Aufgaben der Kommission

Die Ethikkommission wird auf Antrag der Wissenschaftler*innen tätig, wobei sie ausschließlich Anträge aus der FH Münster beurteilt.

Zu den Anträgen fasst die Kommission folgende Beschlüsse, die schriftlich mitgeteilt werden:

  • "Es bestehen aus ethischer Sicht keine Bedenken gegen die Durchführung des Forschungsvorhabens."

    oder

  • "Es bestehen aus ethischer Sicht keine Bedenken gegen die Durchführung des Forschungsvorhabens, wenn folgende Auflagen erfüllt werden:"
    Wiedervorlage nicht nötig - Wiedervorlage nötig

    oder

  • "Es bestehen aus ethischer Sicht Bedenken gegen die Durchführung des Forschungsvorhabens."

Antragsberechtigung

§ 4 Abs. 1 der Satzung der Ethikkommission der FH Münster bestimmt die Antragsberechtigung. Hier heißt es: "Antragsberechtigt sind Wissenschaftler*innen aller Fachbereiche in ihrer Eigenschaft als Leiter*innen von Forschungsvorhaben, die Bereiche aus § 2 Abs. 1 [der Satzung] berühren. Antragsberechtigt bzgl. Forschungsvorhaben von oder mit Studierenden sind die verantwortlichen Hochschullehrer*innen."

Bei der Beteiligung von Ärzt*innen, auch in nicht-leitender Funktion, ist immer auch die Zuständigkeit der Ethikkommission der Ärztekammer Westfalen-Lippe zu prüfen (www.ethik-kommission-wl.de). Diese liegt z.B. vor, wenn Ärzt*innen sich an einem Forschungsvorhaben beteiligen möchten, das einen biomedizinischen Schwerpunkt besitzt. Solche Vorhaben werden durch die Ethikkommission der FH Münster nicht begutachtet.

Ausgeschlossen von der Antragsberechtigung sind darüber hinaus Vorhaben, die nach gesetzlichen Vorgaben, wie z.B. AMG/CTR, MPDG/MDR und IVDR, TFG, StrlSchG, durchgeführt werden müssen. Bitte wenden Sie sich in diesen Fällen ebenfalls an die Ethikkommission der Ärztekammer Westfalen-Lippe (www.ethik-kommission-wl.de).

Antragstellung über EthikPool

  • Die Ethikkommission arbeitet papierlos, sie nimmt ausschließlich Anträge in digitaler Form online über die Software EthikPool an. Dazu ist dort eine Erstregistrierung notwendig. Wichtige Information: EthikPool kann außerhalb der FH nur über den VPN-Client verwendet werden.

  • Der Auftrag muss spätestens sechs Wochen vor dem jeweiligen Sitzungstermin hochgeladen werden, um bis dahin bearbeitet und in der Sitzung bevotet werden zu können. Die Ethikkommission behält sich deshalb eine Priorisierung der Anträge vor, ggf. wird das über die Nachrichtenfunktion in EthikPool kommuniziert.

  • Wie funktioniert die Antragstellung?
    • Auf EthikPool wird Ihnen eine Antrags-PDF-Datei zur Verfügung gestellt, die Sie sich auf Ihren Rechner herunterladen und sämtliche, dort abgefragten Angaben zu Ihrem Antrag machen.
    • Im Anschluss laden Sie die ausgefüllte Antragsdatei wieder in Ihr Benutzerkonto auf EthikPool hoch, sowie die erforderlichen Zusatzdokumente als PDF, wie z.B. Einwilligungserklärungsbogen oder Fragebogen. Welche das im Einzelnen sind, ergibt sich aus Ihren Angaben in der Antrags-PDF-Datei.
    • Über Ihr Benutzerkonto auf EthikPool werden dann Bestätigungen, eventuelle Nachforderungen oder auch das Votum kommuniziert.

Wie erreiche ich die Ethikkommission bzw. an wen kann ich mich bei Rückfragen zur Antragstellung wenden?

Zur Kommunikation mit der Ethikkommission gibt es eine eigene Funktionsemail-Adresse (ethikkommissionfh-muensterde)

Welche Kriterien gelten für den/die Antragsteller:in? Können beliebige an einem Projekt beteiligte Personen oder nur der/die offizielle Projektleiter:in den Antrag stellen?

