Transparenz im Liefernetzwerk erhöhen

Doktorandin Antonia Kappel hat Promotion erfolgreich abgeschlossen


Münster (3. Februar 2020). Liefernetzwerke sind für Unternehmen enorm wichtig. Denn kommt es zu Lieferengpässen oder sogar zum Stillstand, bedeutet das für ein Unternehmen große Einbußen. Das weiß Antonia Kappel, die im Einkauf bei dem Landmaschinenhersteller CLAAS tätig ist, nicht nur aus der Praxis: In den letzten dreieinhalb Jahren hat sie diesen Sachverhalt in ihrer berufsbegleitenden Promotion am Fachbereich Wirtschaft der FH Münster, der Münster School of Business (MSB), untersucht. Nun hat sie erfolgreich mit der Verteidigung an der Universität Twente ihr Promotionsverfahren abgeschlossen.

„Für Unternehmen ist es wettbewerbsentscheidend, ihre Lieferanten und deren Beziehungen zu anderen Firmen gut zu kennen. Ich habe mich deshalb mit der Struktur von Liefernetzwerken, Ansätzen zur Informationsgewinnung über Lieferantenbeziehungen und Auswirkungen einer hohen Transparenz auf den Einkaufserfolg beschäftigt“, berichtet Kappel. „Als Praktikerin war es mir wichtig, anwendungsorientiert zu forschen.“ Dafür biete eine Fachhochschule/Hochschule für angewandte Wissenschaften das ideale Umfeld. Die Doktorandin schrieb eine kumulative Promotion, das heißt, sie erstellte insgesamt sechs Paper zu ihrem Thema. Dabei fand sie unter anderem heraus, dass Menschen bessere Informationen über Lieferantenbeziehungen liefern als Medien, dass eine hohe Transparenz maßgeblich zum Einkaufserfolg beiträgt, und dass Unternehmen mit einer Kostenführerschaftsstrategie vor allem in Bezug auf Vorlieferanten Transparenz benötigen, während Unternehmen mit einer Differenzierungsstrategie eher an Lieferantenbeziehungen mit anderen Kunden interessiert sind.

„Ein Erfolgserlebnis war es jedes Mal, wenn ein Paper aus meiner kumulativen Promotion zur Veröffentlichung angenommen wurde.“ Vier Jahre hintereinander durfte Kappel ihre Forschungsergebnisse auf den internationalen IPSERA Konferenzen in Dortmund, Budapest/Balatonfüred, Athen und Mailand vorstellen. Ein Artikel wird sogar im International Journal of Procurement Management erscheinen.

„Mich hat einfach interessiert, wie viel andere Einkäufer über ihre Lieferantenbeziehungen wissen und ob sie dadurch besser einkaufen. Meine Forschung hatte also auch unmittelbare Relevanz für meine eigene Tätigkeit.“ Die Promotion hat sich für Kappel ausgezahlt: Bei CLAAS übernahm die ehemalige Doktorandin nun die Leitung der Abteilung Lieferantenmanagement im Konzerneinkauf. Betreuer Prof. Dr. Wolfgang Buchholz von der FH Münster freut sich mit ihr: „Ein kumulatives Promotionsprojekt in dreieinhalb Jahren berufsbegleitend abzuschließen, das ist schon eine großartige Leistung." Aber auch der Hochschule bleibt Kappel treu: Lehraufträge und weitere wissenschaftliche Publikationen mit ihrem Betreuer sind bereits geplant.


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