Die Analyse von morgen

170 Praktiker kamen zum 27. Anwendertreffen an der FH Münster


Münster/Steinfurt (6. März 2020). Beton ist einer der wichtigsten Baustoffe unserer Zeit. Hält er der Belastung nicht stand und kommt es dadurch gar zu einem Unfall, muss die Ursache gefunden werden. Den Beton genau zu untersuchen, das ist aber gar nicht so einfach.

Jan Antunovic und Michael Breuckmann von der FH Münster waren an der Suche nach einem Lösungsansatz beteiligt: Mit ortsauflösender Röntgenanalytik und der Chemometrie ist es ihnen gelungen, 27 Betonproben unterschiedlicher Zusammensetzung so zu charakterisieren und zu klassifizieren, dass eine schnelle Bestimmung der Zementart mit diesem neuen Verfahren möglich wird. Ihre bisherigen Erfolge präsentierten sie auf dem 27. Anwendertreffen Röntgenfluoreszenz- und Funkenemissionsspektrometrie der FH Münster. Es ist das größte Treffen dieser Art in ganz Europa: Aus den verschiedensten Branchen sind 170 Praktiker, Wissenschaftler und Industrievertreter zusammengekommen, um über neue Erkenntnisse, Anwendungsmöglichkeiten und Trends zu sprechen.

„Großes Thema war dieses Mal die Analyse von morgen“, resümierte Prof. Dr. Martin Kreyenschmidt, der die Veranstaltung jährlich gemeinsam mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Stephanie Hanning vom Labor für Instrumentelle Analytik in Steinfurt zusammen mit Dr. Jörg Flock und Dr. Eckard Pappert (ThyssenKrupp Steel Europe) sowie Dr. Alex von Bohlen (ISAS Dortmund) organisiert. „Im Mittelpunkt der Tagung standen die ortsauflösenden Analyseverfahren und die neuen chemometrischen Ansätze bei der Datenanalyse, sie sind für viele Unternehmen von großer Bedeutung. So lassen sich wichtige Informationen aus den Messspektren generieren, die bisher nicht zugänglich waren. In diesem Bereich besteht ein sehr großes Potenzial für neue Anwendungsfelder dieser Technik.“

Spannende Fragestellungen, die mittels Elementverteilungsuntersuchungen geklärt werden können, stammen zunehmend auch aus der Biologie. So stellte Frank Förste vom Berliner Zentrum für innovative Röntgentechnik seine Untersuchung am Pflanzenparasiten Cuscuta Reflexa vor, der weltweit enorme Schäden zum Beispiel an Kaffeepflanzen anrichtet. Diese Erkenntnisse zum Mechanismus des Befalls können damit neue Ansätze zum Pflanzenschutz liefern.

Für die Herkunfts- und Echtheitsbestimmung spielt die Röntgenfluoreszenzanalyse ebenfalls eine sehr wichtige Rolle. Gerade für die Schmuckindustrie ist die Charakterisierung von Edelsteinen und Perlen ein sehr wichtiges Kriterium, da sie den Preis maßgeblich bestimmt. „Wenn Sie zum Beispiel auf Schmuckmessen unterwegs sind, wollen Sie ja wissen, ob vor Ihnen ein echter Edelstein liegt oder ein synthetisch hergestellter“, erklärte Volker Hückelkamp von Spectro in seinem Vortrag. „Natürliche Edelsteine haben häufig Spurenelemente wie Chrom und Eisen, synthetische nicht.“ Und die Art der Spurenelemente lässt Rückschlusse auf die Herkunft des Edelsteins zu. „Diese Unterschiede schlagen sich dann natürlich im Preis nieder“, so Hückelkamp.

 


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