Mehr Lernstoff, viele Freiheiten und bessere Jobperspektiven – danach strebte Daniel Deiting nach seiner Ausbildung zum Chemielaboranten. Heute forscht er im Labor für Instrumentelle Analytik über Kunststoffe und arbeitet an seiner Dissertation.
Daniel Deiting forscht im Labor für Instrumentelle Analytik an unserer Hochschule und arbeitet an seiner Dissertation über Kunststoffe.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich mal promoviere“, sagt der 31-Jährige. Er machte zunächst sein Fachabitur am Hans-Böckler-Berufskolleg in Münster. Dank eines einwöchigen Praktikums, das die Schule anbot, lernte er den Fachbereich Chemieingenieurwesen unserer Hochschule kennen. Dorthin zog es ihn nach seinem Abschluss zurück – er kam für den Bachelor, blieb dann für den Master und anschließend wegen seiner Doktorarbeit. Die Gelegenheit dazu ergab sich, als er während des Masterstudiums seine Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft begann. „Ich habe im Labor für Instrumentelle Analytik mitgearbeitet, und Prof. Kreyenschmidt fragte mich, ob ich nicht länger bleiben wolle. Und so kam eins zum anderen.“ 

»Ich hätte nie gedacht, dass ich mal promoviere!«Daniel Deiting

Nach dem Bachelor Chemieingenieurwesen mit der Spezialisierungsrichtung Angewandte Chemie folgte der Master Chemical Engineering und schließlich die Promotion, bei der es um Kunststoffanalytik geht. „Ich bestimme Elemente in Kunststoffen, die dafür nicht extra zeitaufwändig mit aggressiven Säuren verflüssigt werden müssen, sondern ihre feste Form behalten können.“ Wichtig ist das für Betriebe, die Kunststoffe untersuchen müssen – ob zum Beispiel zu viel Blei oder andere schädliche Elemente in Spielzeugen oder Haushaltswaren aus Kunststoffen enthalten sind. Die Unternehmen können dadurch schneller und kosteneffektiver arbeiten. Die quantitative Bestimmung sei bislang nur eingeschränkt machbar und die Ergebnisse wegen der vielen Einflussgrößen oft nicht richtig, sagt Daniel. 

Ein Laser entnimmt Proben aus dem Kunststoff. Anschließend untersucht Deiting die einzelnen Bestandteile.
Ein Laser entnimmt Proben aus dem Kunststoff. Anschließend untersucht Deiting die einzelnen Bestandteile.
Deiting arbeitet viel mit einem Analyseprogramm am PC.
Deiting arbeitet viel mit einem Analyseprogramm am PC.

Viel Zeit verbringt der gebürtige Ibbenbürener deshalb im Labor auf dem Steinfurter Campus. Ein spannendes Umfeld sei das, aber langfristig sehe er seine berufliche Zukunft woanders. „Als Laborleiter arbeiten oder in der Applikationsabteilung eines Geräteherstellers, das wäre toll.“ Wenn alles gut läuft, ist er mit seiner Promotion in einem halben Jahr fertig. Wie er so weit gekommen ist? „Ich habe es ernst gemeint mit meinem Studium und bin drangeblieben – und das auch dank toller Freunde mit denselben Interessen.“ 

Von Katharina Kipp


Seite drucken