Flugzeug, Traktor, Mofa – Hauptsache Maschine

Dr. Hilmar Apmann wird Professor für Fertigungstechnik an der FH Münster / Seine Spezialität: Leichtbau


Porträt Prof. Dr. Hilmar Apmann
Prof. Dr.-Ing Hilmar Apmann ist neu an der FH Münster und forscht und lehrt am Steinfurter Fachbereich Maschinenbau. (Foto: FH Münster/Wilfried Gerharz)

Münster/Steinfurt (14. März 2018). Es wirkt fast skurril, wenn Prof. Dr.-Ing. Hilmar Apmann von Leichtbau spricht – und eigentlich große und schwere Flugzeuge meint. Obwohl Airbusse gut und gerne eine dreistellige Tonnenzahl wiegen, ist der Leichtbau oberste Maxime bei Flugzeugen. „Denn sie dürfen nicht zu schwer werden, da sie sonst im Betrieb zu teuer sind“, sagt Apmann. Und das betrifft nicht nur Flugzeuge, sondern auch andere Maschinen. Bei Premium Aerotec hat Apmann dafür gesorgt, dass Fertigungsverfahren genau dafür entwickelt werden: Gewicht einzusparen. Gut 13 Jahre lang. Zum Schluss kamen dabei auch 3-D-Drucker zum Einsatz. Jetzt verändert sich der 49-Jährige beruflich noch einmal: Er wurde nämlich zum Sommersemester an den Fachbereich Maschinenbau der FH Münster berufen.

Eingeplant ist er dort für die Vorlesungen „Werkzeugmaschinen“ sowie „Fertigungsverfahren I und II“. „Ich kann von einer großen Palette an Fertigungsverfahren berichten“, so Apmann. Seine Diplomarbeit schrieb er über Lasermaterialbearbeitung und deren Überwachung bei Volvo, in der Doktorarbeit an der Universität Hannover thematisierte er Schleifverfahren in der Gesteinsverarbeitung – knöpfte sich zum Beispiel Stahlbeton und dessen Rückbau bei Atomkraftwerken vor. Dieses Wissen wolle er seinen Studierenden um einen „großen Blumenstrauß an Geschichten“ ergänzen. „Ich war selbst auf zig Vorträgen, wenn man sich nur Formeln anhören muss, schaltet man irgendwann ab“, sagt Apmann ehrlich. „Und bei Premium Aeroctec habe ich viele Abschlussarbeiten betreut, weil ich schon immer gesagt habe: Studierende bringen uns voran. Daher kenne ich das Arbeitsleben mit ihnen.“ Und der zweifache Familienvater weiß selbst noch allzu gut, wie er in jungen Jahren Ingenieur werden wollte: „Mit 15 habe ich am Mofa gebastelt, mit 16 einen Traktorführerschein gemacht. Mit 18 Jahren dann am Auto herumgeschraubt – das Interesse war schon immer da!“

In Sachen Forschung hat Apmann bereits bewiesen, dass er aktiv ist: Er möchte labor- und fachbereichsübergreifend arbeiten und wird als erstes zusammen mit Kollegen aus der Konstruktion und Werkstofftechnik einen Metall-3-D-Drucker anschaffen. Mit ihm lassen sich Bauteile hochwertig aus Metall drucken, bislang bestehen sie aus verschiedenen Kunststoffarten. „Wir müssen alle über den Tellerrand gucken, denn hier kann ja jeder etwas besonders gut. Zusammen wird es gut klappen, sonst kommen wir nicht weit!“

Von weit her kommt Apmann auch privat nicht: Zwar wohnt er mit seiner Familie in Oldenburg, aber auch in Münster hat er Freunde. Bis zur Arbeit braucht er ab sofort nur noch fünf Minuten zu Fuß, schnell hat er eine Wohnung in der Nähe des Steinfurter Campus der FH Münster gefunden. Und wenn er mal ein Wochenende hier verbringt und nicht nach Oldenburg pendelt, wird ihm auch nicht langweilig: Er kocht und backt gerne, oder geht schwimmen und Fahrradfahren. „Das geht hier natürlich sehr gut – nur zum Segeln muss ich nach wie vor ans Meer fahren!“


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