Mit dem E-Longboard durch Steinfurt

Elektrotechnikstudent der FH Münster sah Video und begann mit dem Nachbau


Münster/Steinfurt (22. August 2017). Es sieht fast so aus wie ein normales Longboard, rollt aber dank eines Elektromotors und ist deshalb prima auch für lange Strecken geeignet: das E-Longboard. Wie gut sich damit fahren lässt, sah Vincent Fartmann im Internet – und beschloss daraufhin, selbst eins nachzubauen und mit einigen zusätzlichen technischen Besonderheiten, wie einer Lagevorrichtung für USB-Geräte und einer Energierückgewinnung zur Aufladung des Akkus auszustatten.

„Ich fand es einfach cool und wollte es deshalb unbedingt nachbauen“, sagt Fartmann, der Elektrotechnik an der FH Münster studiert. Also recherchierte er online nach den entsprechenden Bauteilen, kaufte ein Longboard, einen Motor, den dazugehörigen Regler sowie eine Fernbedienung und begann mit den Umbaumaßnahmen. Beim Motor entschied er sich für einen bürstenlosen Motor, da dieser robuster und energieeffizienter ist. „Der mechanische Aufbau des Motors ist einfacher, da keine Bürsten und Schleifringe benötigt werden und somit auch kein Bürstenfeuer entstehen kann“, erklärt Fartmann. Die Ansteuerung des bürstenlosen Motors sei zwar etwas aufwendiger, aber die Lebensdauer des Systems sei höher als bei den sonst meist verwendeten Bürstenmotoren. „Ich habe den Motor an einer Edelstahlplatte befestigt und ihn über Scheiben und Riemen mit den Rädern des Longboards verbunden.“

Die Technik und die Lithium-Polymer-Akkus verstecken sich in weißen Gehäusen, die er mit seinem 3D-Drucker zuhause hergestellt hat. „Dadurch konnte ich es optimieren und ganz genau bestimmen, wie es aussehen soll.“ Außerdem montierte er einen An- und Ausschaltknopf sowie einen USB-Anschluss zum Aufladen seines Handys. Letzterer sei nur Spielerei, so Fartmann. „Ich dachte mir, dass könnte ganz nützlich sein, da ich durch die Akkus sowieso genug Energie zur Verfügung habe.“ Die werden nämlich beim Bremsen wieder nachgeladen, denn dann fließt automatisch überschüssige Energie zurück.

Rund vier Wochen lang investierte der 23-Jährige seine Freizeit für das Projekt. Viele Berührungspunkte zu seinem Studium waren trotzdem gegeben. „Bei dem Motorregler und der Antriebstechnik hat mir das Wissen aus den Vorlesungen natürlich geholfen. Ich studiere nämlich in der Vertiefungsrichtung ‚Embedded Engineering‘, da geht’s unter anderem um Schaltungstechnik.“

Nun rollt Fartmann immer wieder mit seinem E-Longboard durch Steinfurt. Mit der Fernbedienung bremst er und gibt Gas. „Das Ding ist mit rund vier Kilowatt Leistung relativ schnell, weshalb natürlich Aufpassen angesagt ist.“ Für den Straßenverkehr ist die Geschwindigkeit auf sechs Stundenkilometer gedrosselt, um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. „Auf privaten Flächen darf man auch schneller fahren – denn es kann eine Geschwindigkeit von 35 Stundenkilometern erreichen“, sagt Fartmann. Je nach Fahrweise reicht die Ladung der Akkus für rund 10 bis 15 Kilometer.

Und Pläne für die Optimierung seines Projekts hat er auch schon. „Momentan überlege ich, noch LED-Scheinwerfer anzubringen und ein Display für Informationen in die Fernbedienung einzubauen“, so der Student. „Irgendwie geht die Arbeit daran immer weiter, da mir immer neue Ideen einfallen, obwohl ich vorher nie Skatebord oder E-Longboard gefahren bin.“ Einen bleibenden Eindruck hat er damit auch bei seinem Professor Dr. Peter Glösekötter hinterlassen: „Ich kann mir gut vorstellen, dass ich daraus mal ein Projektmanagementseminar mache, bei dem die Studierenden selbst ein E-Longboard bauen“, so der Hochschullehrer.


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