Verliebt, verlobt – gestresst?

Dorothee Schuhmann von der FH Münster hilft mit einem Kommunikationsspiel bei der individuellen Hochzeitsplanung


Aufgefächerte Beispielkarten
Kärtchen mit mal heiteren, mal tiefgehenden Fragen regen Paare an, tiefer ins Gespräch einzusteigen – und ihre Hochzeitswünsche gemeinsam zu entwickeln. (Foto: FH Münster/Pressestelle)
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Münster (6. Dezember 2017). Magazine, Messen, Fernseh-Soaps – das Thema Hochzeit ist allgegenwärtig und stürzt potenzielle Ja-Sager-Paare in eine Flut von Inspirationen. Und manche auch in eine Organisationskrise, wenn überall Checklisten winken mit Dingen, die man beim Planen der großen Feier auf jeden Fall beachten sollte. Abhilfe schafft ein Kommunikationsspiel, das Dorothee Schuhmann in ihrer Bachelorarbeit am Fachbereich Design der FH Münster entwickelt hat: „Ja, ich will. Und was willst du?“

„Ich habe selbst vor drei Jahren geheiratet und war schon auf vielen Hochzeiten“, erzählt die Absolventin. „Aus eigener Erfahrung und Gesprächen kann ich mich gut in hochzeitsplanende Paare hineinversetzen. So unterschiedlich wie die Paare sind auch ihre Ideen, Fragen, Vorstellungen, Meinungen und Erwartungen.“ Genau an diesem Punkt setzt das Kommunikationsspiel an. „Ich will Raum schaffen für individuelle Vorstellungen von der eigenen Hochzeit, und Paare zum gemeinsamen Träumen und Erzählen zusammenbringen“, erklärt Schuhmann. „Sie werden angeregt, spielerisch den Blick auf sich selbst, den Partner, die Beziehung und die Hochzeit zu werfen.“

Gesprächsimpulse liefern bunte Karten mit Fragen in vier Kategorien: Über dich, Über uns, Hochzeit und Tipps. „Die Fragen sind nicht so alltäglich, gehen durchaus auch in die Tiefe“, sagt Schuhmann. Was verbindet uns als Paar? Wie kann ich dir diese Woche meine Liebe zeigen? Worauf freust du dich bei unserer Hochzeit am meisten? „Sie sollen das Gespräch anregen und Antworten schärfen auf die Frage ,Was spiegelt uns als Paar wider?‘ Daraus lassen sich wiederum Antworten auf die Frage ,Welche Hochzeit verkörpert uns?‘ entwickeln.“

Wie die einzelnen Paare mit dem Kommunikationsspiel umgehen, ist genau wie die Hochzeit und damit verbundene Werte völlig unterschiedlich. Schuhmann hat in der Entwicklungsphase Paare mit ins Boot geholt, die das Kommunikationsspiel getestet haben. Manche sind die Rubriken nacheinander durchgegangen, andere haben zufällig Karten gezogen oder auch die Box mit ins Café genommen. „Ich finde es schön, wie frei die Paare mit dem Kommunikationsspiel umgehen. Ganz bewusst habe ich auf Spielregeln, ein Brett oder dergleichen verzichtet – das Reduzierte spiegelt sich auch im Design der Holzbox und der Fragekärtchen wider. In der Gestaltung sowie im Gespräch geht es um Ehrlichkeit, Echtheit und Klarheit.“

Dass aus ihrem großen Interesse für Hochzeiten tatsächlich einmal eine Bachelorarbeit inklusive Gründung der Marke „Herz im Spiel“ stehen würde, damit hatte die 24-Jährige am Anfang nicht unbedingt gerechnet. „Mein Gründungswunsch hat sich im letzten Jahr bei der Konzeption entwickelt“, berichtet Schuhmann. „Ich habe viel Herzblut in das Projekt gesteckt und es entwickelt, damit es unter Menschen kommt und nicht in der Schublade verschwindet.“

Unterstützung hat sie sich unter anderem bei der Gründungsberatung der FH Münster geholt. „Die FH Münster möchte Gründern den Start in den Beruf erleichtern und bietet daher diverse Angebote zu den Themen Gründen und Selbständigkeit an“, sagt Sandra Fuchs, Gründungscoach der FH Münster. Die Beratung ist je nach Idee, Produkt und Projekt ganz individuell. „Gerade im Designbereich sind Schutzrechte ein großes Thema, da hat mir Patentscout Thomas Jansen sehr geholfen“, berichtet Schuhmann.


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