Auf die Mischung kommt es an

Produktentwicklung mit lebensmitteltechnologischem Know-how aus der FH Münster


Prof. Dr. Guido Ritter (2. v. l.) und die Studierenden Alexander Gelhaus (l.), Sven Dütting (r.) und Lea Brockhaus (2. v. r.) von der FH Münster haben Ulrike Koberg (3. v. r.) und Patricia Dimitrievik geholfen, ihre Nusspasten zu optimieren.
Eine produktive Zusammenarbeit: Prof. Dr. Guido Ritter (2. v. l.) und die Studierenden Alexander Gelhaus (l.), Sven Dütting (r.) und Lea Brockhaus (2. v. r.) von der FH Münster haben Ulrike Koberg (3. v. r.) und Patricia Dimitrievik geholfen, ihre Nusspasten zu optimieren. (Foto: FH Münster/FB Oecotrophologie – Facility Management)

Münster (8. Februar 2018). Das hatte Alexander Gelhaus sich etwas einfacher vorgestellt. Schließlich hatte er schon die Seminare in Chemie, Verfahrenstechnik und Lebensmitteltechnologie durchlaufen. „Aber wie aufwendig und komplex Produktentwicklung ist, erfährt man erst in der Anwendung. Ich habe so einiges dabei gelernt“, sagt der Oecotrophologie-Student der FH Münster. Nun freut er sich mit seinen Kommilitonen darüber, dass sie die marktreifen Lebensmittel, an denen sie mitgearbeitet haben, in Händen halten können.

Die Unternehmerin Ulrike Koberg war an Prof. Dr. Guido Ritter, den wissenschaftlichen Leiter vom food lab muenster, herangetreten. Kleinen und mittleren Unternehmen bietet das NRW-Wissenschaftsministerium nämlich Innovationsgutscheine an, die ihnen die Türen zu Forschungslaboren öffnen. Koberg hatte zuvor in Eigenregie Nusspasten entwickelt, doch so ganz war sie noch nicht mit Geschmack und Konsistenz der Produkte zufrieden. Sie sollten etwas verfeinert werden. Insbesondere der Absatz der Ölphase in den Gläsern störte noch.

Ritter vergab Projektarbeiten an vier Studierende des Fachbereichs Oecotrophologie – Facility Management. Gelhaus übernahm die Aufgabe, die Nusspasten in der Konsistenz zu optimieren. „Leichter gesagt als getan“, erzählt der Student. Denn die große Herausforderung war, den Geschmack im Blick zu haben und auch noch die mikrobiologische Qualität zu wahren. Stunde um Stunde verbrachte er mit Versuchen im Labor. Immer wenn er nicht weiterwusste, wandte er sich mit Fragen an Ritter und seinen Mitarbeiter Albrecht Fleischer.

„Der Durchbruch war die Aktivierung der nusseigenen Emulgatoren“, sagt er. Doch schmeckte das Ganze auch? Und wie sollte das Produkt beim Konsumenten ankommen? Dazu führten die Oecotrophologie-Studierenden Lea Brockhaus, Sven Dütting und Sandra Turowski eine Reihe von Akzeptanztests im Sensoriklabor durch.

Den Geschmack der Nusspasten „Aurelia“, „Peppa“ und „Thaila“ beschreibt Koberg selbst als besonders würzig. Üblicherweise seien vor allem süße Nusspasten oder Nusspasten pur auf dem Markt. „In Peppa haben wir zwar Süße, aber gleichzeitig auch einen pikanten Geschmack, auch als swavory bekannt“, sagt Koberg.

Über ihr Start-up „Nuts 'n Spicy“ vertreibt sie die drei Sorten aus Cashewkernen, Erdnüssen, Sonnenblumenkernen, Weinbeeren, Cranberrys, Aprikosen und Gewürzen. „Alles mit natürlichen Zutaten, vegan und in Bioqualität“, sagt Koberg. Die überarbeiteten Pasten will die Oberhausenerin Mitte Februar in Nürnberg auf der Biofach, der internationalen Messe für Biolebensmittel, präsentieren.


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