Sogar Wasabi-Gegner werden bei seiner Suppe schwach

FH-Student Joshua Lommes ist Teilnehmer und Wochengewinner der ZDF-Küchenschlacht


Münster/Steinfurt (9. Februar 2018). Das Öl knistert in der Pfanne, Zucchini und Schinken liegen bereit, die Konzentration steigt. Joshua Lommes nimmt seinen Platz am Herd ein. Und dann: „Action!“ Ab jetzt hat er 35 Minuten Zeit zu kochen – in der ZDF-Küchenschlacht. Der Student vom Fachbereich Chemieingenieurwesen der FH Münster war diese Woche Teilnehmer der TV-Show und hat sich im Finale zum Sieg gekocht.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich so weit komme oder gar gewinne“, sagt der 23-Jährige. „Zuhause habe ich auch nur die ersten drei Runden probegekocht. Das würde locker reichen, habe ich gedacht.“ Aber Lommes hat Koch-Juror Christoph Rüffer so sehr mit seinem in Rotwein gekochtem Züricher Geschnetzelten und Kartoffelrösti – zum Motto „Hüttengaudi“ – überzeugt, dass es am Mittwoch schnurstracks in Runde vier ging. Zuvor hatte Lommes mit seinem Leibgericht, das immer am Tag eins der Woche gekocht wird, Schweinefilet mit gebackenen Rosmarin-Pflaumen und Speckkartoffeln, überzeugt. Und auch mit seiner Dienstags-Vorspeise Zucchini-Wasabi-Suppe mit Bresaola-Schinken punktete er, sogar bei Koch-Juror Stefan Marquard, der sich als eigentlicher Wasabi-Gegner entpuppte. Am Donnerstag zauberte Lommes dann Hauptgang und Dessert: Gratiniertes Kalbsmedaillon mit Rahmspinat und Himbeer-Joghurt-Creme. Dabei darf man nicht vergessen, dass das Ganze nach wie vor in 35 Minuten auf dem Teller angerichtet sein muss.

Sein Wissen zum Kochen, Grundlagen und deftig-deutsch, das alles hat er vor allem von seinem Opa gelernt. „Kochen ist in unserer Familie Männersache“, erklärt Lommes, der in Hamm aufgewachsen ist und jetzt in Burgsteinfurt wohnt. Irgendwann wollte er mehr ausprobieren, kombinierte selbst Zutaten, wagte sich an außergewöhnliche Gewürze. „Am liebsten esse ich mediterran. Die spanische Küche mit Tapas und Paella hat es mir angetan. Aber in Spanien schmeckt das irgendwie dreimal besser als hier.“

Im Finale am Freitag musste Lommes dann ein Gericht des Moderators nachkochen: Gefüllte Perlhuhnbrust mit selbstgemachten Salbei-Gnocchis und Pancetta-Schaum. Auch wenn ihm der Großteil der Gnocchis zerfiel und letztendlich nur vier heile Exemplare auf dem Teller der Jury landeten, gewann er den Wochentitel – das Fleisch seiner Gegenköchin war nicht einhundertprozentig gar. Bei Hühnchen ein No-Go.

Gedreht wurde das Ganze allerdings schon Anfang Dezember. Dazu war Lommes drei Tage in Hamburg im Studio, zwei Folgen standen pro Tag auf dem Programm. „Das ist zwar anstrengend, macht aber echt viel Spaß! Und ich wollte das gerne mal miterleben, ich schaue die Küchenschlacht schon seit der Schulzeit.“ Anfang März wird er wieder nach Hamburg fahren und die Championsweek drehen, bei der sechs Wochengewinner um einen begehrten Platz im Jahresfinale gegeneinander kochen.

Danach geht es natürlich wieder nach Steinfurt zur Vorlesung: Lommes studiert im vierten Fachsemester Chemieingenieurwesen und sieht Parallelen zwischen Studium und Kochen. „In der Küche hast du ein Rezept, die Zutaten und ein paar Regeln, und du weißt, was dabei herauskommen soll. Das ist in der Chemie genauso – dazwischen musst du schauen, wie du’s hinbekommst. Nur das Probieren, das sollte man in der Chemie besser bleiben lassen!“


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