Gemäß § 4 Abs. 1 der Satzung kommen als der/die Antragsteller:in nur promovierte:r Mitarbeiter:innen und/oder Professor:innen der FH Münster in Frage.

Falls in einem Forschungsprojekt verschiedene Methoden wie z.B. teilstrukturierte Interviews, geplante Umfragen und Datensammlung in Reallaboren denkbar wären, aber zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht abschließend geklärt wäre, welche genau später zum Einsatz kommen werden, wie soll dies in der Antragstellung berücksichtigt werden?

Die ethische Beurteilung der Forschungsfrage, der Hypothese, sowie der Methode mit konkretem Einsatz und Kommunikation mit Proband*innen ist für das Votum von zentraler Bedeutung. Daher muss der Antrag vollständig und verbindlich ausgefüllt werden. Es muss daher zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits klar sein, welche Forschungsfrage formuliert, welche Hypothese begründet und wie genau die Methode durchgeführt wird.

Muss für Forschungsvorhaben, z.B. auch im außereuropäischen Ausland, zwingend ein Ethikvotum von der Ethikkommission eingeholt werden, oder ist dies optional?

Ob Sie ein Ethikvotum benötigen, hängt von Ihrem Drittmittelgeber oder dem Herausgeber des Fachjournals ab, in dem Sie Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichen möchten. Die Ethikkommission wird nur auf Antrag aktiv, es besteht also kein gesetzliches Muss.

Verfügen Sie über Erfahrungen beim Einholen von Ethikvoten für Forschungsvorhaben im außereuropäischen Ausland oder bieten Sie Beratungen dazu an?

Die Ethikkommission hat Erfahrungen beim Einholen von Ethikvoten für Forschungsvorhaben auch im außereuropäischen Ausland. Wenn Sie dafür ein Ethikvotum benötigen oder Fragen haben, können Sie sich gerne an uns wenden.

Darf ich Studienteilnehmenden eine Vergütung zahlen? Was ist dabei zu beachten?

Für die Teilnahme an einer Studie kann Teilnehmenden eine Vergütung gewährt werden, dies ist nicht per se ethisch problematisch.

Grundsätzlich sind unterschiedliche Formen der Vergütung zu unterscheiden:
a)Anreize (Incentives) motivieren oder ermutigen Personen etwas zu tun,
b)Aufwands-/Entschädigungen können geleistet werden als Erstattung von Aufwendungen(z.B. für Fahrtkosten, Essen oder Verdienstausfall) oder als Kompensation/Entschädigung/Anerkennung für die nicht-finanziellen Verluste (z.B. Zeit, Unannehmlichkeiten oder Unbehagen)durch die Studienteilnahme.
c)Entgelt oder Belohnung ist ein (materieller) Vorteil, den eine Person durch die Teilnahme an der Forschung erlangt, wobei dieser als Lohn oder gleichwertiger Betrag berechnet wird.

Vergütungen können finanziell (z.B. als Bargeld oder Überweisung) oder in Form materieller Dinge (z.B. Gutscheine, Bücher, Kuscheltiere, Zugangsvorteile zu Kursen etc.) abgewickelt werden.

Bei der Gewährung einer Vergütung sind vor allem die Art und die Höhe zu reflektieren. Dabei sind folgende Aspekte zu beachten:

  • Der Charakter der Freiwilligkeit der Einwilligung darf nicht in Mitleidenschaft gezogen werden (dadurch würde die Einwilligungserklärung ungültig). Insbesondere darf die Kompensation nicht dazu verleiten, dass Risiken eingegangen werden, die ohne die Kompensation nicht eingegangen worden wären.
  • Das Prinzip der Gerechtigkeit sollte gewahrt sein, d.h. der erbrachte Zeitaufwand und die mentale oder körperliche Beanspruchung sollten angemessen berücksichtigt sein. Die Teilnehmenden sind gleich zu behandeln.

Incentives und Entgelte/Belohnungen sind ggf. problematisch, da sie u.U. die Freiwilligkeit kompromittieren könnten und Interessierte dazu verleiten könnten Risiken für die Studie einzugehen, die sie ohne den Anreiz nicht eingegangen wären. Aufwandsentschädigungen sind hingegen zumeist weniger problematisch und sollten, wenn möglich, bevorzugt werden.

