Bundesministerin Anja Karliczek besuchte Steinfurter Campus der FH Münster

Hochschule überreichte Konzept zum Thema „Wasserstoffsystemtechnik als strategisches Handlungsfeld“


Münster/Steinfurt (20. Juli 2020). Ressourcen nutzen, schonen, zurückführen, wiederverwenden – diesen Weg der Stoffkreislaufführung verfolgen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der FH Münster schon lange: auf dem Steinfurter Campus, in Saerbeck, in interdisziplinären Projekten an allen FH-Orten. Ein wichtiges Entwicklungsthema ist dabei auch Wasserstoff. Mehr als 20 Professoren der FH Münster forschen in diesem Bereich und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der nationalen Wasserstoffstrategie. Welche Projekte die Hochschule derzeit durchführt und welche strategischen Forschungsaktivitäten geplant sind, darüber informierte sich Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, persönlich auf dem Steinfurter Campus. Dabei überreichte ihr FH-Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski das strategische Konzept der Hochschule zum Thema „Wasserstoffsystemtechnik als strategisches Handlungsfeld“.

„Aus unserer Sicht ist für die Energiewende besonders ‚grüner‘ Wasserstoff sinnvoll“, sagte Prof. Dr.-Ing. Christof Wetter vom Fachbereich Energie – Gebäude – Umwelt (EGU). Die Idee: grüne Energie, also überschüssiger Strom aus Wind-, Photovoltaik- oder Biogasanlagen, über Elektrolyse zur Produktion von Wasserstoff zu nutzen. „Dieser kann dann zeitversetzt und bedarfsgerecht – beispielsweise in einer Brennstoffzelle – zur Rückverstromung oder als Energieträger und somit als Substitut für fossile Kraftstoffe im Mobilitätssektor eingesetzt werden.“ Wasserstoff könne so im Energiesystem der Zukunft eine entscheidende Rolle neben dem Energieträger Strom einnehmen und die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität gezielt miteinander verknüpfen.

Das führe zu vielen übergeordneten Fragestellungen, denen sich die Forscherinnen und Forscher der FH Münster widmen. „Wir verfügen über verschiedene Fachkompetenzen und lassen diese in unsere Projekte einfließen“, sagte Wetter und nannte Beispiele – etwa das Vorhaben, bei dem aus Biomasse Wasserstoff gemacht wird. Dass sich Steinfurt zur Wasserstoffmodellregion entwickelt hat, liege auch an der engen Zusammenarbeit mit den Akteuren in der Region. „Hier sind mehr als 160 Institutionen und Unternehmen im Bereich Wasserstoff aktiv. Darauf lässt sich aufbauen“, so Wetter. Damit stieß er bei Karliczek auf offene Ohren. „Wir brauchen Fachleute vor Ort, die in der Lage sind, die Komplexität des Themas Wasserstoff zu begreifen und über die Grenzen hinweg zu tragen“, sagte die Bundesministerin. Eine gute Begleitung aus den Hochschulen sei dabei wichtig. „Wir müssen von der Grundlagenforschung in die Anwendung.“

Genau hier positioniert sich die FH Münster. „Wir sehen uns als Schnittstelle zwischen anwendungsnaher Forschung und Praxis“, sagte Carsten Schröder, Vizepräsident für Transfer, Kooperation und Innovation. Die Hochschule engagiere sich seit vielen Jahren in Bildung und Forschung, um kooperativ und innovativ an Fragen zur Ressourcenschonung zu arbeiten, und habe das Themenfeld auch im Hochschulentwicklungsplan (HEP) integriert. „Auch das Thema Wasserstoff ist als Bildungs- und Forschungsthema fest verankert. Dies würden wir gern stärken“, so Schröder und verwies auf das Strategiekonzept der Hochschule. „Als zentralen Bestandteil unseres Konzepts wünschen wir uns eine Professur im Kontext Wasserstoff und Sektorenkopplung“, sagte der Vizepräsident und bat die Bundesministerium um eine Einschätzung. Es gebe viele verschiedene thematische Stränge, und der nationale Wasserstoffrat müsse jetzt überlegen, wie er diese zusammenbringt, so Karliczek.

Neben Karliczek war auch Regierungspräsidentin Dorothee Feller auf den Steinfurter Campus der FH Münster gekommen. „Wir müssen die Menschen überzeugen, dass Wasserstoff wichtig ist.“ Erfreulich sei das Zusammenwirken von Unternehmen, um das Thema voranzubringen. „Unsere Region ist besonders gut aufgestellt“, so Feller.

FH-Kanzler Guido Brebaum nutzte den Termin auch, um am Rande ein weiteres wichtiges Thema anzusprechen: den Bau der Kreisstraße. „Wir wachsen, und für einen Standort unserer Größe brauchen wir eine adäquate Anbindung“, so Brebaum. Bislang müssen alle, die den Steinfurter Campus mit dem Auto erreichen wollen, an Kindergärten und Schulen vorbeifahren. „Wir hoffen, dass sich das bald endlich ändert.“


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