Warum drei plus drei in der dualen Ausbildung vier ergibt

Logopäden und Physiotherapeuten können neben der Schule einen Bachelor erwerben


Münster (16. Februar 2006). Wer in diesen hochschulpolitisch unruhigen Zeiten auch einmal Zuversicht ausstrahlt, der hat wahrscheinlich allen Grund dazu. Bei Vertretern des Uniklinikums Münster (UKM) und der Fachhochschule Münster sorgte nun eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung für einen solchen Optimismus. In Zukunft können Schülerinnen und Schüler der Physiotherapie- und Logopädieschule am UKM ausbildungsbegleitend einen akademischen Grad erlangen. „Der Bachelor im Therapie- und Gesundheitsmanagement dauert nur ein Jahr länger als die berufliche Ausbildung und ist damit in Nordrhein-Westfalen einmalig“, wie FH-Rektor Prof. Dr. Klaus Niederdrenk betonte. Zusammen mit dem ärztlichen Direktor Prof. Dr. Dr. Wolfgang Kox und dem kaufmännischen Direktor Dr. h.c. Manfred Gotthardt sowie Prof. Dr. Marcellus Bonato, dem Dekan des Fachbereichs Pflege, unterzeichnete er am Mittwoch (15. Februar) eine Vereinbarung, die Einzelheiten des neuen Angebotes regelt.

„Wir stellen mit dem Studiengang die Mathematik auf den Kopf“, rechnete Gotthardt vor. „Denn drei Jahre Schule und drei Jahre Studium ergeben hier nicht sechs, sondern nur vier Jahre.“ Niederdrenk wies darauf hin, dass die Kooperation ein Schritt zur Akademisierung eines Berufsfeldes ist, in dem Nachfrage und Ansprüche stetig steigen. „Den Absolventen steht nach dem Bachelor jede weitere akademische Laufbahn offen.“ Zu den Bestandteilen der Berufsausbildung steuert der Fachbereich Pflege Lehrinhalte im Management bei. Absolventen des neuen Studiengangs können dann beispielsweise in der Führung großer Praxen oder Reha-Kliniken arbeiten. „Evaluation wird in den Einrichtungen immer wichtiger“, weiß Bonato. „Wir vermitteln den Studierenden das notwendige wissenschaftliche Know-how dafür.“
Das Interesse an einer solchen kombinierten Ausbildung wäre riesig, bestätigt Margot Overbeck von der Physiotherapieschule des UKM. „Eine Umfrage unter allen Teilnehmern des Auswahlverfahrens hat ergeben, dass 100 Prozent den dualen Weg bevorzugen würden.“ Ab dem Wintersemester 2007 soll es diese Möglichkeit geben.
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