Minderjährige sollten in der Regel keine finanzielle Kompensation erhalten, Sachgeschenke (z.B. Sticker, Urkunden) sind hier zu bevorzugen.

In Einzelfällen kann es Gründe geben, Teilnehmergruppen unterschiedlich zu entschädigen und damit potentiell ungleich zu behandeln. Dies sollte dann im Antrag begründet werden. Die Verlosung von Gutscheinen widerspricht nicht dem Prinzip der Gerechtigkeit, sofern alle Teilnehmenden die gleiche Gewinnchance haben. Zu beachten ist, bei der Verlosung von Gutscheinen, dass die Gewinnchance vonseiten der Probanden nur beurteilt werden kann, wenn die Anzahl der Teilnehmenden klar ist. Wenn eine solche Angabe vorab nicht gemacht werden kann, sollte zumindest definiert werden, unter wie vielen Teilnehmenden ein Gutschein verlost wird (z. B. 1 pro 100 Teilnehmenden) oder wie groß die geplante Stichprobe ist.

Bei der Planung von Vergütungen sind auch die praktische Umsetzbarkeit und der Datenschutz zu beachten. Je nach Art und Umfang der Vergütung werden ggf. personenbezogene Daten (z.B. Name und Kontonummer oder E-Mailadresse) benötigt und diese Daten werden an andere Stellen (z.B. Finanzabteilung) übermittelt. Datensparsame Lösungen sind zu bevorzugen und die Teilnehmenden sind ggf. gemäß DSGVO über die verarbeiteten Daten zu informieren.

Vor der Untersuchung sollte über mögliche Vergütungen aufgeklärt werden. Dabei ist auch anzugeben, ab wann die Vergütung voll bzw. in welchen Fällen sie ggf. nur anteilig gewährt wird.

Bei weiteren Fragen dazu können Sie sich an die Geschäftsstelle der EUB wenden.

Siehe dazu auch:

  • Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) (Hrsg.) Ethisches Handeln in der psychologischen Forschung. Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Psychologie und Ethikkom-missionen. Göttingen, Hogrefe, 2018. S. 25-28 und S.86-87.
  • Central University Research Ethics Committee (CUREC). Payments and incentives in research - Best Practice Guidance 05_Version 1.2., Approved by CUREC 02 June 2020, University of Oxford, 2020.

Wie ist mit personenbezogenen Daten umzugehen?

Personenbezogene Daten (also solche Daten, die einen Rückschluss auf eine bestimmte Person zulassen) dürfen in Forschungsprojekten nur dann erhoben werden, wenn der Untersuchungszweck dies erfordert. Im ausführlichen Antragsverfahren ist die Notwendigkeit der Erhebung personenbezogener Daten entsprechend zu begründen.

Sofern es notwendig ist, personenbezogene Daten zu verarbeiten, z.B. Video- oder Audioaufzeichnungen von Personen anzufertigen, sind die einschlägigen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten. Die Einhaltung dieser Bestimmungen obliegt den Forschenden, denn sie sind für die Datenverarbeitung verantwortlich.

Hilfestellung zum praktischen Umgang mit personenbezogenen Daten in Forschungsprojekten bekommen Sie beim Kompetenzzentrum Forschungsdaten. Weitere Informationen sind auf dem Portal der Datenschutzbeauftragten zusammengetragen.

Ist stets eine Einwilligung der Versuchsteilnehmer*innen einzuholen?

Forschungsethisch ist immer eine Einwilligung in die Teilnahme am Forschungsprojekt einzuholen. Die "Einwilligungserklärungen basieren stets auf einer Aufklärung über das Forschungsvorhaben, die in verständlicher Form dargeboten wird." (Richtlinien der DGPs Punkt 7.3.3.)  Weitere Informationen finden Sie unter "Über welche Sachverhalte ist in der Teilnehmer*inneninformation aufzuklären?".

