das Masterprojekt NEXT VERSPOEL von Studierenden der MSA. Sie hatten das Gefühl, mit dem Konzept für eine autofreie Wohn- und Geschäftsstraße etwas bewirken zu können – was die Bewohner des Verspoels und viele Münsteraner mit einem großen Interesse und Wohlwollen honoriert haben. Gemeinsame Projekte auch hochschulübergreifend anzugehen, war einer der Wünsche auf der Tagung.

Die zweite Auflage der Tagung ist schon in Planung: Im nächsten Jahr wird die Fachschaft der TU Darmstadt Gastgeber sein. „Bis dahin wollen wir an unserem Fachbereich einige Ideen aus dem diesjährigen Plenum umsetzen: offene Sitzungen, ein eigener Instagram-Account und die Planung eines neuen Arbeitstraktes“, sagt Wolff.


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