Auszeichnung für Reportage „5 Tage und 4 Nächte“

Leonie Jandeck und Katharina Waterkamp erhalten Bürgermedienpreis 2012


Über die Auszeichnung, dotiert mit 1000 Euro, freuen sich Katharina Waterkamp (l.) und Leonie Jandeck.
Über die Auszeichnung, dotiert mit 1000 Euro, freuen sich Katharina Waterkamp (l.) und Leonie Jandeck. (Foto: Fachbereich Sozialwesen/Sven Mörth)

Münster (28. November 2012). Leonie ist obdachlos. Aus freien Stücken - denn sie wollte erfahren, wie es ist, sich ohne Dach über dem Kopf durchzuschlagen. Dafür hat sie 5 Tage auf der Straße verbracht, vier Nächte ihr Lager mit Obdachlosen in Münster geteilt. Wie es ihr dabei ergangen ist, das haben Leonie Jandeck und Katharina Waterkamp in einer Film-Reportage festgehalten. Für ihre journalistische Leistung erhielten die Bachelorstudentinnen am Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Münster nun den Bürgermedienpreis der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen 2012. Ihr Wettbewerbsbeitrag „Augen auf / 5 Tage und 4 Nächte" setzte sich in der Kategorie „Bestes Format" durch. Zu sehen ist er im Internet bei nrwision.

„Hier kommt der Zuschauer schonungslos direkt mit sensiblen Themen in Berührung", heißt es in der Laudatio der Jury mit Vertretern der Filmstiftung NRW und des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes NRW sowie Redakteuren und Journalisten. Jandeck habe sich im mutigen Selbstversuch in die brutale Wirklichkeit von Wohnungslosen gewagt. „Der Zuschauer erlebt beklemmend nah mit, was es heißt, ‚draußen‘ zu sein."

Die Produktion war eine Abschlussarbeit eines zweisemestrigen Projekts in der Lernredaktion am Fachbereich Sozialwesen unter der Leitung von Prof. Dr. Bernward Hoffmann. „Die Auszeichnung belegt, welche Möglichkeiten in Seminarproduktionen liegen und wie schnell diese öffentlichkeitswirksam werden können", betont der wissenschaftliche Mitarbeiter im Projekt, Sven Mörth. „Ich hatte vor dem Projektstart überhaupt keine Erfahrungen mit dem Filmemachen. Ich hätte nie gedacht, dass es möglich ist, dadurch so viel auszudrücken und sichtbar werden zu lassen", berichtet Jandeck. Sie hofft nun, dass sie eine Gelegenheit findet, ein neues Thema filmisch zu verarbeiten.


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