Özge Doyranli lebt in einer Millionen-Metropole: Istanbul. „Als ich nach Steinfurt kam, war ich erstmal geschockt“, sagt die 20-jährige Türkin lachend. „Es wirkt wie ein Dorf! Einfamilienhäuser gibt es bei uns gar nicht. Aber die Natur hier ist wunderschön, alles ist so sauber, und ich kann die Vögel zwitschern hören!“ Das war auch das allererste, was sie dem Team im Labor für Organischen Chemie und Biochemie bei Professor Thomas Schupp erzählt hat.
Vor allem hat Özge im Labor für Organische Chemie und Biochemie gelernt, wie sie selbst Experimente vorbereitet und aufbaut. (Foto: Theresa Gerks)

Zwei Monate lang macht sie dort verschiedene Experimente. Sie lässt Chemikalien reagieren, zum Beispiel ganz traditionell per Heizplatte unterm Abzug. Das macht sie danach noch einmal in der Mikrowelle. Zwei Methoden, aber führen sie an das gleiche Ziel? „Ich vergleiche die nach der Reaktion entstandenen Stoffe, also die Produkte, und analysiere die Anteile der Substanzen. Zum Beispiel per Infrarotspektroskopie.“ Dabei hat sie vor allem gelernt, wie sie ihre Versuche selber aufbaut. „Bei uns an der Hochschule ist in den praktischen Kursen schon immer alles fertig vorbereitet, deshalb wusste ich gar nicht, wie ich so einen Aufbau anpacken muss. Aber hier muss ich alles selber machen. Super!“

Özge holt Substanzen für ihre Experimente in der Chemikalienausgabe ab. (Foto: Theresa Gerks)
Özge holt Substanzen für ihre Experimente in der Chemikalienausgabe ab. (Foto: Theresa Gerks)

In Istanbul studiert Özge Chemical Engineering, und zum Studium dort gehören zwei Praktika: ein Laborpraktikum und eins im Ingenieurbereich. „Professor Schupp hat unsere Hochschule im November besucht und einige Labore vorgestellt, die es an der FH Münster gibt“, erzählt Özge. „Danach habe ich ihn angemailt, weil ich begeistert war und mein Laborpraktikum gerne über Erasmus bei ihm machen wollte. Ich war so happy, als die Zusage kam!“

„Home is where the Dom is“, das hat Özge schnell gelernt, als sie Köln erkundete. (Foto: privat)
„Home is where the Dom is“, das hat Özge schnell gelernt, als sie Köln erkundete. (Foto: privat)

Jetzt wohnt sie den Juli und August über im Studentenwohnheim. Und reist am Wochenende mit dem Zug quer durchs Land: Düsseldorf, Aachen, Osnabrück, Enschede, Kiel, Hamburg … Vor allem große Städte haben es ihr angetan. „Ich kenne es aber auch nicht anders, Istanbul ist einfach riesig“, sagt sie. Eine Stadt findet sie besonders toll, weil ihr Opa dort eine sehr lange Zeit gelebt hat: Köln. „Als ich ihm das Foto mit mir und dem Kölner Dom geschickt habe, war er total aufgeregt“, erzählt Özge. „Er spricht ganz viel über seine Zeit hier und wollte immer mal wieder zurückkommen. Wer weiß, vielleicht machen wir das irgendwann zusammen!“

Von Theresa Gerks


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