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Wärmewende im Komplettpaket

INTERREG-Projekt WiEfm mit FH Münster und deutsch-niederländischen Partnern geht in die nächste Runde


Münster/Steinfurt (17. April 2019). Simon Nießen bringt es auf den Punkt. „Wenn wir von der Energiewende sprechen, dann meinen wir in Deutschland eigentlich die Stromwende.“ Denn ja, immer mehr Menschen nutzen Ökostrom aus erneuerbaren Energien. Aber: Die Heizung, die Wärme daheim, läuft nach wie vor häufig über Erdgas oder Öl – also mit endlichen, fossilen und häufig importierten Brennstoffen. Deshalb gibt es das Projekt WiEfm an der FH Münster. Das steht für „Wärme in der Euregio fokussieren und modernisieren“ und ist jetzt in eine zweite Runde gestartet. Unter dem Stichwort „TaskForce Wärme“ will es gemeinsam mit sechs deutsch-niederländischen Partnerunternehmen Chancen und Möglichkeiten einer nachhaltigen Wärmeversorgung aufzeigen, also die Wärmewende aktiv fördern. Denn warum nicht auch mit erneuerbaren Energien heizen?

Tatsächlich wäre das technisch kein Problem – Städte und Kommunen können Nahwärmenetze installieren, in die sich die saubere Energie einspeisen lässt. Außerdem würde sich so auch Restwärme aus der Industrie weiterleiten lassen, die sonst ungenutzt verpufft. An welchen Stellen es Sinn ergeben würde, solch ein Wärmenetz zu installieren, haben die Forscher bereits im Vorgängerprojekt mit einer Hotspot-Karte aufbereitet und dargestellt. „Jetzt wollen wir die Hotspot-Analyse auf das niederländische Gebiet übertragen und weitere Daten einbringen, wie das Alter der Gasnetze oder die Art der Wohnungen innerhalb des Hotspots“, erklärt Nießen, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Energie – Gebäude – Umwelt.

Das zeigt schon eins: Das Thema muss noch präsenter werden – in die Köpfe von Politikern, Klimaschutzmanagern, Bürgern. Deshalb stehen in den sechs Arbeitspaketen des 15-köpfigen Projektteams nicht nur fachliche Themen an, sondern auch öffentlichkeitsfördernde und anwendungsnahe, praktische Tools. „Wir wünschen uns neue Kommunikationsformen für neue Energien“, sagt FH-Projektleiter Dr. Elmar Brügging. „Die Wärmewende in 3-D erlebbar machen, und zeigen, wie die geplante Umsetzung aussehen könnte und welche Veränderungen dafür notwendig wären – die neue Heizung beim Kunden, die verlegten Leitungen im Hotspot.“ Insbesondere mit den Projektpartnern ROM3D und GeoDok Geoinformatik wird mithilfe von Augmented- und Virtual-Reality und geografischen Informationskarten die Wärmewende auch in der Planungsphase bereits greifbar und anschaulich gemacht, so Brügging.

Ebenfalls ist geplant, ein Instrument zu entwickeln, das Planungsprozesse beschleunigt. Es soll Wärmenetze auf einfachste Art und Weise auslegen und berechnen können, damit man schneller ein Gefühl und eine erste Idee dafür bekommt. Eine interaktive Karte der Euregio-Region soll außerdem alle Akteure aufzeigen – wie Planer, Ingenieurbüros, ausführende Unternehmen, Kommunen – und als Vernetzungsbasis dienen: ein Komplettpaket eben. „Projekte inspirieren auch andere Projekte“, sagte Willem Rienks von ROM3D überzeugt. Auch die anderen Projektpartner Stichting kiEMT, UCo - Inenergie und die Energethik Ingenieurgesellschaft freuen sich auf das gemeinsame Projekt, die bevorstehenden Aufgaben und das Voranschreiten der nachhaltigen Wärmewende in der Projektregion.

 

Zum Thema:
Das Projekt „TaskForce Wärme – WiEfm 2.0“ ist das Nachfolgeprojekt von „WiEfm – Wärme in der Euregio fokussieren und modernisieren“. Es läuft bis zum Frühjahr 2022 und wird von INTERREG gefördert. Alle Broschüren und Zwischenergebnisse zu den Projekten sind sowohl auf Deutsch als auch auf Niederländisch auf der Projekthomepage www.wiefm.eu abrufbar und bestellbar.


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