Wissen schaffen, bündeln und behalten

Steinfurter Campus Cluster (SCC) verbessert Lehre und Forschung an der FH Münster


Studierende am PC
Studierende der FH Münster, die sich in Praktika befinden oder an ihrer Abschlussarbeit schreiben, können sich ebenfalls für den Steinfurter Campus Cluster (SCC) freischalten lassen. (Foto: FH Münster/Pressestelle)

Münster/Steinfurt (11. August 2017). Wissen schaffen, bündeln, es anderen zugänglich machen und es dadurch an der Hochschule halten – das ist das Ziel des Steinfurter Campus Cluster (SCC) der FH Münster. Bei dem fachbereichsübergreifenden Projekt handelt es sich um einen Großrechner, dem sogenannten Cluster, auf dem Doktoranden, Mitarbeiter, Studierende und Professoren an ihren Forschungsprojekten arbeiten können. Sie finden dort freie Software für Simulationsrechnungen, Messdatenverarbeitung und Software zum Erstellen von wissenschaftlichen Publikationen.

Entwickelt wurde der Cluster am Fachbereich Physikalische Technik, genutzt wird er seit kurzem von allen technischen Fachbereichen auf dem Steinfurter Campus sowie vom Institut für Technische Betriebswirtschaft (ITB). „Damit haben wir endlich einen großen Wissensumschlagplatz geschaffen,“ sagt Prof. Dr. Joachim Nellessen, der das Projekt gemeinsam mit Prof. Dr. Klaus Morawetz koordiniert.

„Rechencluster haben viele andere Hochschulen zwar auch“, sagt Markus Gilbert vom Fachbereich Physikalische Technik der FH Münster, der das SCC-Projekt betreut. „Besonders bei uns ist, dass die Forscher den Cluster als individuell konfigurierte, wissenschaftliche Workstation jederzeit frei nutzen können. Dabei verwenden und erweitern sie einen gemeinsamen Cluster-Wissenspool in Form von Anleitungen, Beispielen und Artikeldatenbanken“, so der Physiker. Auf den Campus Cluster greifen auch externe Forscher zu, wodurch die Arbeit an gemeinsamen Projekten vereinfacht wird. Und er ist den Studierenden in Praktika oder während des Schreibens ihrer Abschlussarbeit freigeschaltet.

„Unsere Studierenden arbeiten dadurch mit der aktuellsten wissenschaftlichen und freien Software“, sagt Prof. Dr. Hans-Christoph Mertins vom Fachbereich Physikalische Technik. Möglich sei das, weil die meisten der auf dem Cluster installierten Softwarepakete weltweit an Hochschulen entwickelt wurden und daher kostenfrei sind, auch für den Einsatz in Forschungs- und Entwicklungsprojekten. „Dank der Bedienungsanleitungen und Anwendungsbeispiele auf dem Cluster lernen sie, diese Programme richtig anzuwenden. Dieses Wissen benötigen sie später im Berufsleben.“ Neben den freien Paketen stehen auch die gängigen kostenpflichtigen Programme, wie Matlab und Mathematika, zur Verfügung, für die bereits Hochschullizenzen existieren.

Der Campus Cluster besteht aus einem Hauptcomputer, der einen Großteil seiner Rechenleistung auf viele Einzelcomputer, sogenannte Nodes, verteilt. Wer damit arbeiten möchte, muss sich – nach Freischaltung durch Markus Gilbert – einloggen. Anschließend erhält der Nutzer Zugang zu einem virtuellen Bildschirm. „Im Prinzip ist das wie ein dynamisch skalierbarer Großrechner, der neben umfangreichen Parallelrechenprojekten auch individuelle Arbeitsplätze als virtuelle Desktops zur Verfügung stellt“, erklärt Gilbert. Und das ist unabhängig vom Gerät möglich. „Egal ob PC, Laptop oder Tablet – der Login funktioniert.“


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