Architekt des „Modells Münster“ wechselt in den in Ruhestand

Präsidentin verleiht Prof. Prof. h.c. Bühler die Ehrennadel für außergewöhnliche Verdienste


Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski zeichnete Prof. Herbert Bühler für sein Engagement mit der Ehrennadel der Hochschule aus.
Münster (24. November 2008). Er hat das „Architekturmodell Münster“ geprägt. Wie kein Zweiter ist Prof. Prof. h.c. Herbert Bühler ein vehementer Verfechter des Bologna-Prozesses, sieht in ihm den „Paradigmenwechsel des Hochschulwesens seit Humboldt“ schlechthin.

Der langjährige Hochschullehrer und Dekan des Fachbereichs Architektur der Fachhochschule Münster geht nun in Ruhestand. Formal zumindest. Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski würdigte zur Verabschiedung seine außergewöhnlichen Verdienste mit der höchsten Auszeichnung, der Ehrennadel der Hochschule.

30 Jahre lehrte Bühler an der Fachhochschule Münster, 20 davon vertrat er als Dekan den Fachbereich Architektur. Ein Hauptaugenmerk, so der Ruheständler, habe er dabei stets auf die Integration der Studierenden bei der Gestaltung der Fachbereichsentwicklung gelegt. Durch ein Tutoriensystem, bei dem „ältere Semester“ sich den jüngeren Kommilitonen schon mit dem Aufnahmeverfahren annehmen, entstehe eine sehr starke Bindung der Studierenden zum eigenen Fachbereich. Studierende in verantwortlichen Positionen auf Leitungsebene – auch das sei für die „münster school of architecture“ schon seit langem selbstverständlich.

Sein besonderes Interesse galt stets der Außenvertretung seines Fachbereiches. Bühler sei, attestierten von Lojewski und Kanzler Dr. Werner Jubelius während der Verabschiedung anerkennend, ein großartiger Netzwerker mit hervorragenden Kontakten zu zahlreichen international renommierten Hochschulen – und zur International Union of Architects (UIA), der weltweit größten nichtstaatlichen Vereinigung der Architekten mit Sitz in Paris.

Dort verankerte Bühler die konsequente Umsetzung des Bologna-Prozesses und damit die Einführung von Bachelor und Master in der akademischen Ausbildung in Deutschland. Der Fachbereich steht seitdem für das Architekturmodell Münster – eines, das sich trotz widerstrebender Interessen der Architektenkammer durchgesetzt hat. Viele Studierende zieht es gerade deswegen nach Münster. Aber auch wegen der außergewöhnlichen Kooperationen zu Hochschulen in ganz Europa und sogar in Kuba. Das Besondere daran: Statt eines üblichen Auslandssemesters im normalen Lehrbetrieb nehmen die Studierenden dort an maßgeschneiderten, mit der Fachhochschule Münster abgestimmten Modulen teil.

Sein internationales Engagement würdigte die Technische Universität Krakau mit der Verleihung des Titels Honorarprofessor. Bühler, Mitglied in zahlreichen Gremien und Verbänden, ist überdies erfolgreicher Architekt. Gemeinsam mit seinem Partner und Bruder, Prof. Frid Bühler, gewann er unter anderem den Deutschen Stahlbaupreis und den UNESCO-Preis für Schulbauten.

Der Hochschule bleibt Bühler, trotz Ruhestandes, für ein weiteres Jahr als Lehrbeauftragter erhalten. Danach wird er an einer Schweizer Hochschule sein Wissen an die künftige Architektengeneration weitergeben.
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