Typografie als Kunst

Das Abschlussprojekt von Designabsolvent Leonhard Laupichler findet auch in Mailand und New York großen Zuspruch


Münster (28. November 2019). Leonhard Laupichler hat eine Leidenschaft für Typografie. Deshalb beschäftigte er sich in seiner Abschlussarbeit am Fachbereich Design der FH Münster, der Münster School of Design (MSD), mit Schriften. Aber nicht mit den konventionellen und kommerziellen: „In den letzten Jahren hat sich besonders auf den sozialen Plattformen das Genre der unabhängigen Schriftgestaltung etabliert. Ich habe 100 einflussreiche, aufstrebende Designer gefragt, ob sie mir für mein Bachelorprojekt eine selbstentwickelte Schrift zusenden und eine Seite künstlerisch gestalten“, sagt der 25-Jährige.

Was mir die Designer geschickt haben, hat mich überwältigt“, so Laupichler. „Ich hatte genügend und vor allem richtig gutes Material. Letztendlich habe ich die Funktion eines Kurators eingenommen und die Schriften wie Kunst behandelt.“ Seine Publikation „New Aesthetic – The Curation of Independent Type“ umfasst 300 Seiten. Das Ergebnis hat nicht nur den Betreuer der Bachelorarbeit, Prof. Rüdiger Quass von Deyen, begeistert – die 100 Exemplare waren schnell ausverkauft. Und: Das Kompendium stieß auf internationales Interesse.

Laupichler war gerade in Mailand, um an der „Art Book Fair Sprint“ teilzunehmen. „Für dieses renommierte Kunstfestival mit Messe und Ausstellungen habe ich ein paar Exemplare zurückgehalten. Meine Hoffnung war natürlich, dass sich auch ein Verleger dafür findet. Vielversprechende Gespräche dafür gab es.“ Was ihn aber besonders ehrt: Er hatte die Chance erhalten, dort im Ausstellungsraum „Artifact Milano“ für drei Tage sein Projekt zu präsentieren. „Die Resonanz war großartig.“

Nur kurz wird seine Verschnaufpause in Deutschland sein, denn bereits im Dezember geht es in die USA. Paul Carlos, der Präsident des Type Directors Clubs New York, hat den gebürtigen Bielefelder eingeladen, über seine Arbeit zu berichten – „an der Parsons School New York, eine der bekanntesten Hochschulen für Mode, Design und Kunst“, freut sich Laupichler.

Zum Thema: Die Ausbildung am Fachbereich Design der FH Münster, der Münster School of Design (MSD), schließt das gesamte Designspektrum durch die vier angebotenen Schwerpunkte Kommunikationsdesign, Illustration, Mediendesign und Produktdesign ein. Sie bietet den Studierenden ein ungewöhnlich offenes Feld für experimentelle Gestaltungen und zielbezogene Denkansätze, die optimal für den beruflichen Alltag vorbereiten. Neben dem Bachelorstudiengang Design bietet der Fachbereich den Masterstudiengang Design an. Leonhard Laupichler hat im letzten Wintersemester den Bachelorstudiengang abgeschlossen, absolviert zurzeit in Berlin ein Praktikum in einer Agentur und möchte in Lausanne ein Masterstudium für Typografie aufnehmen.


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