„Was darf als Zutat nicht fehlen?“ – „Liebe!“

Absolventen der Fachhochschule Münster eröffnen heute (4. Juni) ein Café in der Wolbecker Straße


(V.l.): Die Existenzgründer Daniel Schlemermeyer, Fabio Balderi und Stefan Oelrich vor ein paar Wochen in dem noch zu renovierenden Café. (Foto: FH Münster/Pressestelle)
(V.l.): Die Existenzgründer Daniel Schlemermeyer, Fabio Balderi und Stefan Oelrich vor ein paar Wochen in dem noch zu renovierenden Café. (Foto: FH Münster/Pressestelle)
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Münster (4. Juni 2014). Cosy statt cool: Statt auf kühles Design setzen Stefan Oelrich, Daniel Schlemermeyer und Fabio Balderi mit dem „Café drei:klang“ auf Gemütlichkeit. Und eins darf bei dem Café der Absolventen der Fachhochschule Münster als Zutat auf keinen Fall fehlen: Liebe. Das Trio bietet Hausmannskost statt Fast Food an. Mit viel Sorgfalt haben die drei Betriebswirte Stullenkreationen ausprobiert, Kaffeesorten gekostet, das Café eigenhändig renoviert, Möbelstücke ausgesucht und Lieferantenbeziehungen in der Region geknüpft. Hinter dem Namen „drei:klang“ verbergen sich neben den drei Besitzern die drei Säulen: Kommunikation, Regionalität und Musik. Heute (4. Juni) öffnet das neue Café in der Wolbecker Straße 36.

Balderi: „Uns ist wichtig, dass alle Produkte aus der Region kommen und hochwertig sind.“ So arbeiten sie beispielsweise mit der "roestbar" als Kaffeelieferanten, lokalen Bauern, der Biobäckerei Cibaria und einer regionalen Molkerei zusammen. Es gibt an jedem Tag jeweils drei Stullenkreationen aus den Bereichen „mit Fleisch“, „vegetarisch“ und „vegan“. Auch hier spiegelt sich das Konzept drei:klang wider. Oelrich: „Mein Favorit ist das Brot mit westfälischem Knochenschinken, Rucola und Bärlauchpesto.“ Schlemermeyer: „Ich finde das vegane Mett sehr lecker.“ Stullen sind für 2,70 bis 3,90 Euro zu haben. Auch werden immer zwei süße Kreationen im Angebot sein.

Angefangen hat alles mit einem Existenzgründerseminar an der Fachhochschule Münster, wo sie ihr Konzept präsentierten. Danach kam der externe Bankberater zu ihnen und sagte: „Ihr Konzept gefällt mir, ich gebe Ihnen einen Ansprechpartner bei der Sparkasse.“ Nach einem Gespräch vor Ort erhielten die drei Gründer einen Kredit für Renovierung und Ausstattung. Als nächstes fiel der Freundin von Schlemermeyer das leere Geschäft in der Wolbecker Straße auf. Sie hakte nach und sprach mit den Vermietern. Oelrich: „Wir haben uns gegen 50 andere Bewerber durchgesetzt, darunter auch große Ketten. Unser Vermieter ist selbst Existenzgründer und fand uns und unsere Idee einfach gut.“

Alle drei haben Betriebswirtschaft studiert, Oelrich und Schlemermeyer an der FH Münster. Was sie verbindet: Auf den klassischen Weg eines BWLers haben alle drei keine Lust. Balderi kommt als einziger aus einer Gastwirtfamilie: „Schon meine Großeltern hatten in Münster ein italienisches Restaurant. Seit ich laufen kann, habe ich dort sieben Tage in der Woche verbracht.“ Der Anspruch der drei Jungunternehmer ist, dass immer einer der Inhaber vor Ort ist. Schlemermeyer: „Der Laden lebt durch uns. Unpersönliche Cafés mögen wir selbst auch nicht.“

Auf die Idee für ihr Café mit Stullenschmiede,  schockgefrosteter Wanddeko, Rokokosofa, Kicker und Luxuskaffeemaschine sind sie gekommen, weil sie überlegt haben, wie ein Ort aussehen würde, wo sie sich wohlfühlen. „Wir selbst sind nicht perfekt, haben Ecken und Kanten, so soll auch unser Café sein“, so Schlemermeyer. Kreative Ideen für Events in der Wolbecker Straße haben sie bereits: Kleine Konzerte, denn Musik spielt in ihrem Leben eine wichtige Rolle, ein Reparaturtag für Laptops, gemeinsames Plätzchenbacken oder auch Fotowettbewerbe sollen im Café drei:klang ihre Heimat finden. Ein perfekter Tag macht für die drei aus, wenn alle Kunden das Café am Ende satt, zufrieden und glücklich verlassen.

Und warum sollte man in der Wolbecker Straße 36 vorbeischauen? „Weil wir die gute, alte Hausmannskost wieder zurückholen und weil man hier in gemütlicher Atmosphäre den besten Kaffee in der ganzen Straße bekommt“, sagt Schlemermeyer mit einem Augenzwinkern.


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