FH Münster wird als erste Hochschule systemreakkreditiert

Premiere für ein deutschlandweit bislang einmaliges Vorhaben


Prof. Dr. Ute von Lojewski, Prof. Dr. Reinhold Grimm
Auf der Sitzung der QM-Beauftragten überreichte der Akkreditierungsratsvorsitzende, Prof. Dr. Reinhold Grimm, die Urkunde zur Systemreakkreditierung an die FH-Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski. (Foto: FH Münster/Pressestelle)
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Münster (14. Juli 2017). Im November 2011 hatte die FH Münster als erste Fachhochschule in Deutschland den Prozess der Systemakkreditierung erfolgreich absolviert – der Vorteil: „Ein großes Stück Autonomie“, wie FH-Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski darauf in einer ersten Stellungnahme erklärte. „Wir können im Gegensatz zu anderen Hochschulen künftig unsere Studiengänge selbst akkreditieren – ohne Begutachtung durch externe Agenturen.“ Denn stimmt das Qualitätsmanagement (QM) einer Hochschule, entsprechen auch die daraus hervorgehenden Studiengänge den Anforderungen.

Nun wird die FH Münster als erste deutsche Hochschule systemreakkreditiert. „Eigentlich hätten wir 2018 das übliche Verfahren zur Reakkreditierung unserer Hochschule angestoßen“, berichtet von Lojewski. Die Hochschule habe aber dem Akkreditierungsrat einen Modus vorgeschlagen, der nicht nur das offizielle Siegel beschert, sondern tatsächlich neue Impulse für das QM-System verspreche. „Ihrem Vorschlag haben wir gern entsprochen“, sagte Prof. Dr. Reinhold Grimm, Vorsitzender des Akkreditierungsrates. Er war bei der heutigen Sitzung der QM-Beauftragten aus den Fachbereichen zu Gast und überreichte die Urkunde zur Systemreakkreditierung. „Von diesem Prozess werden nicht nur Ihre Lehrenden und vor allem Studierenden profitieren, sondern sicher auch weitere Hochschulen, die Ihrem Vorbild folgen möchten.“

Mit ganz wenigen Ausnahmen, zum Beispiel im Lehramt, trägt die FH Münster also auch bis 2026 allein die Verantwortung für die Qualitätsentwicklung ihrer Studiengänge. Die Idee, die dahintersteckt, hat den Akkreditierungsrat überzeugt: In ihrer „kumulativen Systemreakkreditierung“ initiiert die Hochschule zweijährige Entwicklungszyklen zu unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten. Das sind zum Beispiel didaktische Fragestellungen oder die strategische Verankerung des Studienangebots. „Der große Vorteil besteht darin, selbst zu hinterfragen, wie weit uns die bisherigen QM-Instrumente den erhofften Nutzen gebracht haben“, erklärt Dr. Annika Boentert, Geschäftsführerin vom „Wandelwerk – Zentrum für Qualitätsentwicklung“ an der FH Münster. „Mit externer Beratung entscheiden wir dann, was wir verbessern möchten.“ Gleichzeitig erspart sich die Hochschule die aufwändigen Begehungen im achtjährigen Rhythmus, bei der alle Themen auf einmal bearbeitet werden. Das Konzept hat das Wandelwerk gemeinsam mit der Hochschulleitung, dem QM-Team, den Dekanen und den QM-Beauftragten entwickelt.

Zum Thema: Die Systemakkreditierung bietet Hochschulen die Möglichkeit, ihr Konzept zur Qualitätssicherung in Studium und Lehre prüfen zu lassen. Dabei muss der Nachweis erbracht werden, dass das System der Hochschule die Einhaltung der formalen Vorgaben für Bachelor- und Masterstudiengänge sicherstellt und die gleiche Qualität gewährleistet wie bei der Akkreditierung von einzelnen Studienprogrammen durch externe Agenturen. Die Hürde, als Hochschule für eine solch ganzheitliche Beurteilung in Betracht zu kommen, ist immens hoch.


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