Vom Studienabbruch zum Neuanfang

Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung fördert Projekt „Richtungswechsel“ an der FH Münster


Münster/Steinfurt (7. Juni 2017). Wer über einen Studienabbruch nachdenkt, kämpft womöglich mit Selbstzweifeln und Ängsten vor den Reaktionen anderer. Das Projekt „Richtungswechsel“ der FH Münster will helfen: Es soll zum einen die Situation der Studienzweifler und -aussteiger verbessern sowie gleichzeitig dem Fachkräftemangel in der Region entgegenwirken. Die Idee: Hochschule und Vertreter aus Berufs- und Ausbildungspraxis arbeiten zusammen, um vorhandene Beratungs- und Betreuungsangebote zu optimieren, neue Instrumente zu implementieren und Betroffene in die berufliche Ausbildung zu vermitteln.

„Wir bieten hier an der Hochschule insbesondere in der Zentralen Studienberatung und im Career Service zwar schon viel an, um Betroffenen zu helfen“, sagt Dagmar Sinsbeck, Leiterin des Dezernats Studium und Akademisches. „Doch für uns ist es eine große Herausforderung, Studienzweifler überhaupt zu erreichen. Oftmals ist die Hemmschwelle zu groß, sich Hilfe zu holen.“ Deshalb hat Sinsbeck mit ihrem Team einen Maßnahmenkatalog entwickelt, der auch die Enttabuisierung zum Ziel hat. „Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Wir wollen Aufklärungsarbeit leisten zu Studienabbruch und -wechsel, offen mit dem Thema umgehen und Kompetenzprofile für Betroffene entwickeln, um den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern.“

Ein Studienausstieg habe unterschiedlichste Gründe. Neben zu hohen Anforderungen könnten diese auch unpassende Rahmenbedingungen sein, wie etwa, dass die Erwerbstätigkeit zur Studienfinanzierung zu viel Zeit einnimmt. „Dass ein Studium nicht erfolgreich verläuft, kann auch schlicht an einer falschen Fachwahl liegen oder an unpassenden Strukturen.“

Das Projekt „Richtungswechsel“ stößt bei den Akteuren aus dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt auf großes Interesse. „Wir haben mehrere Kooperationspartner, darunter die Bundesagentur für Arbeit Ahlen-Münster, die Handwerkskammer Münster, die Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen, die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf und verschiedene Wirtschaftsfördergesellschaften. Sie alle sind sehr an dem Projekt interessiert und sehen großen Bedarf“, so Sinsbeck. Wesentliche Ziele seien, das bisher eher lockere Beratungsnetz zu intensivieren, etwaige Lücken zu schließen und ein zielgruppenspezifisches Kommunikationskonzept zu entwickeln.

Das MIWF fördert die FH Münster und weitere ausgewählte Hochschulen innerhalb des Programms „Studienaussteiger/innen NRW“ mit insgesamt 4,6 Millionen Euro. Die FH Münster richtet eine Projektstelle für drei Jahre ein und erhält beratende Unterstützung durch ein externes Institut.


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