Mieses Wetter mit Folgen: Im Juli 2014 prasselten solche Wassermassen vom Himmel, dass das Gebäude der Deutsche Rentenversicherung (DRV) an der Gartenstraße in Münster Schäden in Höhe von 800.000 Euro davontrug. Das soll nicht noch mal passieren. Unsere Umwelttechnik-Studentin Eske Hilbrands hat in einer Projektarbeit Tipps für das Unternehmen erarbeitet.
Eske Hilbrands studiert unser Bachelorprogramm Energie-, Gebäude- und Umwelttechnik.

Dafür war sie gemeinsam mit Prof. Dr. Helmut Grüning zu einem Ortstermin eingeladen. „Ich bin quasi aus Wasserperspektive über das Grundstück der DRV gegangen“, erzählt Eske, wie sie die Beschaffenheit der Flächen und Gebäude inspiziert hat. „Wie verhält sich Wasser in Extremsituationen wie einer urbanen Sturzflut? Wo würde es hinlaufen?“ Antwort: Immer abwärts. In Keller, in Lichtschächte, in den DRV-Innenhof, der kesselartig angelegt ist. Und das bedeutet in diesem Fall, auch in den Raum der zentralen Stromversorgung – der liegt nämlich am Innenhof der Anlage. „Tipp Nummer eins lautet deshalb ganz klar: Dieser wichtige Raum muss, wenn es irgendwie geht, umziehen“, sagt die 20-Jährige.

Was lässt sich machen? Das wollte Oliver Boelke (l.) von der DRV gerne von Eske, Prof. Dr. Helmut Grüning und Berthold Reloe vom Tiefbauamt der Stadt Münster (v.l.) wissen. (Foto: Theresa Gerks)
Was lässt sich machen? Das wollte Oliver Boelke (l.) von der DRV gerne von Eske, Prof. Dr. Helmut Grüning und Berthold Reloe vom Tiefbauamt der Stadt Münster (v.l.) wissen. (Foto: Theresa Gerks)
Klare Erkenntnis des Ortsbesuchs: Die Treppen hier läuft das Regenwasser nur allzu gerne herunter – und direkt weiter in die Lichtschächte im Boden. (Foto: Theresa Gerks)
Klare Erkenntnis des Ortsbesuchs: Die Treppen hier läuft das Regenwasser nur allzu gerne herunter – und direkt weiter in die Lichtschächte im Boden. (Foto: Theresa Gerks)

Andere Maßnahmen sind glücklicherweise nicht so aufwendig umzusetzen. „Druckdichte Fenster für die Kellerebenen sind immer gut. Vor allem, wenn das Wasser in die Lichtschächte läuft und dort steht, weil es weder weg noch wirklich verdunsten kann“, sagt Eske. „Außerdem kann man kleine Mäuerchen um die Lichtschächte in den Böden bauen, damit kein Wasser hineinkommt. Zehn oder fünfzehn Zentimeter reichen ja schon, so hoch muss es hier erst mal stehen.“ 

Auch für Wälle macht Eske kräftig Werbung. Vor allem, weil die Aa direkt neben dem Grundstück herfließt und einen Gefährdungspunkt darstellt, wenn es mal wieder schütten sollte. „Prima sind auch Versickerungsmöglichkeiten für das Wasser, wie Grünflächen, Mulden oder Gründächer. Damit wird das unterirdische Kanalsystem entlastet“, erklärt Eske. Sie hat ganz genau geschaut, wo sich die Einlaufschächte auf dem Gelände befinden. „Im kesselförmigen Innenhof gibt es jetzt einen Teich, ein richtiges Biotop. Das ist ein guter Anfang.“ 

Hier kann Wasser gut versickern – Pluspunkt für das Biotop im gläsernen Innenhof der DRV. (Foto: Theresa Gerks)
Hier kann Wasser gut versickern – Pluspunkt für das Biotop im gläsernen Innenhof der DRV. (Foto: Theresa Gerks)
Ein weiterer Gefährdungspunkt ist die Aa, die nahe am Grundstück des Unternehmens fließt und manchmal über die Ufer tritt. Hier hat die Stadt Münster aktuell Erdwälle errichtet. (Foto: Theresa Gerks)
Ein weiterer Gefährdungspunkt ist die Aa, die nahe am Grundstück des Unternehmens fließt und manchmal über die Ufer tritt. Hier hat die Stadt Münster aktuell Erdwälle errichtet. (Foto: Theresa Gerks)

Was genau die DRV von Eskes Vorschlägen umsetzen wird, hängt natürlich auch von den finanziellen Mitteln ab. „Ich bin gespannt, welche Maßnahmen das Unternehmen in die Hand nehmen wird“, sagt Eske. „So oder so finde ich es super, dass ich mein gelerntes Wissen konkret an einem realen Problem anwenden und damit helfen kann.“

Von Theresa Gerks


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