Mit dem Studium neue Chancen zu bekommen, das heißt für Melanie nicht, den Beruf zu wechseln. „Niemals würde ich aus der Pflege rausgehen. Ich mache das aus Berufung!“ Mit der gleichen Leidenschaft ist sie Studentin – berufsbegleitend, mit Schichtdienst und vier Kindern.
Melanie Große Westermann studiert berufsbegleitend Pflege an der FH Münster. (Foto: Anne Holtkötter)

Melanie Große Westermann nennt das ein großes Glück. Deshalb möchte die 46-Jährige auch gar nicht darüber reden, wie sie das alles schafft, nur so viel: „Die Anfangsphase war zwar schwer, für uns alle, die neben ihren Jobs studieren. Aber das hat sich schnell eingespielt.“ In ihrer ersten Hausarbeit ging es um Schmerzmanagement. „Was wir im Seminar gelernt haben, konnte ich direkt mit meinen beruflichen Erfahrungen verknüpfen. Das war super!“

Ein Zeitungsartikel mit einer Pressemitteilung aus unserer Hochschule hatte Melanie auf das Studium aufmerksam gemacht. Hier profitiert sie auch von den Erfahrungen, die ihre elf Kommilitonen aus unterschiedlichen Berufsfeldern in die Seminare einbringen. „Wir pushen uns gegenseitig.“
Ein Zeitungsartikel mit einer Pressemitteilung aus unserer Hochschule hatte Melanie auf das Studium aufmerksam gemacht. Hier profitiert sie auch von den Erfahrungen, die ihre elf Kommilitonen aus unterschiedlichen Berufsfeldern in die Seminare einbringen. „Wir pushen uns gegenseitig.“
»Niemals würde ich aus der Pflege rausgehen. Ich mache das aus Berufung!«Melanie Große Westermann

Ihr Fazit in der Hausarbeit: Mehr Aufklärung über pflegerische Maßnahmen ist nötig, vor und nach der Operation. Bislang werden die Patienten nur von den operierenden Ärzten und Anästhesisten aufgeklärt, nicht von den Pflegenden. „Aber das ist doch für die Patienten genauso wichtig, sie sollen wissen, was sie erwartet.“ Diese Idee würde Melanie gern in die Praxis mitnehmen, noch bezeichnet sie dies als Vision: „Es geht im Schmerzmanagement einfach nicht ohne interdisziplinäre Zusammenarbeit, in einem entsprechenden Team könnte ich gut mitarbeiten.“

Eine ganz normale Woche kann so aussehen: Montag bis Mittwoch Hochschule, Donnerstag bis Sonntag St. Marien-Hospital. Seit 25 Jahren arbeitet Melanie hier, seit 22 Jahren auf der Intensivstation.
Eine ganz normale Woche kann so aussehen: Montag bis Mittwoch Hochschule, Donnerstag bis Sonntag St. Marien-Hospital. Seit 25 Jahren arbeitet Melanie hier, seit 22 Jahren auf der Intensivstation.

Natürlich findet die Drensteinfurterin es auch für sich selbst wertvoll, noch einmal zu studieren, um ihren Horizont zu erweitern und sich weiterzubilden. „Ich mache das für meine berufliche Zukunft und für die Patienten. Die beste Anerkennung dafür wäre es, neue herausfordernde Aufgaben übernehmen zu dürfen, erst recht nach dem Studium.“ Die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin sieht sich als Botschafterin: „Wir wollen den Einrichtungen, in denen wir arbeiten, beweisen, dass wir in der Hochschule unser Wissen in einem hohen Maße erweitern und sofort einbringen können.“ Für Melanie heißt das: direkt vom Fachbereich Gesundheit ins Marien-Hospital in Hamm, wo sie auf der Intensivstation arbeitet.

Zu Melanies Aufgaben gehört vor allem die postoperative Versorgung von Patienten. Neben dem Job zu studieren, dabei unterstützt sie ihr Arbeitgeber und ihr Ehemann.
Zu Melanies Aufgaben gehört vor allem die postoperative Versorgung von Patienten. Neben dem Job zu studieren, dabei unterstützt sie ihr Arbeitgeber und ihr Ehemann.
Nach der Schicht warten auf die vierfache Mutter Haushalt, Familie und Studium. Was kommt zu kurz? Der Garten und etwas Sport, aber das ist es ihr wert. Denn sie ist glücklich über die Chancen, die sich mit dem Studienabschluss eröffnen.
Nach der Schicht warten auf die vierfache Mutter Haushalt, Familie und Studium. Was kommt zu kurz? Der Garten und etwas Sport, aber das ist es ihr wert. Denn sie ist glücklich über die Chancen, die sich mit dem Studienabschluss eröffnen.

Das trifft auch auf die PubMed zu, für die sich Melanie begeistert und stark gemacht hat. „Inzwischen ist die Datenbank mit Studien zu Gesundheits- und Pflegethemen für alle übers Intranet zugänglich – wird aber kaum genutzt. Dies in den beruflichen Alltag zu integrieren, gekoppelt an den fachlichen Austausch im Team, dieser Gedanke reift in mir wie eine Blume, die Wasser bekommt. Das wäre ein Meilenstein!“ In ihren Ideen für jetzt und nach dem Studium geht es immer um eins: das Wohl der Patienten.

Von Anne Holtkötter


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