Die Sprache von Kindern steht im Mittelpunkt des ersten Logopädie-Semesters. Um die theoretischen Inhalte direkt zu erproben, machen alle Studierenden ein dreiwöchiges Praktikum in einer Kita. Jennifer Heiming hat dort die Aussprache der Knirpse beobachtet und geübt, Sprachfehler zu diagnostizieren.
Jennifer Heiming studiert den dualen Studiengang Therapie- und Gesundheitsmanagement, Fachrichtung Logopädie, ein Kooperationsangebot der FH Münster und der Schule für Logopädie des Universitätsklinikums.

„Die Kleinen sind ja so süß“, erzählt Jennifer. „Die waren total offen und haben mich gleich ganz herzlich aufgenommen.“ Die angehende Logopädin ist mit ihrem Praktikum im evangelischen Matthäus-Kindergarten in Münster rundum zufrieden: „Das Gesamtpaket hat einfach gestimmt.“ Mit zwei Mädchen und einem Jungen führte sie eine ausführliche Sprachdiagnostik durch – auf spielerische Weise: mit Hilfe von Bildern, die die Kinder benennen mussten. Dazu kamen noch Beobachtungsaufgaben, etwa zur Motorik oder zur Stifthaltung. In der übrigen Zeit unterstützte sie die Erzieherinnen: spielte, tröstete, schaukelte an, machte Schnürsenkel und Reißverschlüsse zu oder verteilte Essen.

»Ich finde es toll, dass ich nach dem Studium so viele verschiedene Arbeitsmöglichkeiten habe, entweder in einer Klinik, Praxis oder in der Forschung.«Jennifer Heiming

„Nach der Schule wollte ich auf jeden Fall studieren“, sagt Jennifer. „Als ich von dem dualen Studiengang Therapie- und Gesundheitsmanagement mit Fachrichtung Logopädie gehört habe, stand mein Entschluss relativ schnell fest.“ Besonders überzeugend fand die 19-Jährige, dass man gleichzeitig studiert und eine Berufsausbildung als Logopädin macht. Zwei- bis dreimal in der Woche besucht sie Lehrveranstaltungen des Fachbereichs Gesundheit auf dem Leonardo-Campus. Ansonsten lernt sie an der Schule für Logopädie des Universitätsklinikums. Bereits im zweiten Semester wird sie dort gemeinsam mit einer Kommilitonin ihren ersten eigenen Patienten behandeln. „Echt super, dass ich ein dreiviertel Jahr nach Studienbeginn schon selbst therapieren darf“, sagt Jennifer. Begleitet wird sie dabei aber noch von Lehrkräften, die ihre Behandlungssitzungen über eine Spiegelglasscheibe im Nebenraum beobachten.

Zum ersten Semester gehört ein dreiwöchiges Praktikum im Kindergarten. Jennifer erprobte die im Studium erlernten spielerischen Diagnosetechniken und schrieb, um die Auswertung zu üben, einen Bericht, der als Modulprüfung gewertet wird.(Fotos: Stefanie Go
Jennifer erprobte die im Studium erlernten spielerischen Diagnosetechniken und schrieb, um die Auswertung zu üben, einen Bericht, der als Modulprüfung gewertet wird.(Fotos: Stefanie Gosejohann)
Während des Freispiels führte Jennifer Beobachtungen durch, die sie ebenfalls für ihren Bericht heranzog.
Während des Freispiels führte Jennifer Beobachtungen durch, die sie ebenfalls für ihren Bericht heranzog.

Was sie nach ihrem Abschluss genau machen möchte, steht für die Studentin jetzt noch nicht fest: „Ich finde es toll, dass ich nach dem Studium so viele verschiedene Arbeitsmöglichkeiten habe, entweder in einer Klinik, Praxis oder in der Forschung.“ Gern würde die Halbengländerin auf jeden Fall auch noch eine Zeitlang nach England gehen. Kontakte hat sie dort durch ihre familiären Bande eine Menge.

Von Stefanie Gosejohann


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