Verrückte Legosteine, Knochenimitate für Museen, Vasen und Lampenschirme, ausgefallene Smartphonehüllen und unterschiedlichste Ersatzteile – das ist ein ganz schön bunter Haufen auf dem Showroom-Tisch bei „Urbanmaker“ in Münster. Aber eins haben die Objekte gemeinsam: Sie kommen komplett aus dem 3D-Drucker. Unsere Alumni Juri Boos und Max Tönnemann bringen die Technologie in unseren Alltag.
Ein Besuch im Münsteraner Showroom von „Urbanmaker“: Alles auf dem Tisch kommt aus dem 3D-Drucker.

„Wir sind beide von FH-Haus aus eigentlich Designer“, erzählt Juri. „Aber ich war es echt irgendwann leid, immer nur in zwei Dimensionen zu arbeiten – sprich Logos, Visitenkarten oder Webseiten. Dann habe ich die dritte Dimension für mich entdeckt.“ Max als Produktdesigner war schon früh im Studium vom 3D-Druck begeistert. „Zum Ende unseres Studiums 2011 hat der Fachbereich einen 3D-Drucker angeschafft. Echt super, welche Möglichkeiten einem der 3D-Druck eröffnet.“ 

Egal ob Hashtag- oder Münsterfan, egal ob kantig oder geschwungen: 3D-Drucker können ganz flexibel eingesetzt werden. (Fotos: Theresa Gerks)
Egal ob Hashtag- oder Münsterfan, egal ob kantig oder geschwungen: 3D-Drucker können ganz flexibel eingesetzt werden. (Fotos: Theresa Gerks)
Erst digital, dann real: Juri mit einem konzipierten und im Unternehmen selbst gedruckten Häusermodell.
Erst digital, dann real: Juri mit einem konzipierten und im Unternehmen selbst gedruckten Häusermodell.

Jetzt sind das natürlich noch viele mehr geworden. So viele, dass Max und Juri sich zusammen selbstständig gemacht haben. Mit drei Standbeinen: Erstens beraten sie Unternehmen, wie diese 3D-Druck in ihren Arbeitsalltag integrieren können. Für den wirtschaftlichen Part ist Dr. Ansgar Buschmann von der WWU mit dabei. „Es gibt quasi wöchentlich neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft“, berichtet Juri. „Die 3D-Druck-Branche baut sich rasant auf.“ Auch Privatleute klopfen an – ein weiterer Pfeiler des Urbanmaker-Konzepts. „Stark nachgefragt sind Ersatzteile, zum Beispiel für Möbel, Autos und sonstige technische Geräte. Oder verlorene Spielfiguren oder individuelle Legosteine“, sagt Max.  „Bei uns bekommt man fast jedes Einzelteil und das auch noch vergleichsweise günstig – dabei drucken wir wirklich nur nach Bedarf.“

Max tauscht eine Kunststoffspule aus, die vom 3D-Drucker eingeschmolzen und dann verarbeitet wird – ähnlich wie bei einer Heißklebepistole.
Max tauscht eine Kunststoffspule aus, die vom 3D-Drucker eingeschmolzen und dann verarbeitet wird – ähnlich wie bei einer Heißklebepistole.

Insgesamt 16 Drucker mit unterschiedlicher Ausstattung – das betrifft zum Beispiel Druckverfahren und Materialverarbeitung – haben die beiden bis jetzt angeschafft, damit jeder Wunsch realisiert werden kann. „Wichtig ist uns aber auch, mit Bildungseinrichtungen zu kooperieren“, erklärt Juri. „Deshalb haben wir jetzt mit ,Urbanmaker Campus‘ einen weiteren Schwerpunkt in Sachen Schulung und Wissenstransfer gesetzt.“ Hier bieten sie Kurse und Veranstaltungen an, um den Interessierten den 3D-Druck und dessen Möglichkeiten zu vermitteln. Bei „Urbanmaker“ entstanden auch schon Kooperations- und Abschlussarbeiten mit unseren Studierenden verschiedenster Lehreinrichtungen – dafür sind Max und Juri immer offen.

Von Theresa Gerks


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