Geballtes Wasserwissen

Prof. Dr. Helmut Grüning von der FH Münster und Dr. Klaus Pecher veröffentlichen „Kanalnetzplanung und Überflutungsvorsorge“


Münster/Steinfurt (28. Februar 2020). Bei Prof. Dr. Helmut Grüning läuft es rund: Die Jury der UNICUM-Stiftung wählte ihn nicht nur auf den bundesweiten zweiten Platz zum „Professor des Jahres“ in der Kategorie Ingenieurswissenschaften, er trat auch letztens bei einem Science Slam an und organisiert jedes Jahr die im wahrsten Sinne des Wortes knallige Weihnachtsvorlesung am Fachbereich Energie – Gebäude – Umwelt der FH Münster. Und jetzt schon wieder Neuigkeiten: Er hat ein Buch geschrieben, das vor allem Studierenden helfen soll, sich in der komplexen Welt der Entwässerungstechnik zurecht zu finden. Praktiker können sich über die anschauliche Darstellung der Grundlagen und Neuentwicklungen im Wassersektor informieren. Das Buch „Kanalnetzplanung und Überflutungsvorsorge“ ist jetzt im Vulkan Verlag erschienen.

„Die Literatur zu diesem Thema ist großteils recht alt, einiges stammt sogar noch aus den 50ern“, erzählt Grüning. Deshalb war er nicht abgeneigt, als Dr. Hella Runge vom Vulkan Verlag ihn fragte, ob er nicht ein ganzes Buch zu dem Thema schreiben wollte. Die zwei hatten sich just für einen Beitrag in einer Publikationsreihe getroffen. Beide kennen sich durch ihre gemeinsame Tätigkeit im Institut für Infrastruktur – Wasser – Ressourcen – Umwelt (IWARU) der FH Münster. „Ich hatte schon hin und wieder mal darüber nachgedacht, ein Buch zu schreiben“, gibt Grüning zu, der mittlerweile seit mehr als 20 Jahren an Hochschulen in Deutschland lehrt und etliche Forschungsaufträge und -projekte mitgemacht hat. „Allerdings habe ich den Aufwand unterschätzt, der dahintersteckt.“

Ursprünglich wollte er die mehrere Hundert Seiten Skript, die er im Fach „Stadthydrologie und Gewässerschutz“ an seine Studierenden verteilt, als Grundlage nehmen. Aber schnell merkte er, dass er als Buchautor ein breiteres Publikum als in der Vorlesung adressiert und deshalb anders schreiben muss. „So kam ich dann doch unter Zeitdruck, und den Großteil habe ich dann in meinem Urlaub an der spanischen Mittelmeerküste geschrieben“, erzählt Grüning lachend.

Schlussendlich sind es 400 Seiten geworden. Und los geht es im finsteren Mittelalter, wo die Cholera um sich greift. „Mit der Historie anzufangen ergibt Sinn, um zu zeigen, was wir in der Stadthydrologie machen und warum sie wichtig ist.“ Danach stellt Grüning verschiedene Systeme der Entwässerungstechnik und Techniken zur Niederschlagserfassung vor. „Der Niederschlag und veränderte klimatische Bedingungen sind für uns als Stadthydrologen die bestimmende Komponente der Systembemessung.“ Es folgen verschiedene Kapitel zu Hydraulik, Planung von Kanalnetzen, Grundstücksentwässerung, Gefährdungsanalysen und Überflutungsvorhersagen sowie zur Simulation. Letzteres ist in einem Fachbuch so noch nicht beschrieben worden. „Das macht das Buch mit aus. Da hatten wir bislang in unserer Branche eine Lücke, die dieses Buch füllt“, so Grüning.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die wassersensitive Stadtentwicklung. Green Buildings, Wasserspielplätze oder Hochwasserrückhalteräume sind die Stichwörter. „Ich finde es wichtig, dass wir Wasser in den Städten erlebbar machen und Menschen dafür sensibilisieren“, erklärt der Hochschullehrer. „Wir müssen urbanes Grün etablieren! Davon profitieren wir alle. Vom kleinsten Insekt bis zum Menschen.“

Das Buch:
„Kanalnetzplanung und Überflutungsvorsorge“ von Prof. Dr. Helmut Grüning und seinem Co-Autor Dr. Klaus Hans Pecher ist im Vulkan Verlag erschienen. Das 402 Seiten starke Werk gibt es im Buchhandel für 69 Euro. Teil zwei ist in Planung: Dann dreht sich alles um „Regenwasserbewirtschaftung und Gewässerschutz“.


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