„Designer hübschen nicht nur an“

Ausstellung: Mit Abschlussarbeiten die Welt ein bisschen besser machen


Abschlussarbeit
„Cosmicos“, so die Idee von Juri Boos (r.) und Robert Gajdzik, soll junge Leute zu „Weltbürgern“ machen.
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Münster (4. Februar 2011). Das Buch ist tot. Es lebe das Buch. Und das, ginge es nach Juri Boos und Robert Gajdzik, trägt den Titel „Cosmicos". Denn, so die beiden Absolventen des Fachbereichs Design der Fachhochschule Münster: Es sei an der Zeit, die Vorteile des guten alten Buches mit den neuen multimedialen Möglichkeiten zu kombinieren. Damit stiege die Chance, aus jungen Leuten „Weltbürger" zu machen, so die Übersetzung des lateinischen Wortes Cosmicos. Diese Arbeit ist eine von 61, die heute (4. Februar) in der Ausstellung der Abschlussarbeiten zu sehen sind.

Auch die Idee eines modularen Zeitschriftenkonzeptes von Phillip Jensen kombiniert die Annehmlichkeiten der modernen Informationsbeschaffung mit den Vorzügen eines klassischen Printprodukts. „Nur im Print ist Qualitätsjournalismus" möglich, behauptet er. Das Internet nutzen die Leser, um ein Journal ganz nach ihrem Geschmack zu erhalten. Sie geben an, wofür sie sich interessieren, und bekommen im Abonnement das Magazin „SPLIT". Jensen verspricht dem Leser: „Es ist alles, was du jemals wolltest."

Was wollen die 20- bis 25-Jährigen der „Generation Mauerfall"? Das recherchierte Malte Spindler für sein Sachbuch. Seine Antwort: Einfach nur ein selbstbestimmtes Leben, trotz ihres geschichtlichen Erbes und der geringen Chancen im Jetzt. In Interviews, Reportagen und Fotos „wurde deutlich, dass die Mauer in ihren Köpfen nicht mehr existiert".

„Ob Mauerfall, Landminen, Zirkus - ich bin überrascht von der Themenvielfalt", erklärt Prof. Rüdiger Quass von Deyen. Der Hochschullehrer vom Fachbereich Design lobt die Ernsthaftigkeit, mit der sich die Absolventen in den Schwerpunkten Produktdesign, Mediendesign, Illustration und Kommunikationsdesign auseinandergesetzt haben. „Sie wollen die Welt nicht schöner, sondern besser machen."

Dekan Prof. Ralf Beuker ergänzt, dass es bei den jungen Designern nicht nur um ästhetische Kriterien ginge. Sie hätten auch immer den Markt im Blick. Die Chancen, dass so manche Idee den Weg in die Praxis schafft, seien groß. Wie beim Corporate Design für das Neue Museum Nürnberg, das Florian Kleinehollenhorst entworfen hat. Auch das Ausstellungskonzept von David Lederer und Vitaly Grossmann wird umgesetzt: Die münstersche Stadthausgalerie verwandelt sich demnächst für vier Wochen in einen „Lyrik: Raum".

Ohne den Blick auf Umsetzbarkeit ging dagegen Bianca Krämer an ihre Diplomarbeit heran. Sie untersuchte die „Logistik einer Zirkusstadt" und beantwortet am Beispiel von „Roncalli", wo der Zirkusdirektor wohnt und warum die Manege rund ist.

Wen das interessiert, der kann sich von Freitag ab 19.30 Uhr und Samstag bis Sonntag (6. Februar) von 10 bis 20 Uhr die Abschlussarbeiten am Leonardo-Campus 6 in Münster ansehen. Der Eintritt ist frei.


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