Hilfslots*innen bringen Menschen zusammen

Pilotprojekt startet nach Interviewstudie der FH Münster


Münster/Steinfurt (5. Mai 2021). Studierende kaufen für Senior*innen ein, rüstige Rentner*innen helfen Gleichaltrigen, die weniger fit sind, und das Team der „Zauberfrauen“ unterstützt bei hauswirtschaftlichen Dienstleistungen – im Münsterland gibt es viele Angebote für Menschen, die durch Alter oder Krankheit in ihrer Teilhabe an der Gesellschaft eingeschränkt sind. Doch Hilfeanbietende und Hilfesuchende zusammenzubringen, ist nicht immer leicht, vor allem nicht in ländlichen Regionen. Welche Herausforderungen es gibt, wie die aktuelle Lage ist und welches Optimierungspotenzial existiert, haben Wissenschaftler*innen der FH Münster jetzt untersucht. In einer Interviewstudie befragten sie Vertreter*innen von zehn Hilfsangeboten im Münsterland. Ein Ergebnis: Es fehlt eine Infostelle für Projekte im ehrenamtlichen Bereich – und genau die will das Team jetzt schaffen.

„Wir starten das Hilfslotsenprojekt“, sagt Alina Clames. Sie unterstützt als wissenschaftliche Mitarbeiterin „Health Mobi Service“ – eines von insgesamt 13 Teilvorhaben im Projekt „münster.land.leben“. Ziel ist es, hilfsbedürftige Personen mit Menschen zusammenzubringen, die Versorgungsleistungen für andere übernehmen wollen. „Die Hilfslots*innen sind dabei die Schnittstelle“, sagt Clames. „Sie sind in einer Kommune angestellt und verwalten den Katalog mit Hilfsangeboten. Konkret gibt es drei wichtige Funktionen: Vermittlung von Angeboten für Hilfsbedürftige, Vernetzung von Dienstleistern und ehrenamtlichen Projekten sowie Pflege des Katalogs.“ Anfang Juni stellt das Team sein Konzept vor. „Danach wollen wir unser Pilotprojekt starten und schauen, wie das klappt.“ Verläuft es erfolgreich, soll es ausgerollt werden.

Den entscheidenden Anstoß gab die Interviewstudie. „Wir hatten die Idee mit den Hilfslots*innen schon länger im Kopf. Nach vielen Gesprächen war schließlich klar, dass das Potenzial vorhanden ist.“ Viele der Befragten bemängelten, dass Angebote zu schlecht bekannt und Hilfesuchende zu scheu seien, um Kontakt aufzunehmen. Außerdem fehle die Vernetzung untereinander und Unterstützung bei der Finanzierung von Projekten. „Bei all diesen Punkten sollen die Hilfslots*innen helfen“, so Clames. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin hatte im Vorfeld ihrer Studie rund 70 Hilfsangebote im Münsterland recherchiert und zehn davon von September 2020 bis Januar 2021 befragt – jeweils zwei in Münster und in den Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf.

Das hochschulweite Projekt münster.land.leben an der FH Münster mit mehr als 75 Partner*innen aus Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft hat die Stärkung von Gesundheit, Teilhabe und Wohlbefinden im ländlichen Raum zum Ziel. Es besteht aus mehreren Teilvorhaben, die unter fh-muenster.de/muensterlandleben abrufbar sind. Gefördert wird es von der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“.


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