Fachhochschule Münster beruft Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani

34-Jähriger lehrt Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Bildungsforschung


Münster (18. April 2013). Mit pazifistischer Einstellung ging er zur Bundeswehr. Trotz kapitalismuskritischer Weltanschauung studierte er Wirtschafts- und Politikwissenschaften. Er wurde Lehrer, obwohl er dem Schulsystem nach eigenen negativen Erfahrungen ablehnend gegenüberstand: Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani wollte verstehen, warum Systeme anders funktionierten, als er sie selbst gerne gehabt hätte. „Meine kritische Haltung hat immer dazu geführt, dass ich mich mit der jeweiligen Sache in Theorie und Praxis beschäftigt habe", sagt er. Auf diesem Wege habe er sehr viel gelernt und Voreingenommenheit abgebaut. Kenntnisse und Erfahrungen, die der 34-Jährige nun in Lehre und Forschung an der Fachhochschule Münster einbringen kann: Zum Sommersemester 2013 wurde er an den Fachbereich Sozialwesen berufen und vertritt dort die Schwerpunkte Bildungs-, Familien-, Migrations- und Stadtforschung.

Die kritische Haltung hat sich El-Mafaalani bewahrt, hinzugekommen ist ein unvoreingenommener analytischer Blick auf Strukturen. „Das Interesse am Verstehen ist ein biografisches Prinzip, insbesondere das Verständnis dafür, dass Menschen aus gewissen Ohnmachtsgefühlen heraus Handlungen vollziehen, die sich von außen nicht unmittelbar nachvollziehen lassen", so der Hochschullehrer.

Von 2009 bis zu seiner Berufung war El-Mafaalani, der im Ruhrgebiet geboren wurde und dessen Eltern aus Syrien stammen, Dozent an der Ruhr-Universität Bochum. Für seine Doktorarbeit zum Thema „BildungsaufsteigerInnen aus benachteiligten Milieus" hat ihn das Kulturwissenschaftliche Institut (KWI) Essen mit dem Dissertationspreis 2012 ausgezeichnet. Noch etwas mehr Beachtung von den Medien erfuhr allerdings sein mit Prof. Dr. Ahmet Toprak verfasstes Buch über „Muslimische Kinder und Jugendliche in Deutschland". Die Publikation aus dem Jahr 2011 ist bei der Konrad-Adenauer-Stiftung kostenfrei erhältlich.

Die sehr guten Rahmenbedingungen an der Fachhochschule Münster und die Freiheiten der Professur möchte der Neuberufene nutzen, um in der empirischen Sozialforschung weitere Akzente zu setzen. „Ich schätze an der Hochschullehre, dass ich praktisch nur noch lehre, was mich begeistert. Entsprechend kann ich mit meiner eigenen Begeisterung andere anstecken, das hoffe ich zumindest", so der Sozialwissenschaftler.

Bei der Entscheidung für die Professur an der Hochschule sei zum ersten Mal nicht seine kritische Haltung gegenüber dem Beruf der Motor gewesen, sondern eine grundsätzlich positive. „Auch aus dieser Perspektive ist die Professur für mich etwas Besonderes", so der Vater eines Kindes. Neu sei auch, dass El-Mafaalani erst seit seiner Berufung Münster „bei Tag" kennenlerne. Mit der Stadt hatte ihn bisher vor allem die von Titus Dittmann ausgerichtete Skateboard-Weltmeisterschaft, das Münster Monster Mastership, verbunden.


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