Haltung. Macht. Sinn.

Kampagne von Designstudentinnen der FH Münster im Auftrag des Polizeipräsidiums regt zur Selbstreflexion an


Münster (17. Dezember 2021). Ende 2020 waren verschiedene Polizeibehörden in Deutschland in die Schlagzeilen geraten, weil bei ihnen Chatgruppen mit rechtsextremistischen Inhalten bekannt wurden. Die Folge: Ermittlungen gegen Beamt*innen und Suspendierungen. Das war der Auslöser des Polizeipräsidiums Münster, eine Kampagne zu initiieren, die zur Selbstreflexion in der Behörde anregt. Kooperationspartner für dieses Anliegen war der Fachbereich Design der FH Münster, die Münster School of Design (MSD).

„Wir haben uns die Frage gestellt: Sind unsere Sinne ausreichend geschärft, extremistische Tendenzen frühzeitig zu erkennen?“, erläuterte Polizeipräsident Falk Schnabel die Ausgangssituation bei der Auftaktveranstaltung. In der Kollegenschaft entwickelte sich die Idee, eine virtuelle Ausstellung zu schaffen, die alle Beschäftigten des Polizeipräsidiums Münster zur Selbstreflexion einlädt. Ihr Titel lautet: „Haltung. Macht. Sinn.“. Das Design der Ausstellung stammt von Carolin Blömer, Stella Schafrick und Marit Hölting.

Das Trio und vier weitere studentische Teams im Kurs „Aspekte der Kommunikationsgestaltung“ hatten unter der Leitung von Dozent Paul Bičište und dem Lehrbeauftragten Jakob Maser sowie mit Unterstützung von Anna Louisa Duckwitz eine schwierige Aufgabe: „Türöffner“ für die Ausstellung zu entwerfen – etwas zu finden, das neugierig macht und zum Besuch der Ausstellung einlädt. „Die Polizei als Auftraggeberin, dazu das Themenfeld Extremismusprävention wirkten auf die meisten Studierenden zunächst etwas irritierend“, so Bičište. „Ein ‚schweres‘ Thema sollte hier nach innen kommuniziert werden, für das es so noch keine Vorbilder gab.“ Doch die Studierenden haben sich intensiv mit dem Berufsalltag bei der Polizei Münster auseinandergesetzt und unterschiedliche Gestaltungsansätze entwickelt – die Auswahl für die Umsetzung fiel am Ende auf das Team mit Blömer, Schafrick und Hölting. „Für uns war es sehr gut, eine praxisnahe Aufgabe bearbeiten zu dürfen und während des Prozesses das Feedback vom Kooperationspartner zu bekommen“, sagte Hölting. „Und natürlich freuen wir uns, für so ein wichtiges Thema eine Gestaltung gefunden zu haben, die dann tatsächlich realisiert wurde“, so Blömer.

Jetzt machen großformatige Plakate im Foyer des Polizeipräsidiums, Sticker, Flyer und Postkarten auf Schreibtischen und in Aufenthaltsräumen auf die Kampagne aufmerksam und führen über einen QR-Code direkt zur digitalen Ausstellung, die auch im Internet für Außenstehende abrufbar ist. Unter den Schlagwörtern Haltung, Macht und Sinn hinterfragen Kolleginnen und Kollegen der Polizei Münster die eigene Einstellung. Mit welcher Haltung engagiere ich mich im Dienst, wie beschreibe ich die Sinnhaftigkeit meines Handelns und wie übe ich die von Amts wegen verliehene Macht verantwortungsvoll aus? „Wir regen mit der Ausstellung zum Nachdenken an, ohne Vorwürfe, ohne erhobenen Zeigefinger“, verdeutlicht Projektleiterin Alexandra Füchter vom Polizeipräsidium die Intention. „Es geht mit der Ausstellung darum, die Sinne zu schärfen und den Raum für demokratische Resilienz zu schaffen.“

Zum Thema:
Die Ausbildung am Fachbereich Design der FH Münster, der Münster School of Design (MSD), schließt das gesamte Designspektrum durch die vier angebotenen Schwerpunkte Kommunikationsdesign, Illustration, Mediendesign und Produktdesign ein. Sie bietet den Studierenden ein ungewöhnlich offenes Feld für experimentelle Gestaltungen und zielbezogene Denkansätze, die optimal für den beruflichen Alltag vorbereiten. Neben dem Bachelorstudiengang Design bietet der Fachbereich den Masterstudiengang Design an.


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