Dabei ist aber zu unterscheiden zwischen der Einwilligung in die Forschungsteilnahme und die Einwilligung in die Datenverarbeitung. Die Ausführlichkeit der Studieninformation und der Einwilligung unterscheiden sich bei vollständig anonymen Erhebungen und Erhebungen mit personenbezogenen Daten. Zur Form der Einwilligung in verschiedenen Forschungsprojekten siehe "Muss die Einwilligung immer schriftlich erfolgen"?

Bei vollständig anonymen Erhebungen genügt nach der Aufklärung über die Studie eine Einwilligung in die Teilnahme am Forschungsprojekt mit Bezug zur Studieninformation.

Bei der Erhebung bzw. Verarbeitung personenbezogener Daten in einem Forschungsprojekt greifen umfassendere Informations- und Einwilligungspflichten. So sind in der Aufklärung zusätzlich detaillierte Angaben zur Art und Verarbeitung der personenbezogenen Daten und Betroffenenrechte zu machen. Neben der Einwilligung zur Teilnahme am Forschungsprojekt ist zusätzlich eine datenschutzrechtliche Einwilligung in die Verarbeitung der Daten einzuholen. Diese wird immer mit der Einwilligung der Teilnahme am Forschungsprojekt verbunden, es werden nicht zwei Einwilligungen eingeholt. Die Einwilligung zur Forschungsteilnahme und die Einwilligung zur Datenverarbeitung werden in einer Erklärung kombiniert. Information zu den Anforderungen an die Teilnehmeraufklärung und Einwilligungserklärungen in Projekten mit personenbezogenen Daten finden Sie unter der entsprechenden Frage.

Muss die Einwilligung immer schriftlich erfolgen?

Grundsätzlich ist für die Einwilligung immer eine eindeutige bestätigende Handlung notwendig. "Opt-out"-Varianten sind unzulässig.

Bei vollständig anonymen Befragungen kann eine Einwilligung in einfacher Form, beispielsweise durch Start der Online-Umfrage, erfolgen.

Auch bei Forschungsprojekten mit personenbezogenen Daten wurde die Pflicht zur schriftlichen Einwilligung mit der DSGVO grundsätzlich aufgehoben. Der Forschende ist jedoch verantwortlich für die Datenverarbeitung und verpflichtet die Einwilligung zu dokumentieren. In der Regel sichert eine schriftliche Einwilligungserklärung die Dokumentations- bzw. Nachweispflichten des Forschenden am besten ab. Andere Optionen der Einwilligung wie ein Vermerk im Erhebungsprotokoll oder eine mündliche Bestätigung vor Beginn eines Interviews sind theoretisch auch zulässig, jedoch vor dem Hintergrund der Nachweispflicht abzuwägen.

Informationen zu den notwendigen Inhalten einer Teilnehmeraufklärung und Einwilligungserklärung sind den entsprechenden Fragen zu entnehmen.

Was ist bei einer Studie zu beachten, die eine Täuschung der Teilnehmer*innen beinhaltet?

Eine Täuschung ist nur dann gerechtfertigt, wenn dadurch ein bedeutsamer Erkenntnisgewinn erzielt werden kann und keine alternativen Vorgehensweisen zur Verfügung stehen, um den Untersuchungszweck zu erreichen.

Auch bei einer Studie mit Täuschung muss die Teilnehmer*inneninformation, welche die Grundlage der Einwilligung zur Teilnahme bildet, vollständig wahrheitsgemäß sein. (Die Täuschung darf mithin nicht in diese Information "einfließen".) Insbesondere Zusagen, die den Teilnehmer*innen im Rahmen der Teilnehmer*inneninformation gegeben wurden, etwa über eine Vergütung für die Teilnahme, sind immer einzuhalten.

Es darf nicht über solche Aspekte einer Forschungsarbeit getäuscht werden, von denen angenommen werden kann, dass sie ernsthafte physische und/oder psychische Belastungen erzeugen.

Über jede Täuschung ist so früh wie möglich aufzuklären. Den Teilnehmer*innen muss nach erfolgter Aufklärung das Zurückziehen ihrer Daten gestattet werden.

Über welche Sachverhalte ist in der Teilnehmer*inneninformation aufzuklären?

