Virtuelle Objekte in der Realität

Augmented-Reality-Workshop an der FH Münster lieferte Unternehmensvertretern spannende Einblicke


Münster/Steinfurt (22. November 2019). Diese Situation kennen viele: Ein neuer Schrank muss her, aber passt er in die Wohnung und zur vorhandenen Einrichtung? Wer sich das fragt, dem hilft die moderne Technik. Genauer gesagt: Augmented Reality (AR). Dadurch lassen sich virtuelle Objekte in die Realität einblenden, durch Smartphones, Tablets oder spezielle Brillen. Wie genau das funktioniert und welche Möglichkeiten AR für Unternehmen bietet, darüber informierten sich 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Steinfurt – beim Workshop im smart.lab der FH Münster. Und der hatte es in sich. Denn Prof. Dr. Tobias Rieke, Lisa Geringhoff, Teresa Vargas und André Sardoux Klasen vermittelten nicht nur die Grundlagen der Technologie, sondern ließen die Gruppe unter Anleitung sogar eine AR-App programmieren.

Die Aufgabe: Einen Drucker in 3-D virtuell darstellen, mit Informationen zum Produkt versehen und zum Online-Shop verlinken, eben gänzlich nutzerfreundlich gestalten. Das klingt schwierig, ist aber eigentlich ganz gut machbar. „Mit etwas Know-how und dem richtigen Programm kann so etwas im Prinzip jeder bauen“, sagte Vargas, die die App-Anwendung vorbereitet hatte. Die Freude bei den Teilnehmern war groß: Denn nach getaner Arbeit scannten sie einen QR-Code mit dem Smartphone oder dem Tablet, und prompt stand der Drucker auf dem Schreibtisch – digital in realer Welt.

„Augmented Reality fasziniert einfach, und die Digitalisierung setzt sich immer mehr durch“, sagte Rieke. Bestes Beispiel dafür sei der zunehmende Smartphone-Konsum. Aber auch AR finde immer mehr Anwendung in unserem Alltag. „Das fing vor allem mit Spielen an. Erste Masseneffekte gab es vor drei Jahren, als Pokémon Go Trend war“, so der Professor für Digitalisierung und Projektmanagement. Inzwischen nutze man AR aber auch, um zum Beispiel per Fernwartung Fehler an einem Gerät zu beheben. „Wer Hilfe braucht, macht einen Videoanruf mit dem Smartphone zu einem Experten. Der sieht dann das defekte Gerät auf dem Bildschirm, und der andere kann mit dem Finger einzeichnen, wo genau das Problem besteht. Das macht vieles einfacher.“

Rieke mahnte aber auch zur Vorsicht. „Nur, weil AR gerade ein riesen Thema ist, muss nicht jedes Unternehmen auf den Zug aufspringen. Es ist wichtig, kritisch zu hinterfragen, ob AR einen Mehrwert hat oder eben nicht.“ Geschickt genutzt, erleichtere die Technologie den Alltag – etwa im Büro beim Umgang mit komplizierten Maschinen. Da weiß man oft nicht, wie der Fehler zu beheben ist und verzweifelt an der Lösung des Problems. „Wir haben deshalb hier am Institut für Prozessmanagement und Digitale Transformation eine Anwendung am Beispiel eines Druckers gestaltet, die eine Lösung aufzeigt. Man setzt eine spezielle Brille auf, die einem dann Hinweise einblendet – etwa, welches Teil wo genau hochgeklappt oder entfernt werden muss. Anstelle der Brille lässt sich auch das eigene Handy nutzen, wodurch die Hilfestellung noch einfacher zugänglich wird.“

Wie gut das Thema ankommt, zeigte der bereits seit langem ausgebuchte AR-Workshop, ausgerichtet von „start.connect“ und TRAIN. Der lieferte zwar nur kleine Einblicke, ein ausführliches Seminar ist aber bereits in Planung. „Wir arbeiten momentan am Konzept und werden die Veranstaltung für das nächste Jahr definitiv ausbauen“, sagte Lisa Geringhoff. Fest geplant ist schon ein Workshop zur Künstlichen Intelligenz (KI). Dieser findet statt am 12. Februar, 15 bis 18:15 Uhr im GRIPS III, Am Campus 2, in Steinfurt. Informationen dazu finden Interessierte unter www.fhms.eu/workshop-ki.

 

Zum Thema: Lisa Geringhoff ist Projektleiterin von „start.connect“, ein Gemeinschaftsprojekt des Instituts für Prozessmanagement und Digitale Transformation (IPD) der FH Münster, der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt und der Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld. Es fördert die digitale Transformation speziell im ländlichen Raum des Münsterlandes durch die Vernetzung von Unternehmen, Gründern und Start-ups. Informationen finden Interessierte unter www.start-connect.de. Die Initiative TRAIN unterstützt Unternehmen beim Zugang zu Forschung und neuen Entwicklungen, bietet Fachveranstaltungen und Weiterbildungsangebote an, vermittelt Wissenschaftler für gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsarbeit und berät zum Thema Forschungsförderung. Informationen gibt es unter www.fhms.eu/initiative-train.


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