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Wenn Nachbarn zu Nothelfern werden

Projekt Sturzmanagement der FH Münster will bürgerschaftliches Engagement fördern


Münster/Metelen (22. Oktober 2018). Es ist Nacht, und der ältere Herr hat Durst. Als er sich auf den Weg zur Küche macht, passiert es: Er fällt hin und schafft es allein nicht wieder aufzustehen. Völlig hilflos liegt er in der Wohnung, Hilfe ist nicht in Sicht. Unterstützung kann durch professionelle Dienstleister erfolgen. Das Projekt „Sturzmanagement“ am Fachbereich Gesundheit der FH Münster will einen etwas anderen Weg bestreiten. Die Idee: Menschen in nächster Umgebung agieren als Nothelfer und eilen zu gestürzten Personen, um sie aus der misslichen Lage wieder herauszuholen. Der Kreissportbund Steinfurt e.V. und drei Modellkommunen im Münsterland machen mit – neben Hörstel und Horstmar ist das Metelen. Dort hat das Projektteam um Britta Magers und Kerstin Wippermann unter Leitung von Prof. Dr. Anke Menzel-Begemann nun kräftig Werbung gemacht.

„Unser Projekt lebt vom Mitmachen“, sagt Magers. „Wir brauchen Aufmerksamkeit, um das bürgerschaftliche Engagement zu fördern.“ Deshalb stand das Team zwei Tage lang auf dem Fettmarkt in Metelen und informierte über das Sturzmanagement-Projekt. „Die Resonanz war sehr gut, viele haben uns angesprochen und waren sehr interessiert“, so Magers. Wer wollte, konnte beim „Fall Metelen“ mitmachen. Dabei spielte das Team verschiedene Kurzhörspiele ab, Szenarien aus unterschiedlichen Blickwinkeln – entweder der einer gestürzten Person oder die Sicht eines Helfers. Anschließend sollten die Teilnehmer einige Fragen beantworten und sich dadurch aktiv mit dem Gehörten auseinandersetzen. „Viele haben dann ein Kontaktformular ausgefüllt, um auf dem Laufenden zu bleiben. Denn wir wollen einen Bürgerdialog aufbauen, aus dem langfristig ein Beziehungsnetzwerk entstehen soll.“

Bis es so weit ist, müssen noch einige Fragen diskutiert werden. „Ein Problem ist zum Beispiel, wie der Helfer Zugang zur Wohnung erhält. Die Tür ist schließlich verschlossen“, so Magers. Fragen wie diese zu klären, auch das sei Bestandteil des Projekts – natürlich unter Berücksichtigung rechtlicher Aspekte. Dass ein Helfer vom Sturz einer Person erfährt, ist dank moderner Technik möglich. „Diese Systeme erkennen, wenn jemand fällt. Und sie melden das automatisch an das Smartphone des Helfers.“ Auf dem Markt seien solche Systeme fest etabliert und für das Projekt Sturzmanagement wolle das Team diese nutzen.

Wer sich für das Projekt interessiert und mitmachen möchte, findet unter www.fhms.eu/stu.be weitere Informationen.

 

Zum Thema: Das Sturzmanagement ist eines von 13 Teilvorhaben des Projekts „münster.land.leben“. Dieses nimmt neben der Gesundheitsversorgung weitere große gesellschaftliche Herausforderungen ins Visier: die Teilhabe und das Wohlbefinden im ruralen Raum. Damit setzt sich die FH Münster gemeinsam mit mehr als 75 Partnern aus der Region auseinander. Gefördert wird „münster.land.leben“ von der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“.


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