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Interprofessionelles Arbeiten im Gesundheitswesen

Start der dreiteiligen Reihe „After-Work-Lecture Therapie“ an der FH Münster


Münster (15. März 2019). Wissenschaft und Praxis stärker miteinander zu vernetzen – dieses Ziel verfolgt der Fachbereich Gesundheit der FH Münster in vielfältigen Veranstaltungskonzepten. Nun ist auf Initiative von Prof. Dr. Friederike Störkel, Dr. Marion Grafe und Dr. Anja Fiori ein weiteres hinzugekommen: die dreiteilige Reihe „After-Work-Lecture Therapie“. Sie ist gestern (14. März) gestartet unter dem Motto „Interprofessionelles Arbeiten – (k)ein Thema“.

Denn im sich wandelnden Gesundheitswesen wird es immer wichtiger, dass mehrere Fachdisziplinen zusammenarbeiten – zum Nutzen der Patienten. Gute interprofessionelle Zusammenarbeit nimmt daher eine Schlüsselfunktion ein. Deshalb gibt es immer mehr Bildungsangebote mit genau dieser Zielsetzung. Aber wie sieht es eigentlich in der Praxis aus? Dazu referierten Christian Rauscher, Rückenzentrum St. Georg in der Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg, Christiane Mais, Aphasiker-Zentrum NRW, Essen, und Karin Neidhard, Ergotherapeutische Praxis Christa Middendorf, Essen. „Wir haben bewusst drei sehr unterschiedliche Referenten eingeladen, um die verschiedenen therapeutischen Berufsgruppen abzubilden: Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie“, sagte Dr. Anja Fiori, die am Fachbereich Gesundheit Logopädie lehrt. Dass es zwischen ihnen Redebedarf gibt, wurde schnell deutlich. „Im Gesundheitswesen ist es problematisch, wenn einzelne Fachdisziplinen in getrennten Welten agieren. Denn dann gibt es keine Schnittstellenkommunikation. Genau die ist aber notwendig, weil nur so Absprachen besser funktionieren und eine patientenorientierte Behandlung möglich ist.“

Miteinander reden – wie erfolgreich das sein kann, zeigten die Referenten in ihren Vorträgen. Rauscher machte am Beispiel seiner Tätigkeit deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit von Ärzten, Physiotherapeuten und Psychologen für einen gelungenen Reha-Prozess in der multimodalen Schmerzbehandlung ist. Mais berichtete vom Essener Arbeitskreis Neurorehabilitation (ean), den sie gegründet hat, um Vertreter aus akutstationärer, rehabilitativer und ambulanter Versorgung von Patienten mit chronischen neurologischen Erkrankungen an einen Tisch zu bringen. So gewinnen alle Professionen gegenseitig wichtige Einblicke in ihre Arbeit und können gemeinsam ein verbessertes Ineinandergreifen der unterschiedlichen Behandlungs- und Versorgungsformen erreichen. Und Neidhard stellte ein Fallbeispiel vor, bei dem eine Patientin nach einer schweren Gehirnblutung mit langer Wachkoma-Phase nach intensiver ambulanter Rehabilitation inzwischen über einen Wiedereinstieg ins Berufsleben nachdenkt. „Ohne die enge und engagierte Zusammenarbeit von Neurologen, Therapeuten und Pflegenden wäre das nicht möglich gewesen“, so Fiori.

Nach den 15-minütigen Impulsvorträgen der Referenten folgte der fachliche Austausch an verschiedenen Thementischen. Da ging es zum Beispiel um gute Zusammenarbeit aus Patientensicht, Wünsche an andere beteiligte Professionen und welche Strukturen oder Rahmenbedingungen ein Kooperieren überhaupt erst ermöglichen. Rund 30 Teilnehmer waren dabei und diskutierten engagiert über Lösungsmöglichkeiten für die Zukunft „Das ist für uns ein sehr gelungener Auftakt“, sagte Fiori.

Die nächste Veranstaltung aus der Reihe „After-Work-Lecture Therapie“ findet am 7. Mai statt, 17 Uhr, Johann-Krane-Weg 21, zum Thema „Interaktion als Intervention“. Wer teilnehmen möchte, muss sich online anmelden unter www.fhms.eu/25-jahre-msh.

 

Zum Thema:
Die Reihe „After-Work-Lecture Therapie“ ist eine der Veranstaltungen, mit denen der Fachbereich Gesundheit an der FH Münster 2019 seinen Geburtstag feiert: Er wird 25 Jahre alt. Alle Termine des Jubiläumsjahres finden sich online unter www.fhms.eu/25-jahre-msh.


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