Enapter in Saerbeck: Standortentscheidung passt zur Wasserstoffstrategie der FH Münster

Klimakommune bekommt den Zuschlag und setzt sich gegen 139 Mitbewerber durch


Münster/Steinfurt/Saerbeck (14. Oktober 2020). 139 Standorte in der ganzen Welt hatten sich beworben, jetzt bekam die Klimakommune Saerbeck den Zuschlag: Das Unternehmen Enapter AG baut dort ab 2021 eine Fabrik für Wasserstoff-Elektrolyseure, mit denen aus grünem Strom und Wasser Wasserstoff hergestellt wird. Voraussichtlich 2022 startet die Produktion von mehr als 100.000 Elektrolyseur-Einheiten pro Jahr auf dem Enapter Campus in Saerbeck – für einen weltweiten Markt.

„Für uns ist das eine absolute Sensation“, sagt Prof. Dr. Christof Wetter von der FH Münster, der seit Jahren gemeinsam mit seinem Team im Bereich der Wasserstofftechnologien forscht. Mit dem Bau der Massenfertigung werde einmal mehr deutlich, wie sehr sich die Gegend im Münsterland zur Wasserstoffmodellregion entwickelt habe. Und das liege auch an der engen Zusammenarbeit mit den Akteuren in der Region – zukünftig auch mit Enapter. „Wir haben uns in den letzten Monaten sehr bemüht, Saerbeck zu unterstützen, damit die Entscheidung für diesen Standort fällt.“ Dass dies jetzt tatsächlich passiert ist, davon profitieren beide Seiten – Unternehmen und Hochschule. „Wir möchten die Firma Enapter dabei unterstützen, die technischen Prozesse zu optimieren und dabei zu helfen, deren Ziel, die Kosten um bis zu 90 Prozent zu reduzieren, zu erreichen“, erklärt Prof. Wetter. Dr. Elmar Brügging ergänzt: „Es sind schon erste konkrete Forschungsvorhaben, zum Beispiel im Bereich der Drucksensoren und der Rahmenkonstruktion, in Arbeit. Das Feinkonzept für die Wasserstoffaktivitäten im Kreis Steinfurt wird nun durch die Standortwahl weiter beflügelt.“

„Wir freuen uns, dass die FH Münster erneut auch ein Faktor bei einer Standortentscheidung war und auf die intensive Forschungs- und Bildungspartnerschaft mit Enapter“, kommentiert Carsten Schröder, Vizepräsident für Transfer, Kooperation und Innovation der Hochschule sowie Geschäftsführer der TAFH Münster GmbH die Ansiedlungsentscheidung. Diese sei an dem FH-Ort Saerbeck doppelt spannend: „Sie passt hervorragend zur Wasserstoffstrategie unserer Hochschule. Und im Kontext von Train – Transfer in Steinfurt können wir uns sehr gut vorstellen, fachbereichsübergreifend den Aufbau einer Fabrikationsanlage von Anfang an wissenschaftlich zu begleiten“, so Schröder weiter.

Möglich war die Ansiedlung von Enapter auch, weil Saerbeck Klimakommune ist und mit dem Unternehmen die Idee eines gerechten Energiesystems der Zukunft teilt: Regionale Wertschöpfung, Klima- und Energiepolitik als Bürgerbewegung und umfassende Berücksichtigung der Bedürfnisse von Mensch und Natur. „Enapters sehr konkrete Pläne einer klimaneutralen Massenfertigung von Elektrolyseuren zur Wasserstoffproduktion haben uns sofort überzeugt“, erläutert Wilfried Roos, Bürgermeister der Gemeinde Saerbeck.

Für Enapter ist die automatisierte Massenfertigung in Saerbeck zentrale Voraussetzung, grünen Wasserstoff weltweit auch wirtschaftlich konkurrenzfähig zu fossilen Energieträgern zu machen und in den weltweit benötigten Mengen bereitzustellen. Die Produktion und der Betrieb des Campus in Saerbeck wird nachhaltig sein – mit verschiedenen Zero-Waste-Ansätzen und einer Anlage eigens für das Recycling von Altelektrolyseuren. „Uns hat in Saerbeck von Beginn an begeistert, wie hier über viele Jahre erfolgreiche Klima- und Energiepolitik als Bürgerbewegung gestaltet wird. Zudem finden wir eine Infrastruktur vor, die unsere Ideen hin zur Kreislaufwirtschaft unterstützen. Wir haben jetzt den perfekten Standort. In Saerbeck werden wir AEM-Elektrolyseure skalieren und in Massenfertigung unserem Ziel näherkommen: grüner Wasserstoff für alle – erschwinglich und unkompliziert", sagt Sebastian-Justus Schmidt, Vorsitzender und Mitbegründer von Enapter.


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