Spezielle Sohle misst Belastungen des Fußes

EXIST-Gründerstipendium unterstützt Absolventen der Fachhochschule Münster auf dem Weg in die Selbstständigkeit


Drei Existenzgründer mit Betreuern im Gründerraum
Nora Dawin, Markus Seeßle und Miriam Altenhöfer (vordere Reihe v.l.) freuen sich über den erfolgreichen Start mit einem EXIST-Gründerstipendium. Unterstützt werden sie auf ihrem Weg von Sandra Fuchs (l.) und Stefan Adam (r.) sowie Prof. Dr. Klaus Peikenkamp, Prof. Dr. Johannes Schwanitz vom Institut für Technische Betriebswirtschaft und Guido Breebaum von der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft im Kreis Steinfurt (v.l.). (Foto: FH Münster/Pressestelle)

Münster/Steinfurt (23. Juli 2014). Die Fachhochschule Münster und ihr Gründungsnetzwerk begleiten ein aussichtsreiches Team auf dem Weg in die Selbstständigkeit: Markus Seeßle, Nora Dawin und Miriam Altenhöfer. Die drei FH-Absolventen haben sich vorgenommen, die „betois"-Sohle zu vermarkten. Die neue Messsohle betois (bending-torsion-insole-system) hilft, Schuhe auf ihre Funktion hin zu überprüfen und die Wirkung der orthopädischen Versorgung nachzuweisen.

„Die Sohle ist für die orthopädieschuhtechnische Branche sehr interessant." Als zukünftige Geschäftsführerin möchte Dawin diese Erfindung gemeinsam mit ihren beiden Mitstreitern vermarkten. Unterstützt werden die drei Jungunternehmer von Sandra Fuchs und Stefan Adam aus der Transferagentur der FH Münster. Sie standen dem Team bei Fragen zur Gründung und der erfolgreichen Beantragung des EXIST-Gründerstipendiums vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zur Seite. Nun nutzen die Jungunternehmer den Gründerraum im GRIPS auf dem Steinfurter Campus. „Erneut ein gutes Beispiel dafür, dass die Gründungsstrategie unserer Hochschule unter Einbindung unserer langjährigen Partner, wie beispielsweise der Wirtschaftsförderung des Kreises Steinfurt, greift", sagt Carsten Schröder, Vizepräsident für Transfer und Partnerschaften der Fachhochschule Münster.

„Die betois-Sohle ermöglicht erstmals eine mehraxiale Untersuchung der Belastung auf den Fuß im Schuh", erklärt Seeßle. Der Bachelorabsolvent und Orthopädie-Techniker wird sich zukünftig der technischen Weiterentwicklung der Sohle widmen. „Durch diese Untersuchung kann die Belastung des Fußes während des gesamten Bewegungsablaufes viel genauer analysiert werden", ergänzt Dawin. Bisher sei nur eine einaxiale Beanspruchung des Fußes, also die senkrecht auf den Fuß wirkende Kraft, messbar gewesen. Die Masterabsolventin war, ebenso wie Seeßle, bei der Forschung und Weiterentwicklung der Sohle aktiv. Als drittes Teammitglied bringt Altenhöfer, Diplom-Betriebswirtin, ihre Management- und Marketingerfahrung mit in das junge Unternehmen.

„Viele Menschen erleiden Schmerzen aufgrund von Fehlhaltungen des Muskel-Skelett-Systems", erklärt Prof. Dr. Klaus Peikenkamp, Leiter des Labors für Biomechanik der Fachhochschule Münster. „Die richtigen Schuhe können den Fuß so stützen, dass dies vermieden wird." In seinem Labor war die Idee zu betois von Thomas Stief, damals Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter, geboren worden. Seit mehr als einem Jahr wird daran intensiv weiter geforscht.
Die Messsohle soll für Funktions- und Wirkungsnachweise eingesetzt werden. Wird sie in den Schuh gelegt, erfassen Dehnungsmessstreifen die Biege- und Torsionsmomente während der Laufbewegung an fünf verschiedenen Stellen im Schuh. Die gemessenen Daten gelangen über eine kabellose Verbindung zum Computer und werden dort mit einer speziellen Software ausgewertet.

Zum Thema:
Das EXIST-Gründerstipendium unterstützt Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die ihre Gründungsidee in einen Businessplan umsetzen möchten.


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