„Wenn ich die Gelegenheit bekomme, will ich auch nach Amerika. Aber bitte nicht dahin, wo alle Urlaub machen!“ Das hat sich Franziska Schröder gedacht, seitdem ihre kleine Schwester in der zehnten Klasse total begeistert aus den Vereinigten Staaten zurückkam. In ihrem Bachelorstudium bei uns bekam Franziska die Gelegenheit – durch die vielen internationalen Kooperationen am Fachbereich Chemieingenieurwesen.
Das Leben am Meer und Sonne satt genießt die Bachelorstudentin sehr. (Foto: privat)

Gelandet ist Franziska an der University of California in Santa Barbara, elf Flugstunden entfernt. „Wir waren dort direkt am Meer, abends haben wir Delfine in der Bucht beobachtet oder gesurft, Sonne gab‘s auch satt – das ist ein echt tolles Lebensgefühl“, erzählt sie von ihrem Feierabendprogramm. Tagsüber war die 25-Jährige für ihre Praxisphase und Bachelorarbeit im Material Research Laboratory (MRL) tätig, einer Arbeitsgruppe, die unter anderem an Lithium-Elektrolyten forscht. Bei uns ist Franziska in der Arbeitsgruppe Tailored Optical Materials von Prof. Dr. Thomas Jüstel aktiv. „Lithium-Elektrolyten werden für Batterien verwendet, bergen aber auch einige Gefahren, etwa zu explodieren oder auszulaufen. Deshalb forschen Wissenschaftler weltweit an der Herstellung von festen Elektrolyten.“

»Die Menschen in Kalifornien leben so eine Leichtigkeit, in die man quasi reingeschoben wird. Und das sieht man auch an der Uni.«Franziska

Gefreut hat sich Franziska, dass die Mitglieder der Arbeitsgruppe sie sofort integriert haben. „Alle sind so super hilfsbereit! Am Anfang habe ich im Hotel gewohnt, und Bettdecke, Kissen und Bettbezüge habe ich von Professor Ram Seshadri bekommen, der mich hier betreut – schon ungewohnt, zeigt aber auch, wie herzlich und offen die Menschen dort sind.“ Danach wohnte sie in einem typischen Studentenappartement, das sie sich mit einer Spanierin teilte. „Leider ist das Leben in Santa Barbara sehr teuer, ich habe für die Wohnung doppelt so viel wie in Steinfurt gezahlt. Trotzdem ist es das alles absolut wert.“

An der Uni Santa Barbara war die 25-Jährige in einer Arbeitsgruppe tätig, die mit Lithium forscht. (Foto: privat)
An der Uni Santa Barbara war die 25-Jährige in einer Arbeitsgruppe tätig, die mit Lithium forscht. (Foto: privat)
Nach Amerika wollte Franziska unbedingt. Nun hat sie es tatsächlich geschafft. In ihrer Freizeit war sie viel unterwegs.  (Foto: privat)
Nach Amerika wollte Franziska unbedingt. Nun hat sie es tatsächlich geschafft. In ihrer Freizeit war sie viel unterwegs. (Foto: privat)

Und Franziska war immer unterwegs. „Ich habe hier eine Gruppe von ungefähr zehn Chemikern kennengelernt – witzigerweise kommen wir alle aus Deutschland. Aber wir haben untereinander trotzdem immer Englisch gesprochen, das fanden wir sehr wichtig.“ Am Wochenende hat sich die Truppe ein Auto gemietet und Trips gemacht. „Ich war in San Francisco, Los Angeles, San Diego, im Grand Canyon und anderen Nationalparks. Mammutbäume haben wir uns auch noch angeschaut, und zum Schluss ging’s nach Las Vegas – aber nur wir Mädels!“

Was auch noch typisch ist für die Uni Santa Barbara: jede Menge Partys. „Wenn man will, kann man hier jeden Tag feiern“, sagt Franziska. „Die Menschen in Kalifornien leben so eine Leichtigkeit, in die man quasi reingeschoben wird. Und das sieht man auch an der Uni: Mittwochs und freitags gibt’s bei uns immer freie Bagels für alle!“

Von Theresa Gerks


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