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Sensor misst berührungslos den Durchfluss von Strahlgut

Max Filor legte herausragende praxisnahe Masterarbeit am Fachbereich Maschinenbau ab


Münster/Steinfurt/Emsdetten (18. Februar 2015). Je fester Stahl ist, desto haltbarer ist er. Eine Möglichkeit, ihn zu verfestigen, bietet das Beschießen mit Strahlmittel. So kann beispielsweise die Lebensdauer von Achsfedern, die in Fahrzeugen dauerhaft wechselnden Belastungen ausgesetzt sind, deutlich erhöht werden. Max Filor von der FH Münster ist es in seiner herausragenden Masterarbeit gelungen, einen Sensorprototyp zu entwickeln, der den Durchfluss des Strahlgutes berührungslos misst. Damit lässt sich ein definierter Strahlmittelfluss nachweisen. Prof. Dr. Harald Bösche vom Fachbereich Maschinenbau betreute Filor während seiner Masterarbeit, die dieser in enger Zusammenarbeit mit den Unternehmen trilogik und AGTOS aus Emsdetten anfertigte.

„Wir müssen gewährleisten, dass der Stahl wirklich beschossen und entsprechend verfestigt wurde", erklärt der Leiter Elektro-Engineering bei AGTOS, Jörg Pawig. Mit der Lösung des Problems beauftragte er Dennis Borgmann von trilogik. Schnell war das Thema „Entwicklung eines Sensors zur berührungslosen Messung des Durchflusses von metallischem Strahlgut" formuliert, und Borgmann wandte sich auf der Suche nach einem interessierten Studenten zur Unterstützung an die FH Münster.

„Professor Bösche ist der Netzwerker, der uns alle zusammengebracht hat", betont Borgmann, der sein Examen ebenfalls bei dem Hochschullehrer abgelegt hatte und noch engen Kontakt mit ihm pflegt. Der Hochschullehrer fragte seinen Masterstudenten Max Filor, der sich über das praxisnahe Thema für seine Masterthesis freute. Zunächst baute sich der junge Forscher einen Prüfstand auf und setzte in seiner Versuchsanlage die Idee für den neuen Sensor um.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. „Wir erwarten eine deutlich höhere Messgenauigkeit als dies bei bisherigen Produkten möglich ist", sagt Filor. Denn es sei ein völlig neues Produkt entstanden, da es anders funktioniere als bisherige Messeinrichtungen, betont Frederik Grote von trilogik. Grote hatte Filor bei seiner kniffligen Aufgabe zur Seite gestanden. „Derzeit gibt es nur einen sehr teuren Sensor aus Amerika auf dem Markt, der diese Aufgabe übernehmen kann", sagt Pawig.

Die große Schwierigkeit sei gewesen, dass die Messung unbedingt berührungslos per Sensor stattfinden müsse, weil das Strahlgut sehr fein ist und eine Messung mit beweglicher Mechanik nicht möglich sei. „Das Strahlgut setzt sich schnell in Zwischenräume und blockiert die mechanischen Bauteile", erklärt Pawig. Er ist begeistert, dass es Filor gelungen ist, einen Prototyp für einen solchen Sensor in so kurzer Zeit zu entwickeln. Mit diesem sei es möglich, viel genauer die geforderten Resultate bei der Bearbeitung unterschiedlichster Materialien in Schleuderradstrahlanlagen zu kontrollieren und einzuhalten. Nun wird trilogik noch die Baugröße reduzieren und ein staubdichtes Gehäuse entwickeln, um den Sensor in diesem Jahr einsetzen zu können.

„Ohne die lokale Verbundenheit der Unternehmen aus Emsdetten und den guten Kontakt zur FH Münster wäre das Projekt nicht zustande gekommen", ist sich Borgmann sicher. Auch Bösche hofft, dass es in Zukunft weitere solcher Projekte geben werde.


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