„Ich mag den Sommer in Deutschland“, sagt Heilly Zenith Galvez. Denn den kenne sie so in ihrer Heimat nicht – da sei es heiß und schwül, hier durchwachsen und unberechenbar. Die 21-Jährige kommt aus Panama, studiert Chemical Engineering in den USA und hat drei Monate ein Laborpraktikum absolviert – am Fachbereich Chemieingenieurwesen unserer Hochschule.
Im Labor widmete sie sich der Rheologie, der Lehre von der Verformbarkeit von Flüssigkeiten und Pasten. (Foto: Katharina Kipp)

Möglich wurde das durch das Internship Program (IP) von UAS7, einem Verbund von sieben Fachhochschulen, dem auch die FH Münster angehört. „Ich habe mich online für ein Projekt beworben mit Lebenslauf, Noten und einem Motivationsschreiben.“ Drei Monate später erhielt sie die Zusage, im Juni flog sie nach Deutschland. Und das, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. „Das war gar kein Problem, am Fachbereich sprechen ohnehin alle Englisch, allein schon, weil es da das englischsprachige Masterprogramm Chemical Engineering gibt, ich bin also bestens klargekommen.“

»Das Ingenieurstudium bei euch hat einfach einen sehr guten Ruf.«Heilly Zenith Galvez

Auf unserem Steinfurter Campus widmete sie sich der Rheologie. „Dabei geht es um die Verformbarkeit von Flüssigkeiten und Pasten“, erklärt Heilly. „Ich beschäftige mich mit Klebstoffen und untersuche zum Beispiel deren Fließverhalten.“ Unterstützung bekam sie von Chemiker Prof. Dr. Michael Bredol. „Er war sehr hilfsbereit, und ich hatte viel Freiheit in meiner Forschung.“ Die fand zwar in Steinfurt statt, gewohnt hat sie aber in Münster – zusammen mit vier Mitbewohnern in einer WG. „Das war purer Zufall. Ich habe von daheim aus eine Wohnung gesucht, die Zeit drängte, und dann habe ich übers Internet eine Studentin gefunden, die für denselben Zeitraum durch Panama gereist ist. Sie hat mir ihr Zimmer untervermietet, das war super.“ Denn dadurch hatte sie direkt Anschluss. „Meine Mitbewohner waren alle sehr nett, und es hat total viel Spaß gemacht, mit dem Rad die Stadt zu entdecken.“ Fahrradfahren, das hat ihr hier auch gut gefallen – genau wie Aasee und Hafen, aber auch das Umweltbewusstsein und die Pünktlichkeit der Deutschen beeindruckten sie. 

Im Labor widmete sie sich der Rheologie, der Lehre von der Verformbarkeit von Flüssigkeiten und Pasten. (Foto: Katharina Kipp)
Im Labor widmete sie sich der Rheologie, der Lehre von der Verformbarkeit von Flüssigkeiten und Pasten. Unter dem Rheometer untersucht sie Stichproben. (Foto: Katharina Kipp)
Ihr Praktikum in Deutschland gefällt Heilly so gut, dass sie sich vorstellen kann, ihren Master hier zu absolvieren. (Foto: Katharina Kipp)
Ihr Praktikum in Deutschland gefällt Heilly so gut, dass sie sich vorstellen kann, ihren Master hier zu absolvieren.

Dass sie nach Deutschland kommen wollte, stand außer Frage. „Das Ingenieurstudium bei euch hat einfach einen sehr guten Ruf.“ So gut, dass sie sich vorstellen kann, ihren Master in Deutschland zu absolvieren. „Zwei Jahre dauert es noch bis zu meinem Bachelorabschluss in den USA. Und dann mal sehen, worin genau ich mich spezialisiere. Aber es kann gut sein, dass ich zurückkomme.“ Viel mitgenommen hat sie aus der Zeit im Münsterland ohnehin schon. „Menschen sind unterschiedlich, aber die Wissenschaft ist überall gleich, Forscher denken auf ähnliche Art und Weise. Im Prinzip verbindet Wissenschaft Menschen unterschiedlicher Kulturen – das war sehr spannend zu beobachten.“ 

Von Katharina Kipp 


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