Gemäß Richtlinien der DGPs und des BDP (Punkt 7.3.3) sind Studienteilnehmer*innen über folgende Inhalte aufzuklären:

  • den Zweck der Forschung,
  • die erwartete Dauer der Untersuchung und das Vorgehen;
  • ihr Recht darauf, die Teilnahme abzulehnen oder sie zu beenden, auch wenn die Untersuchung schon begonnen hat;
  • absehbare Konsequenzen der Nichtteilnahme oder der vorzeitigen Beendigung der Teilnahme;
  • absehbare Faktoren, von denen man vernünftigerweise erwarten kann, dass sie die Teilnahmebereitschaft beeinflussen, wie z.B. potenzielle Risiken, Unbehagen oder mögliche anderweitige negative Auswirkungen, die über alltägliche Befindlichkeitsschwankungen hinausgehen;
  • den voraussichtlichen Erkenntnisgewinn durch die Forschungsarbeit;
  • die Gewährleistung von Vertraulichkeit und Anonymität sowie ggf. deren Grenzen;
  • welche Vergütung es für die Teilnahme ggf. geben wird und
  • an wen sie sich mit Fragen zum Forschungsvorhaben und zu ihren Rechten als Forschungsteilnehmerinnen und Forschungsteilnehmer wenden können.

Den potenziellen Teilnehmer*innen wird zudem die Gelegenheit gegeben, Antworten auf ihre Fragen zum Forschungsvorhaben zu erhalten.

Auch bei vollständig anonymen Erhebungen sind die Studienteilnehmer*innen darüber zu informieren, dass ihre anonymen bzw. anonymisierten Daten zur sekundären Nutzung durch Dritte zur Verfügung gestellt werden können und dass Zweck, Art und Umfang dieser sekundären Nutzung derzeit ggf. nicht absehbar sind.

Bei Forschungsprojekten, die personenbezogene Daten erheben und verarbeiten sind zusätzlich die formellen Anforderungen für eine informierte Einwilligungserklärung unter Beachtung der Artikel 7 und 13 Datenschutz-Grundverordnung zu beachten. Weitere Informationen dazu finden Sie unter der entsprechenden Frage.

Eine Vorlage zur Teilnehmer*innen-Aufklärung und Einwilligung erhalten Sie auf Anfrage bei der Geschäftsstelle der Ethik-Kommission.

Welche Anforderungen gelten bei der Aufklärung und Einwilligung bei Forschungsprojekten mit personenbezogenen Daten?

Potentielle Studienteilnehmer*innen sind immer über die grundlegenden Inhalte der Studie aufzuklären. Weitere Informationen dazu finden Sie unter "Über welche Sachverhalte ist in der Teilnehmer*inneninformation aufzuklären?".

Die folgenden Ausführungen gelten für Studien, bei denen als Teil der Forschung personenbezogene Daten erhoben bzw. verarbeitet werden. Die Informationen ergänzen die allgemein notwendige Aufklärung um weitere, formell notwendige Aspekte bei der Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten gemäß Datenschutzgrundverordnung Artikel 7 und 13.

Bitte prüfen Sie immer, ob überhaupt eine Erhebung personenbezogener Daten notwendig ist, um das Forschungsziel zu erreichen.

Aufgrund der Menge der Angaben empfiehlt es sich, eine separate Teilnehmer*inneninformation zur Verarbeitung personenbezogener Daten zu nutzen, auf welche die Einwilligungserklärung und die grundlegende Teilnehmer*inneninformation Bezug nimmt.

Eine Vorlage zur Teilnehmer*innen-Aufklärung, Datenschutzinformation und Einwilligung erhalten Sie auf Anfrage bei der Geschäftsstelle der Ethik-Kommission.

