Die Ozeane sind mit Mikroplastik verunreinigt, die Chemie landet in unserem Blut. Um über diese bedrohliche Entwicklung zu informieren, hat die Designerin Regina Hoffmann die App „Plastic Level“ entwickelt. Mit ihr können Nutzer ihr Handeln reflektieren – und bestenfalls ändern. Bei Regina hat das bereits geklappt.
Für ihren Abschluss als Designerin an unserer Hochschule entwickelte Regina Hoffmann eine App.

„Wenn wir in den Spiegel schauen, sehen wir nur die Oberfläche. Viel zu selten reflektieren wir unser Handeln.“ Damit meint Regina auch sich selbst. Auch sie habe früher nicht so intensiv darüber nachgedacht, welche Materialien in all der Kosmetik und Kleidung stecken, erzählt die 24-Jährige. Das Projekt „Smart Mirror – Bewusstsein schaffen für die unsichtbare Gefahr von Mikroplastik“ unter der Leitung von Prof. Tina Glückselig vom Fachbereich Design habe ihr die Augen geöffnet: Unser Lebensstil gefährdet die Ozeane. 

»Ich will nicht nur das Bewusstsein dafür schärfen, sondern gebe ganz konkrete Tipps.«Regina Hoffmann

Genau dies veranschaulicht der von der Projektgruppe entwickelte intelligente Spiegel, der bald an öffentlichen Plätzen installiert werden soll. Zunächst sieht man sich selbst, im nächsten Augenblick in Rückwärtsschleife die Geschichte des gern getragenen Oberteils oder täglich genutzten Shampoos. Am Ende der Rückwärtsgeschichten wird auf Reginas App „Plastic Level“ verwiesen. Die zeigt, auf welche Bestandteile in den Produkten zu achten ist und was man tun kann. „Ich will nicht nur das Bewusstsein dafür schärfen, sondern gebe ganz konkrete Tipps.“ Die mögen für manche banal sein, wie zum Beispiel, eine Woche ohne Plastiktüten auszukommen oder Alternativen zu Kosmetikprodukten mit Mikroplastik zu finden, aber für viele Menschen ist genau das die richtige Botschaft, weil sie leicht umzusetzen ist.

Vor der fertigen App standen Recherche, Konzeptausarbeitung, Analysen mit Zielgruppenerstellung, Netzstrategie, Gestaltung und Programmierung des Prototyps. Prof. Tina Glückselig (rechts)hatte die Abschlussarbeit betreut, für die technische Umsetzung ist
Vor der fertigen App standen Recherche, Konzeptausarbeitung, Analysen mit Zielgruppenerstellung, Netzstrategie, Gestaltung und Programmierung des Prototyps. (Foto: Anna Biskupic)
Das Konzept von Reginas Bachelorarbeit „Plastic Level. Eine App über Mikroplastik“ soll auch ohne Inspiration durch den Spiegel funktionieren – sie soll ihre Kreise ziehen, indem Freunde und Bekannte über soziale Netzwerke hierzu einladen. (Foto: Anne Hol
Das Konzept von Reginas Bachelorarbeit „Plastic Level. Eine App über Mikroplastik“ soll auch ohne Inspiration durch den Spiegel funktionieren – sie soll ihre Kreise ziehen, indem Freunde und Bekannte über soziale Netzwerke hierzu einladen.

Hat sich seit der Beschäftigung mit dem Bachelorthema auch Reginas Verhalten verändert? „Ich habe grundsätzlich meine Konsumgewohnheiten hinterfragt. Wiederverwenden und Gebrauchtkaufen finde ich super.“ Und sie sei viel aufmerksamer geworden, wie viel Plastik sie täglich verbrauche und achte beim Neukauf auf plastikfreie Alternativen. Sie nehme immer ihre Glasflasche und ihren eigenen Kaffee-to-go-Becher mit, benutze keine Einwegverpackungen aus Plastik mehr, bevorzuge Naturkosmetik und ist Fan vom Unverpackt-Laden in Münster.

Das Schönste an dem Projekt? Die Präsentation beim „Parcours“. Dort erhielt Regina direkt die ersten Anmeldungen für eine Benachrichtigung per E-Mail. „Das Feedback der Besucher war unglaublich: Ich habe gemerkt, dass wirklich Bedarf an der App besteht.“
Das Schönste an dem Projekt? Die Präsentation beim „Parcours“. Dort erhielt Regina direkt die ersten Anmeldungen für eine Benachrichtigung per E-Mail. „Das Feedback der Besucher war unglaublich: Ich habe gemerkt, dass wirklich Bedarf an der App besteht.“
Der Prototyp der App ist fertig, weiter geht es mit dem Konzept zur App im Forschungsschwerpunkt Gesellschaft und Digitales (GUD). Natürlich begleitet von Regina, die seit ihrem Abschluss einen Vollzeitjob in der Agentur Living Concept hat.
Der Prototyp der App, die im Forschungsschwerpunkt Gesellschaft und Digitales (GUD) weiterentwickelt wird. Natürlich begleitet von Regina, die seit ihrem Abschluss einen Vollzeitjob in einer Agentur hat. (Foto: Regina Hoffmann)

Wo möchte Regina in zehn Jahren stehen? „Am liebsten in einer nachhaltigen Welt mit vielen natürlichen Alternativen.“ Fürs erste wäre sie schon zufrieden, wenn auf den Produkten ohne Mikroplastik ein entsprechender Aufkleber angebracht würde – aus ihrer Sicht eine Aufwertung des Produkts!

Von Anne Holtkötter


Seite drucken