„Ich war völlig überrascht, als ich im Postkasten den Brief gefunden habe“, erinnert sich Kirsten Liesner. Die Studienstiftung des deutschen Volkes bat sie, Bewerbungsunterlagen für ein Stipendium einzureichen. „Ich hatte mich ja nirgendwo beworben.“
Kirsten Liesner ist Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Ihr Professor hatte sie wegen ihrer hervorragenden Leistungen vorgeschlagen. Anders als Kirsten, die im 5. Semester Bauen im Bestand studiert, können sich Erst- und Zweitsemester auch selbst bei der Studienstiftung des deutschen Volkes bewerben. Flugs organisierte die 21-Jährige Empfehlungsschreiben von Dozenten und Notenspiegel, brachte ihren Lebenslauf auf Vordermann und formulierte ein Motivationsschreiben.

»Das, was die Studienstiftung ausmacht, sind die vielen zusätzlichen Angebote.«Kirsten Liesner

Dies gelang ihr offenbar ziemlich gut, denn als nächstes erhielt die Bachelorstudentin die Einladung zu einem Auswahlwochenende. Neben zahlreichen Gruppendiskussionen warteten als größte Hürden zwei Einzelgespräche und ein Kurzvortrag zu einem selbst gewählten Thema auf die angehende Bauingenieurin. „Ich wusste erst gar nicht, worüber ich referieren sollte, erzählt Kirsten. „Der Vortrag sollte auch noch genug Stoff für eine zehnminütige Diskussion liefern.“ Schließlich machte sie ihre eigene Montessori-Schulerfahrung zum Thema, was „zum Glück“ für einen regen Austausch von Argumenten sorgte.

Kirsten Liesner ist Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes.
Kirsten Liesner ist Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Ob es daran lag, oder was letztlich den Ausschlag gegeben hat, weiß Kirsten zwar nicht, wird aber nun tatsächlich von Deutschlands größtem Begabtenförderwerk mit monatlich 300 Euro unterstützt. Natürlich ist sie froh über diese finanzielle Erleichterung, aber viel wichtiger ist ihr die ideelle Förderung: „Das, was die Studienstiftung ausmacht, sind die vielen zusätzlichen Angebote“, erklärt die Stipendiatin und lobt besonders die Möglichkeit, sich auch mal intensiv mit Studierenden anderer Fachrichtungen auszutauschen. Sie hat bereits eine Exkursion zu einem Kernkraftwerk mitgemacht und an einer einwöchigen sportwissenschaftlichen Akademie zum Thema „Sport und Integration“ auf Usedom teilgenommen. Dabei hat sie „schon superviele neue Kontakte geknüpft“.

Gefördert werden von der Stiftung auch Sprachaufenthalte im Ausland oder Sommerakademien und Wochenendseminare zu verschiedenen Themen. 

Von Stefanie Gosejohann


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