Anforderungen an die Teilnehmer*inneninformation (Datenschutzteil)

  • Name und Kontaktinformation (inklusive Fakultät bzw. Einrichtung) des bzw. der Verantwortlichen angeben. Verantwortlich ist, wer über Zweck und Mittel der Datenverarbeitung entscheidet; normalerweise ist dies die Projektleitung und ggf. deren Stellvertretung, bei Abschlussarbeiten die Betreuerin bzw. der Betreuer, bei Studien im Rahmen von Lehrveranstaltungen die verantwortliche Lehrkraft
  • Freiwilligkeit; Verweigerung der Einwilligung oder vorzeitige Beendigung der Teilnahme bleibt ohne Konsequenzen
  • Widerruflichkeit für die Zukunft; jederzeit und ohne Begründung (die Rechtmäßigkeit der Datenverarbeitung bis zum Widerruf bleibt unberührt)
  • Verwendungszweck angeben, für den die Daten erhoben werden (Zweckbindung)
  • Übermittlungen, Nutzung durch andere (ggf. Verbundpartner), ggf. Datenverarbeitung im Auftrag beachten, sofern Dritte personenbezogene Daten zur weiteren Verarbeitung (Transkription etc.) erhalten
  • Wo werden die Daten gespeichert (z.B. geschützter Server; mobiler Datenträger unter Verschluss)
  • Datenverarbeitungsvorgang darstellen. Werden die Daten anonymisiert oder pseudonymisiert? Wie geschieht das? Auf Datentreuhänder*in hinweisen (darf nicht Forscher*in sein, der/die mit den Daten selbst arbeitet)
  • Zugriffsberechtigte: Wer hat Zugriff auf welche Daten (Trennung von Kontaktdaten und Forschungsdaten, bei Langzeitstudien Datentreuhänder*in einsetzen)
  • Angaben zur Löschung oder Anonymisierung der Daten (wie werden die Daten anonymisiert, Gesamtkontext und ggf. Zusatzwissen beachten). Wann wird die Kodierliste vernichtet? Bei Anonymisierung deutlich machen, ab wann eine Löschung nicht mehr verlangt werden kann
  • Geplante Veröffentlichung von Daten (ausschließlich in anonymisierter Form)
  • Hinweis auf Betroffenenrechte (Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Verarbeitung, Widerspruch, Datenübertragbarkeit)
  • Hinweis auf Beschwerderecht bei Aufsichtsbehörde; zuständig ist die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit NRW (www.ldi.nrw.de)

Anforderungen an die Einwilligungserklärung

  • Hinweis auf Teilnehmerinformation - beide Dokumente verknüpfen
  • Freiwillige Teilnahme und freiwillige Einwilligung in die in der Teilnehmerinformation beschriebene Verarbeitung der Daten

Auskunft bzw. Widerruf muss möglich sein, solange die Daten personenbezogen vorliegen; Widerrufsprozess festlegen (wie? bei wem?), der Widerrufsprozess muss für die Teilnehmer*innen leicht sein (z.B. durch formlose Mail oder per Telefon), Widerruf geht bei anonymisierten Daten gewollt ins Leere.

Warum erhalte ich keinen Zugriff auf Ethikpool?

Sie müssen Mitarbeiter*in der FH Münster sein. Sie müssen sich im Netzwerk der FH Münster befinden (vor Ort per Eduroam, Kabel oder unterwegs per VPN). Falls vor Ort kein Zugriff über Eduroam möglich sein sollte, hilft es manchmal, sich zusätzlich per VPN mit dem Netzwerk der FH Münster zu verbinden.

Wie lange dauert es, bis ich das Ethikvotum zu meinem Antrag erhalte?

Sie stellen Ihren Antrag spätestens 6 Wochen vor dem nächsten Sitzungstermin der Ethikkommission. Falls es keine Nachforderungen oder Klärungsbedarfe gibt, kann das Votum in der Sitzung erstellt werden. Im Minimum erhalten Sie Ihr Votum also nach sechs bis sieben Wochen. Falls es Nachforderungen oder Klärungsbedarfe gibt, werden diese über EthikPool kommuniziert, und es kommt auf die Zeitnähe der Ergänzungen seitens des*der Antragssteller*in an sowie auf den Umfang und die Bearbeitungskapazitäten der zuständigen Kommissionsmitglieder vor der Sitzung. Im günstigen Fall sind die Nachforderungen vollständig eingereicht, gut zu überblicken und zu beurteilen. Dann ist es möglich, das Votum bereits in der nächsten Sitzung der Ethikkommission zu erstellen, also ebenfalls im Zeitraum nach sechs bis sieben Wochen. Sind die Nachforderungen umfangreicher oder immer noch unvollständig und können bis zur kommenden Sitzung nicht erfasst werden, dann wird das Votum auf die nächstmögliche Sitzung verschoben. In Fällen, in denen es zeitlich kritisch ist, kann geprüft werden, ob es zu einer Abstimmung im Umlaufverfahren zwischen den Sitzungsterminen kommen kann.

