Junge Ingenieurinnen überzeugten mit guten Ideen

VDI Förderpreis ging an Natalie Lüch und Antje Sophia Laura Tiesler


Dr. Lothar Jandel, stellv. Vorsitzender, Prof. Dr.-Ing. Andreas Mitschein, Antje Sophie Laura Tiesler, Dipl.-Ing. Michael Kein, der ausscheidende Vorsitzende, Dipl.-Ing Michael Franke, Schatzmeister, Dr. Andreas Hoffknecht, der neue Vorsitzende, Natalie L
Der Münsterländer Bezirksverein im VDI zeichnet mit dem VDI Förderpreis jährlich besonders gute, praxisorientierte Abschlussarbeiten aus, um junge Ingenieure der Fachhochschule Münster zu fördern. Auf der Auszeichnungsfeier in diesem Jahr (v.l.): Dr. Lothar Jandel, stellvertretender Vorsitzender, Prof. Dr. Andreas Mitschein, Antje Sophie Laura Tiesler, Dipl.-Ing. Michael Kein, der ausscheidende Vorsitzende, Dipl.-Ing. Michael Franke, Schatzmeister, Dr. Andreas Hoffknecht, der neue Vorsitzende, Natalie Lüch und Prof. Dr. Richard Korff. (Foto: VDI Münsterland)

Münster (26. März 2014). Für die Themen ihrer Masterarbeiten erhielten die beiden Absolventinnen der Fachhochschule Münster, Natalie Lüch und Antje Sophia Laura Tiesler, vom Münsterländer Bezirksverein im VDI den Förderpreis. Diesen Preis vergibt der Verein jährlich für besonders gute, praxisorientierte Abschlussarbeiten, um junge Ingenieure der Fachhochschule Münster zu fördern.

Große Chemieanlagen wie Raffinerien werden ständig optimiert. Die Optimierungssysteme sind als mathematische Modelle hinterlegt. Ihre Flexibilität wird aber dadurch eingeschränkt, dass laufend zusätzliche Grenzwerte gesetzt werden müssen, da sich die Anlagenzustände und -spezifikationen oder die Rohölauswahl ändern. Natali Lüch hat in ihrer Masterarbeit am Fachbereich Chemieingenieurwesen untersucht, wie Grenzwerte bei der Rohöldestillation durch regelmäßige Testläufe überprüft werden und wie die Flexibilität der Optimierung erhalten beziehungsweise verbessert werden können. Das Ergebnis: Sie passte durch Testläufe die Grenzwerte an die tatsächlichen Grenzen an, so dass ein größerer Optimierungsraum zur Verfügung steht. „Zusätzlich hat sie ein Muster für die Testläufe entwickelt, mit dem weitere Überprüfungen einfach und ressourcenschonend durchgeführt werden können", erläuterte Prof. Dr. Richard Korff, der die Arbeit „Nachhaltige Erweiterung des LP-Modells einer Erdölraffinerie durch regelmäßige Testläufe am Beispiel der Cutpointflexibilität zwischen Schwerbenzin und Kerosin" betreut hatte. Diese Abschlussarbeit hat auch den Vorstand des Münsterländer Bezirksverein im VDI überzeugt - er zeichnete die junge Ingenieurin mit dem VDI Förderpreis aus.

Über diese mit 500 Euro dotierte Auszeichnung freute sich auch Antje Sophia Laura Tiesler. Die Absolventin des Fachbereichs Bauingenieurwesen erhielt den Preis für ihre Masterarbeit „Nachweis der Kausalität bei einem gestörten Bauablauf". In der von Prof. Dr. Andreas Mitschein betreuten Arbeit beschäftigte sie sich mit den Verantwortlichkeiten beim Verzug von Baumaßnahmen. Anhand ihrer Ergebnisse ist zu erkennen, wer den maßgeblichen Verzug verschuldet und wer welche Ansprüche auf welcher rechtlichen Grundlage hat. Die Ausgangslage ihrer Untersuchungen bildete die Tatsache, dass die Bauzeiten immer kürzer werden, die Wettbewerbsbedingungen immer härter. Der Bauablauf jedoch kann durch unterschiedliche Ursachen und Verursacher gestört werden, wie etwa Schlechtwetter und nicht fertige Vorunternehmerleistungen. Die Folge: steigende Kosten. Tiesler hat nun die rechtlichen Grundlagen analysiert, bekannte Lösungsansätze bewertet und einen Kausalitätsnachweis zur Lösung dieser Probleme erarbeitet. So wird beispielsweise die Auswirkungsdauer der Störung mit Hilfe des modifizierten Ablaufplans ermittelt. Dazu hat sie eine neue Methode entwickelt, die es ermöglicht, die unterschiedlich vereinbarten Ausführungsdauern und die daraus resultierenden Verzugsdauern in einem gesamten Kausalitätsnachweis darzustellen.

„Mit der Preisverleihung wollen wir auch auf die Ingenieurwissenschaften und ihre guten beruflichen Perspektiven aufmerksam machen", erklärt Dipl.-Ing. Michael Kein, Vorsitzender des Münsterländer Bezirksvereins, anlässlich der Preisverleihung in Münster. „Sehen wir uns die demographische Entwicklung an, so ist der Bedarf an Ingenieuren nach wie vor sehr hoch." Jede besetzte Ingenieurstelle ziehe zwei weitere in Forschung und Handel nach sich. „Es ist deshalb auch unter gesamtwirtschaftlicher Perspektive ungeheuer wichtig, junge Menschen zu motivieren, ein Ingenieurstudium aufzunehmen", betonte Kein.

Zum Thema: Der VDI
Der Verein versteht sich als Interessenvertretung der Ingenieure im Münsterland und ist mit mehr als 2.100 Mitgliedern eine regionale Gliederung des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Der VDI gehört mit 152.000 Mitgliedern zu den größten Ingenieurvereinigungen in Europa. Er vertritt die Interessen der Ingenieure in der Politik und bezieht als Sprecher der Ingenieure und der Technik Stellung zu technischen und gesellschaftspolitisch relevanten Themen.


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