Während seiner Ausbildung zum Gestalter kam ihm die Idee: Warum nicht eine Straßenlaterne mit einem Rotor kombinieren, der den Strom für die Beleuchtung liefert?! Eric Notthoff machte erste Zeichnungen, die aber bald in der Schublade verschwanden. Die Idee blieb allerdings in seinem Gedächtnis –für seine Bachelorarbeit im Designstudium hat er sie wieder hervorgeholt. Erics Anspruch: Wenn schon mit Windkraft, dann aber auch sexy!
Eric Notthoff hat an unserem Fachbereich Design studiert und eine windbetriebene Straßenlaterne entworfen.

„Klar, man könnte einfach eine normale Laterne nehmen und einen Rotor draufschrauben“, sagt Eric. „Ich glaube aber nicht, dass man die Menschen von der Idee der Windkraft überzeugen kann, indem man ihnen sowas vor die Nase stellt.“ Das sei nämlich eins der größten Probleme der Windkraft: „Viele Menschen empfinden die riesigen Anlagen in der Landschaft als hässlich.“ 

Er selbst kann das nicht nachvollziehen. Seit er das erste Mal ein solches Windrad gesehen hat, ist er fasziniert. „Allein die Größe – und dann die Kraft, die dahinter steckt.“ Wenn Eric davon erzählt weiß man, warum er sich selbst als Windkraft-Fan bezeichnet. Mit seinem Entwurf will er andere mit dieser Begeisterung anstecken. „Mir geht es nicht nur um die Idee einer windbetriebenen Straßenlaterne, sondern eben auch darum, dass sie gut aussieht.“

»Mir geht es nicht nur um die Idee einer windbetriebenen Straßenlaterne, sondern eben auch darum, dass sie gut aussieht.«Eric Notthoff

Wie die großen Anlagen, die ihn selbst so faszinieren, sollte sein Entwurf also keinesfalls aussehen. Das hatte auch praktische Gründe. „Die Windräder, die jeder kennt, laufen mit einer horizontalen Achse“, erklärt Eric. Große Rotorblätter waren aber ausgeschlossen – schon aus Sicherheitsgründen. „Für mein Projekt brauchte ich einen vertikal ausgerichteten Rotor.“ Eric schaute, was für Rotoren in Frage kommen und siebte dann noch mal nach ästhetischen Anforderungen aus. 

Leuchten soll Erics Laterne mit LEDs, die in der Mitte angebracht sind und nicht, wie man es kennt, am oberen Ende der Laterne. „Die Leuchtfläche besteht aus vielen kleinen Lämpchen“, erklärt Eric. „Entsprechend ausgerichtet strahlen die dann nach unten und beleuchten einen Gehweg oder eben eine Straße.“

Entwurfsphase: Eric Notthoffs autonome Straßenlaterne.
Entwurfsphase: Eric Notthoffs autonome Straßenlaterne.

Gebaut worden ist Erics Laterne bislang noch nicht. „Angebote hat es zwar schon gegeben, aber ich möchte mich nicht vorschnell festlegen“, sagt er. Derzeit steht er in Kontakt mit einem Ingenieur aus Norddeutschland, der ebenfalls an einer Windkraft-Laterne arbeitet. „Sein Know-how in Sachen Technik und meins in Sachen Gestaltung – das ist sicher eine gute Mischung.“  

In den kommenden Monaten wird Eric sich allerdings erst einmal um etwas anderes kümmern müssen. Die Masterarbeit steht an. „Da wird es um ein anderes Thema gehen. Aber es wird definitiv wieder etwas sein, was einen Nutzen hat und in irgendeiner Weise eine Bereicherung für alle darstellt“, sagt er. „Und natürlich soll es auch gut aussehen.“

Von Moritz Schäfer


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