Darf ich mit der Datenerhebung beginnen, auch wenn noch kein Votum vorhanden ist?

Nach § 4 Abs. 4 der Satzung der Ethikkommission der FH Münster ist festgelegt: "Der Antrag ist rechtzeitig vor Beginn des Vorhabens zu stellen." Das bedeutet, dass nach Beginn einer Studie im Nachhinein kein Ethikvotum mehr erstellt werden kann. Falls Sie Teilprojekte planen, die in der Zukunft liegen und sich eindeutig von laufenden Forschungsprojekten abgrenzen lassen, kann geprüft werden, ob diese ethisch beurteilt werden können.

Ist ein ethisch positives Forschungsprojekt automatisch auch im juristischen Sinne "rechtmäßig"?

Wir weisen darauf hin, dass - abhängig von der konkreten Ausgestaltung des Projekts - unterschiedlichste rechtliche Anforderungen zu beachten sein können. Die Ethikkommission hat weder geprüft, welche das im Einzelnen sind, noch - soweit rechtliche Erklärungen im Rahmen des Projekts verwendet werden sollen und vorgelegt wurden -, ob diese rechtmäßig sind. Vor diesem Hintergrund kann es sich empfehlen, ggf. gesonderten Rechtsbeistand einzuholen. Die Ethikkommission übernimmt deshalb auch keine Gewähr oder Haftung für die Rechtsmäßigkeit des Projekts.

Mitglieder

Mitglieder der Ethikkommission

Vorsitz

  • Dr. Petra Michel-Fabian (Vorsitzende)
    Münster Centrum für Interdisziplinarität

  • Prof. Dr. phil. Martin Wallroth (stellvertretender Vorsitzender)
    Fachbereich Sozialwesen

Professorinnen und Professoren

  • Prof. Dr.-Ing. Florian Altendorfner
    Fachbereich Energie · Gebäude · Umwelt

  • Prof. Dr.-Ing. Claus Backhaus
    Fachbereich Physikingenieurwesen

  • Prof. Dr. rer. nat. Thomas Jüstel
    Fachbereich Chemieingenieurwesen

  • Prof. Dr.-Ing. Simone Kattenstedt
    Fachbereich Bauingenieurwesen

  • Prof. Dr. med. Hanns Rüdiger Röttgers
    Fachbereich Sozialwesen

  • Prof.'in Dr. rer. nat. Jennifer Schmidt
    Fachbereich Gesundheit

  • Prof.'in Dr. Kathrin Ungru
    Fachbereich Elektrotechnik und Informatik

  • Prof. Dr. jur. Dirk Waschull
    Fachbereich Sozialwesen

  • Prof. Dr.-Ing. Thomas Christian Weik
    Fachbereich Elektrotechnik und Informatik

wiss. Mitarbeitende

  • Dipl.-Pflegewirtin Dorothee Martens
    Fachbereich Gesundheit

  • Florian Segger M.Sc.
    Fachbereich Energie · Gebäude · Umwelt

Beratendes Mitglied

  • Ass. Jur. Laura Wefers
    Justiziariat

Verschwiegenheit

Die Mitglieder der Ethikkommission sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Dasselbe gilt für hinzugezogene Gutachter*innen, Sachverständige, Hilfspersonen und Personen, die die Arbeit der Ethikkommission administrativ unterstützen.

Befangenheit

Im Umgang mit einer möglichen Befangenheit der Mitglieder der Ethikkommission orientieren wir uns an den Hinweisen wie sie bereits für Berufungskommissionen an der FH Münster vorhanden sind.

Beurteilungsmaßstäbe zur Votenfindung

Die Ethikkommission der FH Münster orientiert sich in der Begutachtung von Anträgen prinzipiell an forschungsethischen Kriterien, wie sie in der Deklaration von Helsinki dargelegt sind. Einige Fachgesellschaften haben inzwischen eigene Richtlinien erstellt, die alternativ für die Begutachtung herangezogen werden können.

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