Die richtige Signalstärke fürs Autokino

Fachbereich Elektrotechnik und Informatik der FH Münster baut „Abschwächer“ für UKW-Sender


Münster/Steinfurt (19. Mai 2020). Auto parken, Lehne nach hinten stellen, Film ab – immer mehr Städte bieten seit Beginn der Corona-Pandemie Autokinos an. Während die Bilder über eine riesige Leinwand flimmern, kommt der passende Ton oft über eine bestimmte Frequenz direkt aus dem Autoradio. Damit nicht gleichzeitig jedes andere Radio im Stadtgebiet unfreiwillig Kinoatmosphäre verbreitet und andere Sender gestört werden, müssen die Kinobetreiber die Stärke des Audiosignals reduzieren. Prof. Dr. Dirk Fischer vom Fachbereich Elektrotechnik und Informatik der FH Münster hat für diesen Zweck sogenannte „Abschwächer“ für ein Eventtechnikunternehmen aus Köln gebaut. Unterstützung bekam er von den Auszubildenden Marcel Wahlbring und Markus Pöpper.

Die Funktionsweise ist schnell erklärt: Im Autokino überträgt ein Sender den Filmton über eine Antenne als Ultrakurzwellen (UKW) an das Autoradio. Die Leistung dieses UKW-Senders bestimmt, wo das Signal überall empfangbar ist – eine hohe Leistung bedeutet eine hohe Signalstärke und damit eine große Reichweite. Ein Abschwächer wird zwischen Senderausgang und Antenneneingang angeschlossen. Er schwächt die Leistung des Senders ab, indem mehrere Widerstände in seinem Inneren die elektrische Energie in Wärmeenergie umwandeln. Kühlkörper an der Außenseite der Schaltung vergrößern die wärmeabgebende Fläche und schützen dadurch vor einer Überhitzung. Die reduzierte Leistung des UKW-Senders reicht nun nur noch aus, um das Audiosignal wenige Hundert Meter weit und damit im Bereich des Autokinos zu übertragen.

„Abschwächer gibt es auch fertig zu kaufen“, erklärt Fischer, der das Labor für Hochfrequenz- und Mikrowellentechnik leitet. „Die Lieferzeit beträgt allerdings rund sechs bis acht Wochen. Wir sind schneller.“ Pöpper und Wahlbring schraubten und löteten in wenigen Tagen die zehn bestellten Abschwächer zusammen, Fischer überprüfte die Funktion. „Mit dem Kölner Unternehmen haben wir schon öfter im Bereich der Funktechnik zusammengearbeitet“, berichtet der Professor. „Es versorgt nun alle möglichen Autokinos deutschlandweit mit unseren Abschwächern.“


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